Israel empört sich über Brasiliens Anerkennung Palästinas

6. Dezember 2010, 19:57

Außenministerium: "Einseitiger Schritt" Lulas untergrabe Vertrauen - Argentinien und Uruguay folgen Brasiliens Vorbild

Jerusalem - Die israelische Regierung hat mit Empörung auf die Anerkennung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 durch Brasilien reagiert. In einem Kommuniqué des Außenministeriums in Jerusalem wurde die am vergangenen Freitag vom scheidenden brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva nur drei Wochen vor der Amtsübergabe an seine gewählte Nachfolgerin Dilma Rousseff getroffene Entscheidung scharf kritisiert. Ein solcher "einseitiger" Schritt sei dazu angetan, "Vertrauen zu untergraben", während Bemühungen in Gang seien, den Verhandlungsprozess im Nahen Osten wiederzubeleben, hieß es in der Erklärung.

Präsident Lula da Silva hatte in einem Schreiben an den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas die Staatsanerkennung und die Anerkennung Ost-Jerusalems als Hauptstadt Palästinas ausgesprochen. Neben arabischen und anderen islamischen Ländern hatte auch Costa Rica als lateinamerikanisches Land Palästina offiziell als Staat anerkannt. Abbas hatte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgerufen, angesichts der andauernden Unnachgiebigkeit Israels und der Blockierung des Friedensprozesses durch das israelische Festhalten am Siedlungsbau im besetzten Westjordanland einen unabhängigen palästinensischen Staat anzuerkennen.

Auch Argentinien erkennt Palästina an

Nach Brasilien hat am Montag auch Argentinien die staatliche Unabhängigkeit Palästinas anerkannt. Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner habe in einem Schreiben an den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas festgehalten, dass ihr Land "Palästina als freien und unabhängigen Staat in den Grenzen von 1967" (vor dem Sechs-Tage-Krieg, in dessen Verlauf Israel unter anderem Westjordanien und den Gazastreifen besetzte) anerkenne, wie das Außenministerium in Buenos Aires am Montag verlautbarte.

Gemeinsames Interesse an Gelingen des Friedensprozesses

Der argentinische Außenminister Hector Timerman erklärte, die Zeit sei gekommen, dass die Mercosur-Staaten den palästinensischen Staat anerkennen. Damit wolle man das gemeinsame Interesse an einem Gelingen des Friedensprozesses im Nahen Osten bekunden, nachdem die Ziele der Oslo-Verträge verfehlt worden seien, was nach fast zwei Jahrzehnten tiefe "Frustrationen" verursacht habe.

Auch Uruguay will nun Palästina als unabhängigen Staat "in den Grenzen von 1967" anerkennen. Das gab der stellvertretende Außenminister Roberto Conde am Montag in Montevideo bekannt. Sein Land wolle 2011 auch eine diplomatische Vertretung in Ramallah eröffnen, sagte der Vizeminister. (APA)

Kommentar posten
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W H
32
8.12.2010, 02:05
Da wird der Butt Brasileiro wohl bald seine lobeshymnen auf brasilien einstellen.

seek+destroy
11
8.12.2010, 17:56

daweil ist er extra aus ö nach brasilien ausgewandert..hehe

Irg Endwer
35
7.12.2010, 18:14
Pressefreiheit im Westen in Gefahr?

Eher doch nicht. Was es nicht gibt, kann nicht in Gefahr sein. In Russland werden ab und zu Reporter ermordet, weil sie etwas schreiben was den Mächtigen nicht passt. Im Westen kommt das nicht vor. Da schreibt nämlich keiner mehr, was den mächtigen nicht gefällt. Vor nun mehr 6 Tagen haben die Mercosurstaaten in einer historischen Entscheidung Palästina mit Ostjerusalem als Hauptstadt völkerrechtlich anerkannt. Dazu kann man stehen wie man will. Könnte man wenn man es wüsste, aber man weiss es nicht, weil kaum eine Zeitung schon gar keine deutschsprachige berichtet davon. Was man nicht weiss macht einen nicht heiß. Leider gibt es wichtigeres. Unfälle bei Wetten dass,... PIsastudie etc. Nur der Standard schreibt es nach dem 47 Klick.

Irg Endwer
21
7.12.2010, 18:21

wenn das wer wüsste könte er ja meinen wir sollten das gleiche tun. Und das will die öffentliche Meinung nicht und noch weniger die, denen die veröffentlichte gehört.

lassen Sie mich durch
13
7.12.2010, 15:59

Israel empört sich über Brasiliens Anerkennung Palästinas

ich bin noch viel mehr empört,Oh ja aber so was von,wie kann so was Passieren.

