Ex-Präsident soll Demokratenchef 10 Millionen Dollar geboten haben, wenn dieser KP an der Macht hält
Die WikiLeaks-Affäre erreicht Moldau. Vladimir Voronin, der frühere Staatspräsident und Chef der Kommunistischen Partei (KP), soll einem "Cable" zufolge im September 2009 versucht haben, seinen bedeutendsten politischen Gegenspieler zu bestechen, um die KP an der Macht zu halten.
Nach der Parlamentswahl im Juli 2009, aus der ein Bündnis aus Demokraten, Liberalen und anderen Parteien als Sieger hervorging, soll Voronin dem Demokratenchef Marian Lupu zehn Millionen Dollar geboten haben, wenn dieser zusammen mit der KP eine "Mittelinks-Koalition" formt. Zusammen wären Kommunisten (48 Sitze) und Demokraten (13 Sitze) auf die notwendige Dreifünftel-Mehrheit gekommen, die zur Wahl des Staatsoberhaupts nötig ist.
Lupu war erst wenige Monate zuvor von der KP zur Demokratischen Partei gewechselt, deren Vorsitzender er heute ist. Der Deal hätte weiters vorgesehen, Lupu als Staatspräsidenten, die Kommunistin Zineida Greceanii als Ministerpräsidentin und Voronin selbst als Parlamentspräsidenten zu installieren.
Erst habe ihm Voronin bei einem Vieraugengespräch in der Präsidentendatsche fünf Millionen geboten, danach zehn, berichtete Lupu am Tag nach dem Bestechungsversuch dem US-Botschafter in Chisinau. (flon/derStandard.at, 3.12.2010)