Noch nicht ganz genual gegessen

29. März 2011, 15:46
  • Tintenfischcarpaccio, mit kurioser Gabel und nicht so kamerafreundlicher Beleuchtung
Forchetta CuriosaPiazza Negri 5rGenova00390102511289Drei Gänge, Hauswein, Wasser, Kaffee 38,40 Euro
 
 
    foto: fidler

    Tintenfischcarpaccio, mit kurioser Gabel und nicht so kamerafreundlicher Beleuchtung

    Forchetta Curiosa
    Piazza Negri 5r
    Genova
    00390102511289
    Drei Gänge, Hauswein, Wasser, Kaffee 38,40 Euro

     

     

  • Cappun Magru in der Forchetta
 
    foto: fidler

    Cappun Magru in der Forchetta

     

  • Farinata zur Jause, Kunstlichteinstellung bei Tageslicht plus Neon, ergebt euch den Farben
Antica SchiamaddaVia San Giorgio 14rGenova00390102468516
    foto: fidler

    Farinata zur Jause, Kunstlichteinstellung bei Tageslicht plus Neon, ergebt euch den Farben

    Antica Schiamadda
    Via San Giorgio 14r
    Genova
    00390102468516

  • Was der Laie für Schnitzel mit Pommes hält, sind Farinata und Paniccia in der Schiamadda
    foto: fidler

    Was der Laie für Schnitzel mit Pommes hält, sind Farinata und Paniccia in der Schiamadda

  • Farinata und Paniccia, für den Fidler auch Fisch bei Sa Pesta
Sa PestaVia die Giustiani 16rGenova00390102468336Zwei Gänge, Hauswein, Wasser, Kaffee 25 Euro
    foto: fidler

    Farinata und Paniccia, für den Fidler auch Fisch bei Sa Pesta

    Sa Pesta
    Via die Giustiani 16r
    Genova
    00390102468336
    Zwei Gänge, Hauswein, Wasser, Kaffee 25 Euro

  • So sieht bei Sa Pesta ein Vorspeisenteller aus
    foto: fidler

    So sieht bei Sa Pesta ein Vorspeisenteller aus

  • Kaffee mit Nick Cave: Pasticceria Klainguti
Antica Pasticceria KlaingutiPiazza di Soziglia, 9816123 Genova, Italien010 8602628
    foto: fidler

    Kaffee mit Nick Cave: Pasticceria Klainguti

    Antica Pasticceria Klainguti
    Piazza di Soziglia, 98
    16123 Genova, Italien
    010 8602628

  • Kutteln statt Kuchen in der Tripperia Casana
Tripperia La CasanaVico della Casana 3rGenova 0039010205871
    foto: fidler

    Kutteln statt Kuchen in der Tripperia Casana

    Tripperia La Casana
    Vico della Casana 3r
    Genova
    0039010205871

Harald Fidler hört weder auf PosterInnen noch Jazzkapazunder, sucht in Genua auf eigene Faust nach Fisch - und findet Kuchen und Kutteln

Ich hätte auf Sie hören sollen. Zum Beispiel auf Poster/in g-org hören sollen, der oder die als einzige meinen Hilferuf hörte nach Tipps für Genua ((Trattoria da Maria, Vico Testadoro 14, "beinahe beste Ravioli mit Walnußsauce und Torta Verde"). Alle anderen echauffierten sich über meine Ferndiagnose über das Babylon. g_org riet mir zu Nüssen. Nudeln mit Nüssen, um genau zu sein, wie es sich für Ligurien geziemt.

Wahrscheinlich hätte ich auch auf Herrn Mazzoletti hören sollen. Sie erinnern sich vielleicht an den Weisen der Geschichte des italienischen Jazz, dem ich in Orvieto einen Abend lang lauschen durfte. Weil ich aufschnappte, dass er aus Genua stammt, bat ich ihn, seine Weisheit kurz einmal in einen Lokaltipp für mich umzuleiten.

Wo Herr Mazzoletti "high" wird

Herr Mazzoletti erwies mir die Gnade und schrieb „Grangotto", dazu noch eine Adresse, und das viel versprechende Wort „high". Er meinte hochklassig, ein kleines, aber gutes Wirtshaus, nach dem ich gefragt hatte, wollte dem Großen nicht einfallen. Der Autograph mit dem Lokalnamen wird wohl unter italienischen Rundfunkjazzaficionados einmal ein paar Cent wert sein.

