Wohnmedizin

Falsches Heizen und Lüften verursacht Gesundheitsprobleme

2. Dezember 2010, 15:32

Temperatur konstant zwischen 19 und 21 Grad halten

Im Winter steigt in Wohnungen das Schimmelpilzrisiko enorm an. Schuld daran sind häufig bauliche Mängel. Seltener sind aber auch die Bewohner mit schuld, wenn sich die Schimmelpilze verbreiten. „Gerade dort, wo die Außenwände schlecht isoliert sind und im Winter besonders stark auskühlen, besteht Gefahr", sagt Julia Hurraß, Leiterin der Wohnmedizin am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg. „Die Luftfeuchtigkeit kondensiert auf den Oberflächen, und die Schimmelpilze können sich massenhaft vermehren." Oft bilden sich dann hässliche dunkle Flecken oder gar Flächen. Aber es gibt auch viele Fälle von verdecktem, das heißt unsichtbarem Schimmelpilzwachstum. Bemerkbar machen sich die Pilze häufig durch einen muffigen Geruch. Schimmelpilze sind aber nicht nur hässlich oder stören den Geruchsinn: Schimmel gefährdet die Gesundheit.

Erhöhte Infektanfälligkeit

„Manche Pilzarten sind potente Auslöser von Allergien", warnt Hurraß. Nach neueren Erkenntnissen muss bei Wohnverhältnissen mit Feuchte- und Schimmelproblematik neben der Verstärkung von Asthmasymptomen auch mit einer erhöhten Infektanfälligkeit, beispielsweise für Erkältungskrankheiten, gerechnet werden. Gerade im Winter tragen falsches Lüftungsverhalten und übertriebenes Energiesparen dazu bei, dass sich der Schimmel vermehrt. Viele Menschen drosseln tagsüber die Heizung, um Energie zu sparen, abends werden die Zimmer dann wieder hochgeheizt. Gelüftet wird auch eher selten, man will die Wärme schließlich nicht gleich wieder loswerden. Doch genau das ist falsch.

„Durch Atmung, Schwitzen, Kochen und Duschen befindet sich in der Wohnungsluft viel Feuchtigkeit", erklärt Dr. Julia Hurraß. „Kühlt sich der Raum dann ohne Lüften ab, so schlägt sich die Feuchtigkeit auf die kalten Wände nieder und die Schimmelbildung ist fast vorprogrammiert." Die Expertin rät, die Temperatur in allen Räumen möglichst konstant zwischen 19 und maximal 21 Grad zu halten. Fast noch wichtiger ist regelmäßiges und richtiges Lüften. Gerade die sehr trockene Winterluft kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen und herausbefördern.

Gefährliche Chemikalien

Aber nicht nur Schimmelpilze gefährden jetzt die Gesundheit in den eigenen vier Wänden: „Wenn Räume im Winter stark beheizt und wenig belüftet werden, können Chemikalien verstärkt ausgasen und sich in der Raumluft anreichern", warnt Julia Hurraß. Diese können aus neuen Baustoffen, Einrichtungsgegenständen oder aus Renovierungsarbeiten stammen. Im Winter ist zudem die Luftfeuchtigkeit in vielen Innenräumen zu gering. Durch eine hohe Feinstaubbelastung, die es auch verstärkt in den Wintermonaten gibt, können die Schleimhäute von Augen und oberen Atemwegen gereizt werden. Hier hilft es vor allem, genügend zu trinken. Das Verdunsten von Wasser ist kaum wirksam und es erhöht an kalten Oberflächen das Schimmelrisiko.

„Um das Schimmelrisiko und die Schadstoffkonzentrationen zu minimieren, ist es am effektivsten, mehrmals täglich in allen Räumen die Fenster weit zu öffnen und für fünf Minuten stoßzulüften", rät die Leiterin der Wohnmedizin. Danach müssen die Fenster wieder vollständig geschlossen werden. Die Kaltluft wärmt sich an den warm gebliebenen Oberflächen rasch wieder auf, und unterm Strich geht dabei nur wenig Energie verloren.

