"Kampf gegen Klimawandel ist eine Sicherheitsfrage"

6. Dezember 2010, 17:30
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    foto: reuters/garcia

    CHEICK SIDI DIARRA (53) ist seit 2008 UN-Sonderberater für Afrika und Beauftragter für die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) und kleinen Inselstaaten. Der Diplomat stammt aus Mali.

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    Aktivisten des World Wide Fund For Nature (WWF) demonstrieren in der Nähe des Zentrums von Cancún, wo die Weltklimakonferenz stattfindet.

Cheick Sidi Diarra, UN-Beauftragter für die am wenigsten entwickelten Länder, im STANDARD-Interview

Um den Entwicklungsländern zu helfen, müssen die Industriestaaten zuallererstihre Finanzzusagen einhalten, sagte der UN-Beauftragte für die am wenigsten entwickelten Länder, Cheick Sidi Diarra, zu Julia Raabe.

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STANDARD: Was würde es für die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) und die kleinen Inselstaaten bedeuten, wenn es in Cancún keine Fortschritte gibt?

Diarra: Die LDCs wollen zuallererst, dass das erfüllt wird, worauf man sich in Kopenhagen geeinigt hat, das heißt die Anschubfinanzierung von 30 Milliarden Dollar für 2010 bis 2012 umzusetzen und die erwarteten 100 Milliarden Dollar ab dem Jahre 2020 endgültig zu beschließen.

STANDARD: Das Wichtigste ist also das Geld?

Diarra: Vor allem das für die nächsten drei Jahre. Geld ist so wichtig, weil es notwendig ist, um die Strategien zur Anpassung an den Klimawandel umzusetzen, die die Entwicklungsländer auf nationaler Ebene beschlossen haben. Eine umweltfreundliche Wirtschaft, Technologietransfer, auch ein Transfer von Wissen, also Training - das alles ist ohne finanzielle Ressourcen nicht möglich.

STANDARD: Die EU hat ihr Konzept für die Anschubhilfen in Cancún bereits präsentiert. NGOs kritisieren, dass es auch Kredite vorsieht und das Geld nicht frisch ist.

Diarra:Das Geld muss frisch sein. Es darf nicht von der bestehenden öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit abgezogen werden. Es muss zugänglich und vorhersehbar sein und sollte nicht von Jahr zu Jahr verteilt werden, sondern ein längerfristiger Plan sein, damit die Länder planen können.

STANDARD: Ist es ausreichend, was bisher angeboten worden ist?

Diarra: Hören Sie, die 30 Milliarden Dollar für drei Jahre sind nicht ausreichend. Aber darauf hat man sich geeinigt, auf dieser Grundlage können die Entwicklungsländer sofort anfangen zu arbeiten. Und es wäre ein starkes Signal vonseiten der Geberländer, dass sie willens sind voranzukommen. Die Finanzhilfen sind aber das Einfachste des Prozesses. Der schwierige Teil ist, die Staaten - vor allem die Annex-I-Staaten (Industriestaaten, Anm.) - dazu zu bewegen, ihre Emissionen zu senken.

STANDARD: Der Kopenhagen-Beschluss sieht vor, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Einige kleine Inselstaaten wären damit buchstäblich vom Untergang bedroht, sie wollen eine Grenze von 1,5 Grad. Muss man also über noch striktere Ziele reden?

Diarra: Die kleinen Inselstaaten sind sehr verwundbar. Mit wärmeren Temperaturen werden die Ozeane wärmer, das hat direkte Auswirkungen auf die Korallenriffe, die Fischbestände, die Verfügbarkeit von Trinkwasser, der Meeresspiegel steigt. Das muss verhindert werden. Deshalb haben sie das vorgeschlagen - das muss verhandelt werden.

STANDARD: Die jetzigen Vorschläge zur Reduktion der Treibhausgase reichen nicht einmal aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

Diarra: Die Schwellenländer sind in dieser Hinsicht zögerlich, aber etwas muss getan werden. Viele Länder haben Ankündigungen gemacht, aber jede unterscheidet sich von der anderen. Sie müssen sich auf etwas einigen - auf Zahlen und ein Basisjahr.

STANDARD: Kopenhagen ist auch gescheitert, weil jeder auf seiner Position beharrte und die Staaten nicht fähig waren, Kompromisse zu machen - die Entwicklungsländer eingeschlossen. Sehen Sie nun mehr Kompromissbereitschaft?

