Herold mit neuem Eigentümer

7. Mai 2003, 19:44
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US-Telefonbuchproduzent VIS trennt sich von europäischen Anbietern - Auch die TA gibt ihren 26-Prozent-Anteil an zwei Investmentgruppen ab

Wien - Die Herold Business Data AG, die die österreichischen Telefonbücher und Gelben Seiten veröffentlicht, bekommt neue Eigentümer. Der bisherige Eigentümer des Unternehmens, der amerikanische Telefonbuchherausgeber Verizon Information Services (VIS), gibt seine 74 Prozent an zwei Investmentgruppen ab. Auch die Telekom Austria, die 1997 noch als Post & Telekom Austria (PTA) eingestiegen war, verkauft ihren 26-Prozent-Anteil, gab das Unternehmen am Montagabend bekannt. Käufer sind die beiden auf dem europäischen Telefonbuchmarkt tätigen Investmentgruppen Veronis Suhler Stevenson und 3i.

Stillschweigen zu Kaufpreis

Kaufpreis wurde keiner genannt, laut einem Bericht des "Wirtschaftsblatt" soll der Verkauf mehrerer mitteleuropäischer Adress- und Telefonbuchverlage dem Verkäufer insgesamt rund 300 Mio. Euro einbringen. Die VIS verkauft neben Herold die Telefonbuchanbieter in der Tschechischen Republik, Polen, Ungarn, der Slowakei und Gibraltar.

Die Herausgabe der österreichischen Telefonbücher durch Herold sei ungeachtet des Ausstiegs der TA "vertraglich gesichert", erklärte Herold-Vorstandschef Jon M. Martinsen. Die Veröffentlichung der Nachschlagwerke beruht auf einem 1997 geschlossenen Vertrag ohne zeitliche Beschränkung, der, wie die TA betont, "unangetastet bleibt". Die Telekom begründet ihr Desinvestment mit dem Wunsch, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Käufer ist die britische Venture Capital-Gruppe 3i sowie die US-amerikanische Gruppe Veronis Suhler Stevenson. 3i ist erst vor kurzem in das österreichische Personalberatungsunternehmen Neumann Holding eingestiegen. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte der niederländische Telekom-Konzern seine Telefonbuchtochter an Konsortium um 3i verkauft.

Die nun verkauften bisherigen VIS-Unternehmen sollen in eine Holding eingebracht werden, die ihren Sitz in Österreich haben wird. Herold-Chef Martinsen soll zusätzlich die Leitung der Geschäfte in Ungarn übernehmen.

Herold Business Data gibt Telefonbücher und Gelbe Seiten in gedruckter Form heraus, produziert aber auch CDs und hoch spezialisierte Business-Nachschlagwerke. Im Internet sind alle von Herold erfassten 337.000 österreichischen Unternehmen unter http://www.superpages.at abrufbar. Herold Business Data erzielte im vergangenen Jahr mit 411 Vollzeitbeschäftigten einen Umsatz von 63,5 Mio. Euro. (APA)

  • Verizon Information Services gibt ihren 74-Prozent-Anteil an Herold an zwei Investmentgruppen ab
    foto: herold

    Verizon Information Services gibt ihren 74-Prozent-Anteil an Herold an zwei Investmentgruppen ab

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