Öffis

Vassilakou strebt Ausdehnung der Wiener Kernzone an

2. Dezember 2010, 11:57

Vassilakou für baldige Ausweitung des Parkpickerls und Volksbefragung zu Lobautunnel

Wien - Im Zuge der vorgesehenen Öffi-Tarifreform will die neue Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou auch die Ausweitung der Kernzone ins niederösterreichische Umland ins Spiel bringen. In den Gesprächen der "Taskforce", die mit Beginn 2011 ihre Arbeit aufnehmen soll, werde das "auf jeden Fall" diskutiert werden.

Außerdem kann sich die Grün-Politikerin neue Ticketvarianten vorstellen, bei denen etwa Kombimodelle für die gemeinsame Benützung von Öffis und Park-and-Ride-Anlagen oder Öffis und Taxis geschaffen werden. Schließlich brauche es bei den Öffis neue Wege.

Die Kernzone (Zone 100) umfasst derzeit "nur" das Wiener Stadtgebiet. In Zukunft könnte dieser Gültigkeitsbereich auch auf die Randgebiete Niederösterreichs ausgeweitet werden. Eingebunden in die Gespräche über die Neugestaltung der Tarife werde demnach auch der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) sein, kündigte Vassilakou an.

Kooperationen mit Niederösterreich

Abgesehen von der Ausweitung der Kernzone strebt die Ressortchefin auch andere Kooperationen mit Niederösterreich an. Denkbar seien auch gemeinsame Investitionen beispielsweise in Stellgaragen entlang der Schnellbahnlinien - soll heißen, dass Wien auch neue Park-and-Ride-Anlagen mitfinanzieren könnte, die sich nicht im Stadtgebiet befinden. "Wo ein gemeinsamer Wille ist, findet sich auch ein Weg", zeigte sich Vassilakou optimistisch.

Ergebnisse der Reform-Arbeitsgruppe soll es laut grüner Verkehrsstadträtin jedenfalls "sehr sehr bald" geben. Man müsse jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, um vor allem Pendler für einen Umstieg auf die Öffis zu motivieren. Allein den Preis für die Jahreskarte der Wiener Linien zu senken, greife da aber zu kurz: "Was eine moderne Stadt braucht, sind kombinierte Tarife." So stünden etwa eine Vielzahl von Park-and-Ride-Anlagen deshalb leer, da sie für die Autofahrer zu teuer seien. "Mein Ziel in den Gesprächen wird es sein, eine Kombination aus Öffi-Jahreskarte und Parkgaragenticket zu einem deutlich günstigeren Preis einzuführen", betonte Vassilakou.

Auto als Auslaufmodell

Die europäischen Großstädte hätten sich längst von der autozentrierten Verkehrspolitik verabschiedet. "Das Auto als heilige Kuh ist für wachsende Teile der Großstädter ein Auslaufmodell", konstatierte die Stadträtin ein generelles verkehrspolitisches Umdenken. Allein die Sanierung der Südosttangente in den kommenden Jahren, eine der Hauptverkehrsachsen für Pendler aus dem Umland, und die erwartbaren, damit einhergehenden Probleme würden vor Augen führen, "wie wichtig es ist, sichere, schnelle und leistbare Öffis auszubauen".

Ausweitung des Parkpickerls

Die Ausweitung des Parkpickerls will Vassilakou noch im ersten Jahr als neue Wiener Verkehrsstadträtin angehen. Schließlich gebe es diesbezüglich bereits Wünsche diverser Bezirke. "Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, das Parkpickerl auf den gesamten Wiener Raum auszudehnen", ließ sie im APA-Interview wissen. Es sei ihre Rolle, hier Überzeugungs- und Unterstützungsarbeit zu leisten. Schließlich müssten die Bezirke selbst die Entscheidung treffen, ob sie eine Ausweitung des Pickerls wünschen.

In Sachen Bau des umstrittenen Lobautunnels sprach sich Vassilakou für eine Volksbefraung aus. "Der richtige Weg aus dem Dilemma ist eine Volksbefragung." Sollten die Wiener tatsächlich für das Projekt votieren, "dann soll auch gebaut werden". Ihre Kritik an der Untertunnelung des Naturschutzgebietes bleibe jedenfalls aufrecht - und: "Die Grünen werden wie die Löwen um die öffentliche Meinung kämpfen." (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 187
1 2 3 4 5
österix
00
24.1.2011, 19:03
Hat schnell von den Roten gelernt,

wie man Wiener, im besonderen Autofahrer abkassiert.

living reef
01
4.12.2010, 09:50
der pröll soll gefälligst

die p&r anlagen in niederösterreich aus dem jnö-budget finanzieren. es kann nicht sein, dass wien nunmehr für die jahrzehntelangen versäumnisse des nö-prinzregenten die geldtasche aufmacht.

kurto wendt
11
4.12.2010, 03:13
es gibt vieles was mglich ist

auf meiner usa-reise hab ich erstaunliches festgestellt: in allen bussen in new york, san diego und san francisco ist es selbstverständlich, dass rollstuhlfahrerInnen mitfahren können, das fahrräder mmitgeführt werden können, dass es 1, 2, 3, 7 tagestickets gibt, das die ansagen in san francisco dreisprachig, englisch, spanisch, chinesisch sind und sich die betriebe bedanken, dass man mit ihnen fährt. die usa ist kein musterland aber wien hat verdammt viel zu tun, um den herrschaftscharakter und den rassismus (bettelansagen) raus und den servicecharakter rein kriegt. dreisprachige ansagen und dankeschön geht gleich, tarifmodel in wochen, fahrradträger und rollstuhlrampen in 2 jahren. die uhr läuft.