Grangotto liegt mit 13,5 Punkten im L'Espresso-Guide für 2011 für Genua knapp am Spitzenfeld, einmal 14,5 und dreimal 14 fand ich noch in der Stadt. Mit im Schnitt 70 Euro pro Gaumen rangiert Grangotto deutlich einsamer auf Platz zwei in der Stadt, nichts anderes hatte ich erwartet. Wiewohl Preisleistungsesser der übelsten Sorte, hätte mich das noch nicht geschreckt. Aber: Ich war nur 20 Stunden in Genua - Sonntagabend hat Grangotto zu, für Montagmittag zwischendurch war's mir dann doch wieder zu heftig. Ich werd's schon noch lernen.

Merkwürdige Gabel

Sonntagabend in Genua essen gehen, ist gar nicht so einfach. Dafür brummen Läden umso einfacher, wenn sie Sonntagabend offen haben. Ich landete in der 2011 neu im Osteriaführer aufgeführten Forchetta Curiosa und orderte, was ich a) nicht kannte oder b) für typisch hielt, aber c) doch was mit Meer zu tun haben sollte, wenn ich schon einmal da bin.

Also: Schiacciaza di polpo con patate guarnite - Tintenfischcarpaccio geschichtet auf gestampften, sehr beherzt gewürzten Erdäpfeln, üppig und gut. Dann Maltagliati ai carciofi con ragu di branzino. Schon weil ich vor ein paar Jahren an der ligurischen Küste, im Viccolo Interno in La Spezia, so wunderbar mit Nudeln zur Artischocke bekehrt wurde. Das wäre mit dem nicht ganz so erfreulichen Brei hier vermutlich nicht gelungen. Dazu Maltagliati aus Biomehl, die mir eng verwandt mit Vollkornnudeln schmeckten - also nicht so mein Ding.

Fisch im Schichtbetrieb

Zum Dritten ein Cappun Magru. Das Schichtgericht der ligurischen Seefahrer lernte ich ebenfalls bei meinem letzten Ligurientrip, hoch über Manarola kennen und ebenso hoch schätzen. „Il nostro Cappon Magro" von der kuriosen Gabel packte unter die Rote-Rüben-Decke unter anderem Tintenfischcarpaccio und Branzino, da hatte ich einfach strategisch falsch gewählt, darauf drei große Garnelen und Ei. Okay, aber kein Muss, würde ich sagen.

Fett und mehlig

Montag wollte ich noch Farinata und Paniccia probieren, und was der Genueser sonst noch aus dem Ofen tortet. Osterie d'Italia empfiehlt für Genua insbesondere Antica Schiamadda, das angeblich älteste noch bewirtschaftete Farinata-Buffet. Farinata und Paniccia waren sicher protoypisch und total super, aber aufregend oder interessant ist nun einmal nicht, was mir zum Beispiel zu frittierten Stäbchen aus Kichererbsenmehl (Paniccia) einfällt. Vielleicht hätte ich doch den Bietole-Kuchen mit lokalem Käse oder die Torta di Cipolla probieren sollen, die mir sehr verlockend aus der kleinen Auslage zugezwinkert hatten. Aber eine Stunde nach dem Mittagessen schaffte nicht einmal ich noch eine weitere Jausenrunde. 

Tortenschlacht

Eine kleine Tortenschlacht lieferte ich mir ohnehin schon beim Pranzo im Sa Pesta: ein kleiner Mix von Farinata, Zucchini-, Käse-, Zwiebel- und anderen Blechgerichten. Alles sehr okay, trotzdem kein Grund, nach Hause zu schreiben (Ich tu's trotzdem, ich weiß). Warum ich dann kein Coniglio alla Ligure genommen habe, keine Fagioli all'ucelletto con salami oder Trippe in umido - siehe oben, die Fischsache. Ich hatte vergessen und wollte wissen, was Ricciola ist, und bestellte ihn alla piastra. Ein schönes Doppelscheibchen Mittelmeermakrele. Kein Fehler, aber auch kein Hit.