Makronaut
32
7.12.2010, 14:22
ich bin mir nicht sicher, ob das besonders schlau ist.

mit dieser überhasteten abkehr von oslo hat isr wieder freie hand, ohne an irgendwelche abkommen gebunden zu sein. und zwar auch jenseits des siedlungsbaus. zum beispiel wirtschaftliche freiheit, komplette autonomie jerichos, bewaffnung der sicherheitskräfte etc.

das kann von reetabierung der mil besatzung in sämtlichen bereichen (auch jericho!!) über beibehaltung des status quo bis vollständiger rückzug hinter die sperranlage (incl räumung von ariel) wie in gaza reichen.
im letzteren fall könnten sich die pal osterusalem, ersatzland für die grenznahen siedlungen und eine transitstrecke nach gaza vermutlich komplett aufselchen - zumindest für sehr, sehr lange zeit.

aber wenn sie unbedingt fakten schaffen wollen - bitte. o_O

Dark Angel
 
00
14.12.2010, 17:59

im Gegenzug öffnet diese Option aber auch internationale Sanktionen gegen Israel wegen der Besetzung fremden Territoriums. Aus Sicht der Palästinenser ist es eh schon wurscht, welche Option sie wählen, von Verhandlungen über bewaffneten Widerstand bis hin zum internationalen Terror hat nichts gefruchtet. Die Ausrufung Palästinas innerhalb der Grenzen von 1967 erscheint mir als letzte Verzweiflungstat.

Raphael Hythlodeus
211
7.12.2010, 15:59
bitteschön, was ist daran überhastet? wieviel jahrzehnte soll noch gewartet werden, bis diese menschen in die freiheit entlassen werden?

Makronaut
01
7.12.2010, 23:31

bitte lesen sie mein post noch einmal und erkennen sie, dass es zu diesem zeitpunkt nicht besonders schlau aus sicht der pal ist.

ist nicht meine schuld.

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
01
7.12.2010, 23:01
mehrere wenn es nach dem außenminister geht

http://derstandard.at/128519951... ahrzehnten

gretchenfrage
23
7.12.2010, 10:17
Übrigens

hat Österreich diesen Schritt schon lange getan:

http://www.medea.be/index.htm... en&doc=289

bluebeard's 8th wife.
11
7.12.2010, 13:29

informativ gefragt: gilt das in den grenzen von 1967?

Anti Nazi
510
7.12.2010, 09:54
Nebenbei ... Argentinien hat auch anerkannt

Brasilien und Argentinien haben`s leicht.
Beide Staaten sind sehr weit weg und
beide haben nicht solche Nachbarn wie Israel.

Joe Dalton
312
7.12.2010, 14:27

Ich würde sagen, Israel hat sich die Nachbarn ausgesucht, nicht umgekehrt.

Gilgamesh
86
7.12.2010, 08:17

Die Erschaffung eines Staates durch die UNO, ohne auch nur ansatzweise auf die dort ansässige Bevölkerung Rücksicht zu nehmen, war also kein einseitiger Schritt???

Ansonsten verweist man doch so gerne auf die Geschichte....

venere nera
43
7.12.2010, 11:54

wenn du die geschichte kenntest, könntest dein posting selbst kommentieren....

Cutting Edge
77
7.12.2010, 11:53

Die Erschaffung mehrerer Staaten aus einer britischen Kolonie bzw. "Völkermandat", wenn man es beschönigt ausdrücken will, ist ja so wahnsinnig einseitig, da haben Sie ja so recht.

Wer hat denn die Bevölkerung überhaupt gefragt, ob sie nicht lieber weiter unter britischer Militärbesatzung leben wollen anstatt in einem eigenen Staat?

Ja, man hat das Volk und seine Vertreter gefragt.
Ja, man hat einen rücksichtsvollen Teilungsplan erstellt, damit keine Umsiedlungen vorgenommen werden müssen.
Ja, beide Seiten, jüd. und arab. Palästinenser wollten einen eigenen Staat. Kleiner Unterschied: Die arab. Palästinenser wollten aber alles haben - und bekamen aufgrund ihrer Unnachgiebigkeit nichts...

pepitant
35
7.12.2010, 14:33
Das ist dann also legitim.

Wenn ich die Macht habe, Ihnen was wegzunehmen, Ihnen aber anbiete, die Hälfte behalten zu dürfen, dann darf ich Ihnen alles wegnehmen, wenn Sie mein Angebot ablehnen.

Darauf läuft Ihr Argument raus, nicht wahr ? Mit Ihnen würde ich gerne Ihr Eigentum teilen. :-)

entity13
67
7.12.2010, 07:44

Welch' Armutszeugnis für Israel.

Halbmond
24
7.12.2010, 08:53

und für die USA genauso.

Franz Schwingenschrot
23
7.12.2010, 07:40
Hoffnung

Der erste und mutigste Schritt ist getan. Es bleibt zu hoffen, dass weitere folgen werden.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Djuli Murti
 
210
7.12.2010, 06:41
Seit 1988 besteht diese Möglichkeit.

Damals hat Arafat das erste mal den palästinensischen Staat ausgerufen in den Grenzen von 1967.

Die Welt sollte sich an Brasilien ein Beispiel nehmen und das hätte schon viel früher geschehen sollen, dann hätten sich die Israelis eine Menge sinnlose Investitionen sparen können, viele Menschen die zu Tode kamen würden noch leben und die Israelis müssten sich endlich damit abfinden, dass ihr Land halt Grenzen hat, so wie alle anderen auch.

Dark Angel
 
29
7.12.2010, 06:38
bravo!

Der Rest der Staatengemeinschaft soll bitte rasch diesem Beispiel folgen. Nur so kann eine Lósung .erzielt werden.

Dark Angel
 
00
14.12.2010, 18:05

Ha! Das haben Sie aus "Erkan und Stefan", gell?

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