UN-Behörde für Anschläge auf Nuklearwissenschaftler mitverantwortlich gemacht
Wien - Der Iran macht die Internationalen Atomenergiebehörde
(IAEA/IAEO) für die Ermordung von Nuklearwissenschaftlern mitverantwortlich. Man
habe den Atominspektoren Zugang zu allen Daten und Namen gewährt, und die
UN-Behörde habe die Identität der Männer nicht geschützt, sagte der iranische
UN-Botschafter Ali Asghar Soltanieh am Donnerstag beim Treffen des
IAEO-Gouverneursrates in Wien.
Am Montag war der iranischer Nuklearexperte Majid Shariari bei einem
Bombenanschlag in Teheran ums Leben gekommen. Bei einer zweiten Attacke wurde
sein Kollege Fereydoun Abbasi verletzt. Abbasi wurde in einer Resolution des
UN-Sicherheitsrats 2007 als hochrangiger Wissenschafter des
Verteidigungsministeriums geführt. Die Hintermänner der Anschläge sind unklar,
der Iran beschuldigt die Geheimdienste der USA oder Israels. Im Jänner war
bereits ein iranischer Atomforscher in Teheran ermordet worden.
Mehrere Festnahmen
Der Iran hat
mehrere Verdächtige wegen der Anschläge festgenommen. Wie viele Menschen verhaftet wurden, sagte
Geheimdienstminister Heidar Moslehi am Donnerstag im staatlichen Fernsehen
nicht. Er beschuldigte die Geheimdienste Israels,
Großbritanniens und der USA, eine Rolle bei den
Bombenanschlägen vom Montag gespielt zu haben.
Die Verhaftungen kamen wenige Tage vor
Gesprächen des iranischen Chefunterhändlers Said Dschalili mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am 6. und 7.
Dezember in Genf. Es sind die ersten Gespräche
dieser Art seit mehr als einem Jahr.Westliche Länder werfen dem Iran vor, unter
dem Deckmantel der Stromerzeugung an Atomwaffen zu
arbeiten. Der Iran bestreitet dies. (APA/dpa)