Kasachstan bietet sich als Standort an - Warren Buffett steuert zu Startkapital bei
Wien - Staaten mit Atomkraftwerken sollen in Zukunft bei Engpässen
auf einen Pool mit Nuklearbrennstoff zurückgreifen können. Die Mehrheit des
Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) beschloss am
Freitagabend in Wien die Einrichtung einer entsprechenden Brennstoffbank unter
der Kontrolle der UN-Behörde. Kasachstan bot an, die Bank auf seinem Grund und
Boden einzurichten.
Ein Drittel des Startkapitals von 150 Millionen Euro bringt dem Vernehmen
nach der US-Investor Warren Buffett über eine Initiative gegen nukleare
Bedrohung auf. Den Rest übernehmen die USA, die EU, die Arabischen Emirate,
Kuwait und Norwegen.
Stromgewinnung
Die Idee hinter der Bank ist, Ländern Argumente für eine eigene Anreicherung
von Uran zu nehmen und so eine mögliche Weiterverarbeitung zu waffenfähigem
Brennstoff zu verhindern. Uran dient in niedrig angereicherter Form der
Stromgewinnung, hoch angereichert wird es für Atomwaffen gebraucht. Der Iran
hatte beispielsweise im Atomstreit immer behauptet, selbst Uran anreichern zu
müssen, weil das Land sich aus politischen Gründen nicht auf Lieferungen von
anderen Staaten verlassen könne.
Mit der neuen Bank könnten Länder niedrig angereichertes Uran zu Marktpreisen
von der IAEA beziehen. Sie soll aber keine Konkurrenz zum Handel mit
Nuklearbrennstoff auf dem freien Markt darstellen, sondern vielmehr mögliche
Versorgungslücken schließen. Interessenten müssen aber IAEA-Mitglied sein und
ihre Verpflichtungen gegenüber der UN-Behörde voll erfüllen. Staaten wie der
Iran oder Nordkorea, die nur begrenzt oder gar nicht mit den Atom-Inspektoren
zusammenarbeiten, würden als Kunden Probleme bekommen. (APA/dpa)