Klainguti

Dessert verweigere ich natürlich auch hier, muss aber, ohne zu kosten, ein paar Schritte zu einer Pasticceria empfehlen. Schon wegen des Kaffees, aber der wäre hier ohnehin an jeder Ecke und auch im Sa Pesta eine reine Freude. Schon wegen des wunderbar alten Interieurs. Meinetwegen auch wegen des Nick-Cave-in-jungen-Jahren-Lookalikes hinter dem Tresen. Vor allem aber wegen des wunderbaren Namens: Fratelli Klainguti. Kommt aus der Schweiz und einfach gut. Finde ich, und ich bin ja mindestens so leicht zu er- wie anzuheitern.

Kutteln statt Kuchen

Und wenn Sie, wie ich, nicht so auf Süßes stehen: Gleich um die Ecke vom Klainguti wartet die Tripperia la Casana. Innere Werte, konkret Kutteln, und höchstens noch Bohnen dazu in einem weiß gekachelten Loch in der Wand, gleich am Eingang hängt das Ausgangsmaterial. Nachtisch für Fortgeschrittene.

An den übrigen Gängen hier muss ich noch arbeiten, bis ich von genualem Essen schreiben kann. Wir sehen uns, Genova! Sachdienliche Hinweise für's nächste Mal bitte an die nächste Schmeck's-Dienststelle oder unser Aufnahmestudio gleich hier unten.

Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

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jetzt hilft es nichts mehr.....

eigentlich gehört "da rina" zum pflichtprogramm...ausgezeichnete fischküche in einem ambiente, wo die wände mit dankschreiben von ex-präsidenten und künsterln der oper gepflastert sind.
la taverna di colombo und da toto al porto antico.
das sie Gran Gotto verpasst haben, würde ich an ihrer stelle als glücksfall betrachten.
da maria ist fein, leider ohne maria nicht mehr ganz authentisch.....da würde ich da mario (salita san paolo) vorschlagen....eine osteria wie einst, niedrige preise, durchschnittliche küche, umwerfende athmosphäre.
und ja, die "nüsse" sind pinienkerne und bestandteil vom "pesto genevese"...das basilikum MUSS aus pra stammen (einem stadtteil von genova)
buon appetito!

und bevor ich keinen spezialpreis mehr bekomme.....

...unbedingt zu silvestre ins "pintori" (san bernardo, centro storico)....ist zwar ein sarde, zählt küchenmässig zum besten was genova zu bieten hat, mit sehr kulanter presigestaltung.
unbedingt reservieren.
(010 2757507)

ich weisz ja

nicht, wie es in Genua ist, aber auch im 11. Jahr in der Prov. IM haut mich die lig. Kueche nicht um. Alles irgendwie "fad"

Trotz, oder wegen der ligurischen Leopoldin? ;o)

kochen tu schon

noch ich :))

OmG

Daaas auch noch ;o))

:) das hab

ich so mit +/- 30 entdeckt. Als kochender Mann machst bella Figura UND die Dame ist nach dem Essen schon bei dir daheim. Also Minimierung von Kosten u. Risiko

So und nicht anders dachte ichs mir,

Sie nun doch schon ein Weilchen kennend.....Schlitzohr ;o))

jo mei,

seitdem die zu erschlagenden Drachen so selten geworden sind

KEINE frau kommt ohne schwiegermutter daher...

:) ja,

aber die braucht man als Rueckgabestelle

generell nicht umwerfend......

...aber pintori und die vorgängig genannten haben durchaus qualität und stil.
und dann natürlich noch ins sa pesta, für die unvermeidliche farinata.
die küche fad?....an der küste viel und qualitativ hochstehenden fisch und meeresrüchte, dazu trippe, stoccafisso, pesto...
passt schon...in den cinque terre, wo ich viele jahre lebte, sieht es nicht besser aus. (ausnahme cappun magru, manarola, loc. groppo).
dort sorgten zitronen- und orangenbaum im garten sowie wilder spargel im feb. in den weinbergen und pilze im sommer/ herbst für qualität...und ein genialer markt in la spezia.
aber restaurants?...."touristen normiert".

nochwas

http://www.rai.tv/dl/replay... aytv.html#

Clerici heute, Ligurien vs. weisz nicht wem

:)) stoccafisso,

di prego no, ebenfalls die Zuppa di pesche bei ders die armen Fischerln zerreiben :)
Das mit den Baeumen kenn ich, die hab ich jetzt ebenfalls, 2 Zitronen, eine Mandarine. Den Sprgel, mangels Weingaerten, nicht. Dafuer, nahe an Cuneo, vorzuegliches Fleisch.
In Imperia (Oneglia) ist das mit Fisch so eine Sache. Im Vergleich zu Sanremo viel kleiner u. weniger, dafuer "erdiger". Also, die 5 Fischkutter die es nich gibt, versorgen die 2 Fischtandler

ps: aber im hafen hat es an der frontseite.....

