China fordert Fortführung des Kyoto-Protokolls

5. Dezember 2010, 09:17

Trotz Widerstands

Cancun - Beim UNO-Klimagipfel hat China die Industrieländer aufgefordert, sich zu einer Fortführung des Kyoto-Protokolls zur Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu verpflichten. Es sei für Peking "entscheidend", in Cancun "eine Bestätigung zu bekommen, dass es eine zweite Phase der Verpflichtung geben wird", sagte der chinesische Verhandlungsführer Su Wei der Nachrichtenagentur AFP am Samstag (Ortszeit). Das 1997 vereinbarte Kyoto-Protokoll verpflichtet die Industrieländer, ihren Treibhausgasausstoß um bestimmte Werte zu senken. Es läuft im Jahr 2012 aus. Schwellen- und Entwicklungsländer fordern, dass es verlängert wird.

Dies stößt aber bei mehreren Industriestaaten auf Widerstand. Japan hat Anfang der Woche deutlich gemacht, dass es keine Verlängerung wünscht. Auch Kanada und Russland zeigten sich zögernd bis ablehnend. Sie verweisen darauf, dass die Unterzeichner des Kyoto-Protokolls heute nur noch für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen stehen und China inzwischen der größte Verschmutzer weltweit ist. Die Schwellenländer pochen wiederum darauf, ein Recht auf wirtschaftliche Entwicklung zu haben und sehen die Industriestaaten in der Pflicht, angesichts jahrzehntelanger Verschmutzung in Vorleistung zu treten.

Der Chefunterhändler der Europäischen Union, Artur Runge-Metzger, hatte die Frage des Kyoto-Protokolls am Freitag mit einem "Damoklesschwert" über den Verhandlungen beim Klimagipfel im mexikanischen Cancun verglichen. Chinas Verhandlungsführer Su Wei sagte nun, sein Land verlange in Cancun nicht unbedingt schon "konkrete Zahlen" für die weitere Verringerung des CO2-Ausstoßes durch die Industrieländer. "Wir können darüber im nächsten Jahr diskutieren", sagte er. "Aber es ist sehr wichtig, eine klare Botschaft in die Welt zu schicken, dass das Kyoto-Protokoll fortgeschrieben wird." (APA/AFP)

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18 Postings
Käsebrötchen
 
01
5.12.2010, 12:11

genau, der größte co2 erzeuger china muss sich an die kleineren produzenten von treibhausgasen orientieren
wie monaco,taiwan und singapur.
diese 3 gennanten länder sind in ABSOLUTEN zahlen gsehen nur für einen bruchteil des weltweiten co2 ausstoßes verantwortlich .

Mork vom Ork
00
5.12.2010, 23:29

absolute zahlen sind bei dem Bevölkerungsunterschied aber ein ziemlich skurriler ansatz

Ha Ko
00
5.12.2010, 18:36

China sollte sich ein Beispiel an San Marino nehmen

mazukk
15
5.12.2010, 11:21

der pro-kopf-emission in china ist halb so hoch wie die in österreich. deutschland, die usa oder japan haben einen noch höheren ausstoß.
china für den klimawandel oder sonst etwas der gleichen verantwortlich zu machen, ist das allerletzte und zeigt nur was politik auf dieser welt bedeutet: nämlich dem anderen die schuld zuschieben, sich aus der verantwortung ziehen, weiter ohne eine lösung von problemen "rumzuwurschteln" und sich schön die eigene macht- und prioritätsstellung (auf kosten anderer) sichern.

Hardcoreboson
41
5.12.2010, 15:27
falsche rechnung

sie muessen vergleichen wie viel ein shanghaier oder shenzhemer pro kopf produziert und das mit einen bauern aus sichuan vergleichen.

china selbst ist hier ja sehr inhomogen.

mazukk
01
5.12.2010, 16:50

sie können ihr "falsche rechnung" noch 10 mal posten...
erstens mal würd ich gerne wissen wo es in china eine stadt gibt die HuKou heisst..und wenn es diese stadt wirklich gibt, würde mich interessieren woher sie die info nehmen das die einwohner eine emission wie der durchschnitts us-bürger verursachen. warum trifft der klimawandel china stärker als europa?
sicherlich gibt es in china starke regionale unterschiede, aber solch eine situation hat nicht nur china, und wenn es um länder geht, bezieht man sich eben auf den landesdurchschnitt.
und zum schluss noch: auch in österreich ist die co2-emission sicherlich nicht homogen.

ich glaub einfach die schublade in die sie china gesteckt haben will einfach nicht mehr auf gehen..

joergipoergi
01
5.12.2010, 16:19

Wann waren sie eigentlich das letzte mal in China? Also ich lebe in Peking, und ich kann ihnen sagen, da liegt schon noch eine Welt zwischen Europa und hier.
Ausserdem machen auch sie die falsche Rechnung, wenn schon, dann muss man bitte die Umweltverschmutzung jedes einzelnen Landes der letzten 100 Jahre zusammenrechnen, damit man auf faire Zahlen kommt. Dann wird recht schnell klar, wer Schuld für die Klimaerwärmung ist und Verantwortung übernehmen sollte, oder etwa nicht?

beowulf2
 
01
5.12.2010, 15:47
Dann schnappen sie sich Shanghai und vergleichen sie es mit Wien - wird trotzdem eine niedrigere pro-kopf-emission rauskommen.

