Barcelona mit 100 Millionen in der Kreide

9. Mai 2003, 10:08
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Interimspräsident Enric Reyna und alle anderen Vorstandsmitglieder haben ihre Ämter niedergelegt

Barcelona - Interimspräsident Enric Reyna und alle anderen Vorstandsmitglieder des FC Barcelona haben ihre Ämter niedergelegt. Bis zur Wahl eines neuen Klubchefs werden die Geschicke des 16-maligen spanischen Fußball-Meisters von einer geschäftsführenden Kommission unter dem Vorsitz des 76 Jahre alten Mathematik-Professors Joan Trayter gelenkt. Das Gremium entschied am Dienstag in seiner ersten Amtshandlung, dass die 105.000 "Barca"-Mitglieder am 15. Juni einen neuen Clubchef wählen sollen.

Ein Haufen Schulden

Reyna hatte vor seinem Rücktritt mitgeteilt, dass der Verein, der bis vor wenigen Jahren einer der reichsten Vereine der Welt war, eine Schuldenlast von fast 100 Millionen Euro angehäuft hat. Allein in dieser Saison machte Barcelona Verluste in Höhe von 55 Millionen Euro. Die Katalanen laufen Gefahr, in der kommenden Spielzeit erstmals seit der Einführung des Europacups in keinem europäischen Wettbewerb vertreten zu sein. Der spanische Top-Klub kann sich maximal noch für den UEFA-Cup qualifizieren.

Gaspart investierte 200 Millionen in Spieler

Der FC Barcelona strebt für die kommende Saison einen Neubeginn und den Aufbau eines neuen Teams an. Reyna plädierte dafür, zum Abbau der Schulden Spieler und Immobilien zu verkaufen. Der Bauunternehmer hatte im Februar den zurückgetretenen Clubchef Joan Gaspart abgelöst, der als einer der Hauptverantwortlichen für die sportliche und finanzielle Krise gilt. Gaspart hatte in zweieinhalb Jahren 200 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, von denen kaum einer bisher die Erwartungen erfüllte.(APA/dpa)

  • Enric Reyna (links) und sein Vorgänger Joan Gaspart.

    Enric Reyna (links) und sein Vorgänger Joan Gaspart.

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