Diarra: Die Erwartungen vor Kopenhagen waren sehr hoch, aber der politische Wille war nicht unbedingt da. Die Entwicklungsländer sind nicht für das verantwortlich, was passiert. Sie verursachen weniger als fünf Prozent aller Treibhausgase weltweit. Aber sie sind die ersten, die die Folgen zu spüren bekommen. Sie glauben immer noch, dass rasch ein verpflichtendes Abkommen über die Senkung der Emissionen erreicht werden soll. Ihre Situation muss einbezogen werden, vor allem die der LDCs. 60 Prozent der Bevölkerung lebt dort von weniger als zwei Dollar am Tag. Sie haben nicht die Mittel, um mit den Folgen fertig zu werden. Deshalb muss ihnen geholfen werden - damit sie überleben können. Und damit eine massive Bevölkerungsverschiebung verhindert werden kann. Das ist eine Bedrohung, die auf uns zukommt. Klimaflüchtlinge sind bereits jetzt eine Sicherheitsfrage. Man muss das immer in größerem Kontext sehen. (DER STANDARD, Printausgabe, 7.12.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
fliegendes Bettgestell
10
9.12.2010, 01:26
Da geht es nicht um Sicherheit,

sondern einfach darum, maximal viel Geld zu lukrieren, mehr nicht!

Es ist leider so, dass der Gegenwert der gesamten Entwicklungshilfe für Afrika ungefähr in dem Bereich liegt, der dort für die Anschaffung von Waffen und anderem Kriegsspielzeug dient.

Searles
 
00
9.12.2010, 12:02

Ist doch eh super! Wir geben Kredite, mit denen die Waffen bei uns kaufen. Doppelt gewonnen - einmal ueber die Zinsen und einmal ueber die Ankurbelung der Waffenindustrie.

Wolfgang Bieber
00
8.12.2010, 11:27
Jetzt schlägt die Stunde der Europäer

Es könnte der Eindruck entstehen, dass es in Cancún nicht um gemeinsame Lösungen für den Klimawandel, sondern primär darum geht, Finanzierungsbeiträge festzulegen und institutionelle Fragen zu regeln. Doch ohne Zugeständnisse der Schwellenländer scheint ein Gelingen unmöglich: http://bit.ly/efMC4q

carbonara
31
7.12.2010, 16:53
Kampf dem Klimaschwindel - jetzt !

Mundle
00
7.12.2010, 23:33

Sie sind der Schwindel! Hören sie auf zu schwindeln^^

Searles
 
00
9.12.2010, 12:07

Oh, ein Blog ohne Quellenangabe zu den Zitaten und ohne das woertliche Zitat zu bringen - das kann ja nur stimmen.

So wie dieser Artikel: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/02/k... keine.html

Auch vollkommen richtig. Was fuer eine tolle Seite.

Student der Magie
41
7.12.2010, 15:25
abgesehen davon, dass es die

letzten 10 Jahre kälter geworden ist, da die Sonnenaktivität abgenommen hat, und abgesehen davon, dass wir dem nächsten kalten Winter entgegen blicken, Daten manipuliert wurden, um die gewünschten Resultate zu bringen, ist es laut verschiedensten Statistiken in den letzten 10 000 Jahren wärmer gewesen.

Es gäbe keine Diskussion über CO2, würde die Nato ihre Kriege einstellen, denn diese Kriege töten nicht nur Unschuldige und sinnlos Leben, sondern zeichnen auch verantwortlich für etwas mehr als 60% des CO2-Verbrauchs auf der Erde. Man sollte also mal die Kriegsführer und Kriegstreiber zur Kassa bitten oder noch besser: die Kriege beenden, dann kann man sich wieder einer sinnvollen Umweltpolitik widmen und muss keine CO2 Panik verbreiten.

I bis
00
8.12.2010, 11:33

Ich habe ja schon allerhand haarsträubenden Unsinn gelesen, aber die Behauptung, von der NATO geführte Kriege würden über 60% der CO2-Emissionen verursachen, ist noch absurder als der übliche geistige Schrott.

David Riebel
00
7.12.2010, 14:45

Tja unsere Regierung ist ja auch toll wie man am Klimaschutzindex sehen kann... ;)

http://www.germanwatch.org/klima/ksi2011.pdf

Searles
 
54
7.12.2010, 11:00

Die waermsten Jahre seit Beginn der Messungen und vermutlich tausenden Jahren:

1998, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009.

aleph null
22
9.12.2010, 01:10
Das hängt halt damit zusammen,

dass wir sehr spät mit den Messungen begonnen haben :-).