Mit der vor zwei Jahren gegründeten Abteilung Wohnmedizin im Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg steht dieser Bereich mit seiner Expertise allen privaten und geschäftlichen Kunden für Beratungen sowie für Messungen und Bewertungen zur Verfügung. „Wir bieten unter anderem eine Beratung von Privatpersonen, Bauherren und Unternehmern zu Fragen einer gesundheitsbezogenen Baustoffauswahl an", erklärt Dr. Hurraß. „Darüber hinaus erstellen wir Innenraumanalysen von Häusern, Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen bei einem Verdacht auf Schadstoffquellen im Innenraum wie beispielsweise bei Schimmelpilzen." (red)

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11 Postings
Dr. Bitter
12
3.12.2010, 13:05

In dem Land wo ich wohne, kennt man das Prinzip des Lüftens überhaupt nicht.
Im Winter hat es möglichst warm in der Wohnung zu sein und im Sommer so kalt wie möglich. Fenster aufreißen bringt dieses Prinzip durcheinander.

Niemand lüftet, und wenn ich über das Thema spreche, wird es als "ausländische Spinnerei" abgetan.

myope
00
5.12.2010, 11:19
Italien?

hanspeter7
00
2.12.2010, 22:17
selten so einen schwachen Artikel gelesen

lemming0815
01
3.12.2010, 10:30

kann ich nur zustimmen,
hatte mir nach der überschrift einiges mehr erwartet

astemp79
12
2.12.2010, 21:48
Richtige Heizung!

Effektiver ist die richtige Heizung - und die heißt Infrarot-Heizung. Im Gegensatz zu den üblichen Heizkörpern ist Infrarotwärme gesund; sie heizt die Luft und die festen Körper und Wände auf; dadurch sinkt vor allem das Risiko feuchter Wände. Zudem ist diese Heizungsart stromsparend.
Infrarotheizungen werden oft in leerstehenden Ferienhäusern und in Kellerräumen verwendet; das ist aber schade, denn sie sind jeder konventionellen Heizung weit überlegen. (Keine PR - sondern Anwender!)

jcMaxwell
01
3.12.2010, 12:45

neuigkeiten für dich: JEDE heizung (auch du) strahlt Infrarotstrahlung ab!

..das nennt sich dann temperaturstrahlung.

ist diese infrarotheizung ein normaler heizstrahler (elektrisch, mit heizwendel)?

TomSim67
00
5.12.2010, 19:53

Aber von Konvektionswärme haben Sie schon gehört?

jcMaxwell
00
5.12.2010, 23:08

schon, warum?

Caroline P.
 
01
2.12.2010, 21:19
Also was jetzt?

Zitat: „Durch Atmung, Schwitzen, Kochen und Duschen befindet sich in der Wohnungsluft viel Feuchtigkeit", erklärt Dr. Julia Hurraß.

Zitat: Im Winter ist zudem die Luftfeuchtigkeit in vielen Innenräumen zu gering.

????

Neutron2
00
3.12.2010, 15:56

ist beides richtig.
Im Sommer gibt es auch viel Feuchtigkeit durch Atmen, Duschen schwitzen (wahrscheinlich sogar mehr) nur da machts nix, weil keine kalten Wände an denen der Dampf kondensieren kann und damit Schimmel fördert.

Durch das viele Stoßlüften wird jetzt die warme, feuchte Luft nach draußen geblasen, und herein kommt die trockene, kalte Winterluft ;)

Profiwichser
00
2.12.2010, 21:50
verschiedene Räume & Nutzungsphasen

denke, daß im Bad und in der Küche, und wo halt grad viel action ist, zuviel H20 entsteht, das man gleich rauslüften sollte.

Im stillen Kämmerlein oder Wohnzimmer hingegen stellt die trockene Heizungsluft oft ein Problem dar.
Wie bei mir, aber ich habe ja aus der Not eine Tugend gemacht …

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