Eineinhalb Monate nach dem Verkaufsstart war für die ersten Microsoft-Handys wieder Schluss
Businessinsider hat sich auf die Suche nach den 15 größten IT-Flops des Jahres 2010 gemacht. Fündig wurde man u.a. bei Google, der Konzern lieferte mit Google Wave, Google Buzz, dem Nexus One-Handy und Google TV vier ordentliche Bruchlandungen ab. Keines der Angebot konnte bisher eine großer Nutzerzahl hinter sich vereinigen. Dies gilt auch für „Ping" - dem Facebook-Klon von Apple.
Als Pleite des Jahres 2010 nennt Businessinsider auch den Blackberry Torch und den HP Slate 500, ein von HP und Microsoft als iPad-Alternative gehypter Tablet - der sich kaum mit dem Original von Apple vergleichen lässt.
Eineinhalb Monate nach dem Verkaufsstart war für die ersten Microsoft-Handys wieder Schluss
Den Flop des Jahres lieferte Microsoft ab. Nur eineinhalb Monate nach dem Verkaufsstart war für die ersten Microsoft-Handys auch schon wieder Schluss. Der Software-Konzern stellt alle weiteren Arbeiten an der Kin-Serie ein.
Mit Kin hatte Microsoft erstmals die Hardware eines Handys selbst in die Hand genommen. Die Smartphones mit ihrer Anbindung an soziale Netzwerke sollten vor allem junge Leute ansprechen. Doch die Rechnung ging nicht auf.
Danger
Kin wurde ursprünglich unter dem Codenamen "Project Pink" schon lange vor der Übernahme des Mobile-Spezialisten Danger im Jahr 2008 ins Leben gerufen. Pink war eine Idee des langjährigen Microsoft-Visionärs J Allard und wurde komplett autonom von der Windows Mobile-Schiene umgesetzt. Die Idee war es, ein günstiges Handy zu entwickeln, dass sich auf die Bündelung von Kommunikationskanälen konzentrierte. SMS, Email, soziale Netzwerke - alle persönlichen Informationsströme sollten über ein intelligentes Interface zusammengetragen werden. Losgelöst von Windows Mobile und lange bevor Windows Phone 7 in Sichtweite war, verfolgte J Allards ein innovatives Konzept ohne dabei auf Altlasten Rücksicht nehmen zu müssen. Danger wurde akquiriert, um an diverse für die Umsetzung notwendige Patente im Cloud-Computing-Bereich zu gelangen. Zur Fertigung der Hardware holte man Sharp heran und als exklusiver Mobilfunkanbieter konnte Verizon gewonnen werden, der im Gegenzug günstige Tarifangebote versprach.
Interner Kampf
Doch während J Allards Idee zu Beginn breite Unterstützung fand, wurde der Gegenwind mit dem Aufkommen von Windows Phone 7 (WP7) stärker. Für WP7-Projektleiter Andy Lees, war J Allards Vision ein Dorn im Auge.Den internen Machtkampf entschied schließlich Lees für sich, dem dann auch die Leitung des Kin-Projektes unterstellt wurde. J Allard musste in den Hintergrund rücken, Anfang 2010 trat er letztendlich zusammen mit Robert Bach, dem ehemaligen Chef der Unterhaltungssparte, zur Gänze aus dem Konzern aus.
Unter Lees Aufsicht waren Kins Tage von der ersten Stunde an gezählt. Zuletzt sei es nur noch darum gegangen, den nach hinten verlegten und mit Verizon vereinbarten Liefertermin im Mai 2010 einzuhalten. Durch die Verzögerung zog Verizon die besonders günstig geplanten Tarifpakete zurück und entsagte Kin damit eines der tragenden Verkaufsargumente.
Unfertig
Das Ergebnis war ein unfertiges Produkt, dessen durchaus revolutionäre Idee noch weitaus mehr Feinschliff vertragen hätte. In den Tests der Fachpresse fielen die beiden KIN-Handys auch ob vieler fehlender grundlegender Funktionen - wie einem App-Store - durch. Verizon soll nicht einmal 10.000 Stück verkauft haben. (red)
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