Leider haben die Neanderthaler und der frühe homo sapiens keine Satellitendaten über die Erderwärmung hinterlassen, denn dann würde Ihnen endlich klar werden, dass es früher durchaus wärmer war als heute und das das "unprecedented warming" nichts anderes als ein hoax ist.

Searles
 
00
9.12.2010, 02:42

Selbst wenn es vor 10000 Jahren ein Jahr gegeben haette, das waermer als 1998 gewesen waere, was waere der grosse Erkenntnisgewinn und Vorteil?

aleph null
00
9.12.2010, 02:53
Wenn es wirklich genaue Messungen von längst vergangenen Epochen gäbe,

dann würden Sie vielleicht realisieren, dass die vermeintliche Konstanz unserer Umwelt nur durch unsere kurze Lebensspanne bedingt ist.

Searles
 
00
9.12.2010, 11:25

Ja ach? Und das ist ein Freibrief, das Klima kurzfristig zu beeinflussen, weil irgendwann innerhalb der naechsten zig tausend Jahre es sich ohnehin geaendert haette? Was fuer ein daemliches Argument soll das sein?

aleph null
10
9.12.2010, 11:42
Es ist eben keineswegs ausgemacht,

dass wir mit unseren CO2-Emissionen maßgeblich unser Klima beeinflussen.

Die Anzahl der Wissenschaftler, die sich vom Klimakonsens verabschieden, wird jedenfalls immer größer:

http://climatedepot.com/a/9035/SP... IPCC--Gore

Searles
 
01
9.12.2010, 11:50

Es ist nicht ausgemacht, sondern bewiesen. Bewiesen ist - es gibt einen Treibhauseffekt (+33 Grad), CO2=Treibhausgas (wird industriell eingesetzt), mehr CO2=mehr Treibhauseffekt (bitte net das deppate Saettigungsargument bringen), und der Gehalt an CO2 steigt jedes Jahr um ca. 1%.

Final post, kein Interesse an Eseleien von dir der Form "immer mehr Wissenschaftler" - schliesslich glaubst du den Wissenschaftlern ohnehin kein Wort.

aleph null
20
9.12.2010, 11:57
Ja, der Treibhauseffekt ist bewiesen

Die Größe des Treibhauseffektes und ob dieser maßgeblich das Klima beeinflusst, ist nach wie vor Gegenstand der Diskussion.

Searles
 
00
9.12.2010, 12:01

Quack. Glaubst, es hat noch keiner geschafft, nachzurechnen, welche Temperatur die Erdoberflaeche ohne Treibhauseffekt haette? Ernsthaft. Come on!

aleph null
00
9.12.2010, 12:51
Inwieweit das CO2 klimawirksam ist,

hängt von der Größe der Klimasensitivität ab. Und genau die Größe dieses Wertes ist nicht genau bekannt; die Schätzungen reichen von 0,5 Grad pro CO2-Verdoppelung bis 6 Grad. Auch das IPCC räumt ein, dass der Betrag dieses Wertes erheblichen Unsicherheiten unterliegt.

Searles
 
10
9.12.2010, 14:41

Und weil ich dich mal gern mit einer Falschaussage aufblatteln moechte (als haettest du in diesem Thread nicht schon genug geliefert - schliesslich hast du keinen einzigen Einwand von mir irgendwie entgegnet), wo hast denn die 0,5-6 Grad her?

Searles
 
10
9.12.2010, 12:54

Blabla. Klimasensitivitaet von CO2 ist bekannt. Man weiss nur nicht, wie sich die Emissionen entwickeln, und kann 100% nicht genau vorhersagen, welche und wie sich Rueckkoppelungen auswirken.

aleph null
00
9.12.2010, 18:29
Also,

wie hoch ist die Klimasensitivität?

Wir hören!

aleph null
00
9.12.2010, 15:51
Vielleicht lesen Sie einmal den IPCC-Bericht,

bevor Sie über die Klimasensitivität schwadronieren.

Sie können ihren schneidenden Intellekt einer Feuerprobe unterziehen, indem Sie die entsprechende Stelle selbst finden - ohne meine Hilfe.

Übrigens: die 0,5 Grad Klimasensitivität bei CO2-Verdoppelung stammen von R. Spencer. Sie können sich die Arbeit gerne heraussuchen, was nicht so schwierig ist, denn Spencer hat sie auf seiner Website veröffentlicht.

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