...doch eine sehr schöne und gute trattoria in imperia.......der name kommt mir nicht.
kennen sie die?

??

:) Welcher
Aber grundsaetzlich ist das mit Lokalen zugepflastert die bis in die high end Preisklasse gehen. also schon "von - bis" aber eben mit festem Riviera + vista mare Zuschlag

einer einfachen.....

...eingerahmt von der von ihnen beschriebenen kategorie, schöne terrasse und auch vom optischen eindruck noch eine einfache trattoria.

:)) ci parleremo

domani, auch ob der Zensur

ps: bekomme gearde mitgeteilt.....

...das ich mich nie mehr über den magel an orientierung anderer lustig machen soll.
ich habe offenbar imperia und savona verwechselt....also suchen sie bitte nicht vergeblich.

:) danke

ich fuer meinen Teil hab beinahe Portofino mit Positano verwechselt
http://derstandard.at/plink/130... id20762061

da hilft gar nichts dagegen....

...die gefahr, der lächerlichkeit in die arme zu fallen, besteht immer und überall.
und wem wie mir ein ein etwas arroganter "so ist es tonfall" attestiert wird, der kann sich darauf verlassen richtig genossen zu werden, wenn es wieder einmal so weit ist.
da hilft nur, dass ganze trotzdem zu geniessen!
:-))

:9 ja,

das kenn ich von wo
Habe dafuer auf meinem Streifzug durch die lig. Kueche die "Gropetti" entdeckt. Man nehme Kalbsschnitzerln, (Fesa o. aehnliches), duenn, no na, belege sie mit Crudo u. schneide sie in ca 2cm breite Streifen. In diese dann jeweils einen Knoten machen u. in Butter "rosolare". Danach 2 Salbeiblaetter u., nach Wunsch, ein Lorbeerbl., mit Weiszwein abloeschen. Fertig. empfohlene Beilagen, Erdaepfelpuree o. riso pilaf.

je länger unser dialog andauert......umso mehr schätze ich die ligurische küche doch noch......

das gelage nach der vendemmia in manarola, wo ich mühsam körbe in die cantina schleppe ist einzigartig...vor allem das coniglio al limone von natalina umwerfend.
dazu (schon wieder :-))....brandacujan (stocafisso/patate puree....durchs sieb geschüttelt und NICHT püriert!), lauwarm mit prezzemolo....mmmmh
pignolini fritte, sepie al diavolo (das 1. mai gericht der alten kommunisten in den cinque terre...)......
was mich stört, dass die küche kaum scharf oder wenigstens pikante ansätze hat und von dne mesiten liguriern auch bei einlandung nicht wirklich geschätzt wird.
aber grundsätzlich, wie auch ihre aufzählungen belegen...so übel ist sie nicht, die grundprodukte sind reichhaltig und 1A....
(zb borragine...die kräuter aus dem weinberg)

borragine

haette ich auch im Garten, jedoch, 7 Hunde ebenfalls. Die Paradeiser kann ich ja hobinden, die Trombette ebenfalls, aber das Bluemlein ?
Was die Schaerfe angeht, deckt sich dies mit meinen Erfahrungen. Die Busenfreundin meiner Frau hat als neuen mann keinen Wiener importiert sondern einen Marchano (?; jedenfalls aus den Marchen) der sieht das aehnlich.
ansonsten hat mich die Leopoldine aufgefordert, ihnen dieses Link zu schicken :
http://www.sanremonews.it/sommario/... ucina.html

"Chinesen haben Bernhardiner zum Fressen gern"

http://www.news.ch/Chinesen+... detail.htm
"In Europa hat er einen Ruf als robuster Rettungshund und sanftes Haustier - in China gilt der Bernhardiner als Spezialität."
http://www.welt.de/print-wel... oepfe.html

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