Autos, Flug- bzw. Fernreisen etc. sind in der chinesischen Mittelschicht zwar im kommen, aber noch immer weit von unserem Niveau entfernt.

Das China mehr im Bereich Umweltschutz tun muss, und realistisch gesehen die Chinesen aufgrund ihrer Anzahl nicht unseren Lebensstil erreichen können, ohne dass die Welt daran zugrunde geht. Steht nicht zur Diskussion. Es geht hier aber darum, dass die entwickelten westlichen Staaten ihre Verantwortung auf die Schwellenländer abschieben, damit sie selber ihren Lebensstil behalten können.

Finde es interessant, dass sie "China Freund" sich auch hier gegen China positionieren müssen.

Mario23
00
5.12.2010, 11:08
Scherz oder

China ist echt ein Vorreiter in Sachen Klimaschutz, und Kanada/Japan/usw. sind dagegen?

Respekt.

Count Saurüssel
10
5.12.2010, 09:41

Also echt, die Chinesen haben Nerven:

Sich selbst konsequent weigern, sich zu irgendwelchen substantiellen Klimaschutzzielen verpflichten zu lassen, aber von anderen, kleineren Umweltsündern, erwarten, dass sich die freiwillig Fesseln anlegen und ihre Industrien mit zusätzlichen Wettbewerbsnachteilen gegenüber China belasten.

Nein, nein, so geht das sicher nicht. Japan hat völlig recht mit seinem Standpunkt:

Wenn schon eine Fortführung des Kyoto-Protokolls, dann nur, wenn zumindest auch die größten CO2-Emittenten China und USA dabei sind.

fprands
13
5.12.2010, 12:35
China in einen Topf mit den USA zu werfen?

Die alten Industriestaaten waren nun mal die hauptsächlichen Verursacher und haben nach wie vor einen weitaus höheren Pro Kopf CO2-Ausstoss.
Abgesehen davon hat China in den letzten Jahren bemerkenswerte Anstrengungen in Bezug auf Alternativenergien unternommen.
China hat recht mit ihren Forderungen.

Hardcoreboson
11
5.12.2010, 15:31
wie gesagt falsche rechnung

1. chinas osten, ist bereits so entwickelt, das es unter 1te welt faellt. die buerger mit stadt-hukou dessen region halten da pro kopft schon sehr gut mit den US-amerikanern mit.
2. Inner-china oder auch das umland um die grosstaedte im osten, hat den entwicklungsstand von 2ter und 3ter welt. die leute dort produzieren viel viel weniger. das gleicht die 'gesamtbillanz' wieder aus. allerdings macht das deutlich das man vom teil chinas der den entwicklungstand der ersten welt erreicht, hier auch gleiche masstaebe verlangen muss.
3. china selbst leidet massiv unter umweltverschmutzung. der klimawandel wird china selbst auch staerker treffen als europa. es ist damit im eigenen interesse da mal auch selbst was zu machen ...

Count Saurüssel
11
5.12.2010, 14:39

Aha. Dann halten Sie das also für eine vernünftige Lösung, dass sich jene Industrienationen, die für 30 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich sind, einen Mühlstein um den Halsbinden sollen, während die für die restlichen 70 Prozent verantwortlichen Länder, deren Pro-Kopf-Ausstoß rasant zunimmt, so weiter machen wie bisher?

Für den Klimaschutz wäre mit einer solchen Vereinbarung nämlich so gut wie gar nichts gewonnen.

Die westlichen Industrienationen wären schön blöd, sich auf so etwas einzulassen.

flotter denker
32
5.12.2010, 09:23
Ich hoffe, die Industrieländer bleiben stark

Und stellen diesen Schwachsinn der Selbstbeschränkung ab.

fprands
10
5.12.2010, 12:38
Und wer gehört zu den Industrieländern?

China? Indien? Brasilien? Russland? ...

/me
01
5.12.2010, 09:21

"nur noch für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen stehen und China inzwischen der größte Verschmutzer weltweit ist"

Angesichts der Einwohnerzahlen ist das ja auch zu erwarten.

Oder sollte etwa China nicht auf den selben "Standard" wie westliche Länder kommen dürfen, nur weils halt etwas später dran ist?

Hardcoreboson
10
5.12.2010, 15:35
wie gesagt nicht die richtige rechnung.

weil (siehe oben) china selbst ja sehr inhomogen ist.

und auf der momentanen entwicklung wird china auch schon sehr bald pro kopf hier fuehrend sein - und das obwohl nur ca. 1/5 bis 1/4 der chin. bevoelkerung von der momentanen umweltzerstoerung profitiert (soweit man das ueberhaupt sagen kann).

/me
00
5.12.2010, 16:09

Wie China intern den Verbrauch aufteilt ist wohl Sache Chinas Innenpolitik, und nicht unsere.

USA und Europa sind die Per-Kopf gesehenen grössten Verursacher weltweit. Wenn jedes Land soviel CO2 ausstossen würde, hättten wir ein Vielfaches der derzeitigen Emissionen.

Warum also sollten Entwicklungsländer auf Wohlstand und Wachstum verzichten, wenn die westlichen Länder nicht im geringsten mitmachen?

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