Andrea Eccolo
21
3.12.2010, 16:41

wer zahlt`s?
die grünen?

znut78
01
10.12.2010, 16:58
gegenfrage

wer zahlt momentan die straßen?

x12r13
51
3.12.2010, 13:19
Qualifizierbarkeit

"Die Kernzone (Zone 100) umfasst derzeit "nur" das Wiener Stadtgebiet. In Zukunft könnte dieser Gültigkeitsbereich auch auf die Randgebiete Niederösterreichs ausgeweitet werden."
Gibts eine Karte mit der geplanten Zonenausweitung oder handelt es sich um warme feuchte Luft?
"Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, das Parkpickerl auf den gesamten Wiener Raum auszudehnen"
Warum ist das wünschenswert? Welchen Nutzen hat der Durchschnittswiener davon?
Danke Frau Geld-kassieren-und-nichts-produktives-Leisten-Vassilakou

znut78
01
10.12.2010, 16:56
der nutzen des wieners?

ganz einfach:
weniger pendlerautos, die den wiener öffentlichen raum zustellen.
denn die wiener haben einen riesen wettbewerbsvorteil gegenüber den NÖ:
wien hat eine infrasrtuktur, in der man auch ohne auto leben kann (es gilt sogar: je weniger autos, umso besser leben kann)
und diesen vorteil gilt es voll auszunutzen, denn im moment zahlen die wiener drauf (feinstaub, abgase. lärm,...)
das mag zwar alles ein wenig wie rechtes "andere-raus!" gewäsch klingen, aber es gibt einen riesenunterschied: alle, die die wiener infrastr.-vorteile genießen wollen, können gerne hierherziehen und teilhaben.

A Binkale
40
3.12.2010, 11:46
Die einzigen, die wirklich etwas

von der Ausdehnung der Kurzparkzonen auf die Außenbezirke haben werden, werden die vielen zusätzlichen Parksheriffs sein, die man für die Kontolle der Parkplätze einstellen wird müsssen. Da können die Grünen ein paar Langzeitarbeitslosen Fixarbeitsplätze anbieten. Auch ein schöner Nebeneffekt. Knoflacher wird seine Freude an den Vorhaben der Grünen haben. Die Vision von einer autofreien Stadt wird damit langsam Wirklichkeit. Das wird der alte Autohasser noch erleben.

Lux Perpetua
30
3.12.2010, 13:41
Da können die Grünen ein paar Langzeitarbeitslosen Fixarbeitsplätze anbieten

Dann dürfen sie aber nicht wieder so faule, unmotivierte Heinis einstellen, die für keinen anderen Job (außer Wastewatcher) mehr in Frage kommen!

Sobald der erste Schnee fällt, braucht man nur einen Parkschein fahrbahnseitig auf die Konsole legen, und schon bleibt man unbehelligt - auch wenn's der Parkschein von letztem Jahr war!

Insulaner1
01
3.12.2010, 13:36
wobei

ich kenn gar nicht sowenige Pendler die zahlen lieber Tag für Tag Kurzparkzone als auf die Öffis umzusteigen.

Insulaner1
22
3.12.2010, 09:50
Nochmals

die Frage ob man mit dem Auto oder den Öffis ins Büro fährt ist keine Frage des Geldes! Zumindest sicher nicht für 80 Prozent der Autofahrer. Das einzige was zählt, wie SCHNELL komme ich von A nach B. Und da ist nunmal in vielen Fällen das Auto der Sieger.

znut78
00
10.12.2010, 17:02
das auto ist nicht in allen fällen der sieger!

zum beispiel nicht:
während stoßzeiten. aber genau um diese zeiten geht es doch andauernd, oder? schneller zur arbeit kommen, schneller die kinder in die schule brigne/ von dort abholen. alles in den stoßzeiten. alles mit autostau, der im schlechtesten fall sogar die öffis behindert.

und vl ist auch das auto der sieger, weil so unglaublich viel in die autoinfrastruktur gesteckt wird! rund ein viertel aller bezirksbudgets rinnt in den bereich "straßen" (auf landesebene ist es komplizierter, die schlüsseln das nicht so nett auf)

KuKi Basser
02
3.12.2010, 13:04

Na gut, dann also doch Tempo 30 in ganz Wien.

living reef
02
4.12.2010, 09:53
durchschnittsgeschwindigkeit im individualverkehr liegt in wienbei ca. 25 km/h

öffies sind da durchaus ebenbürtig. in spitzenzeiten nähert sich die durchschnittsgeschwindigkeit des individualverkehrs an den stadteinfahrten und der tangente gegen null!

Insulaner1
20
3.12.2010, 13:36
wenn

es so kontrolliert wird wie bisher ist es mir egal. Sprich sie brauchen 2000 Polizisten zusätzlich nur um Tempo 30 zu kontrollieren.

Hudri Wudri
00
3.12.2010, 10:46
Leider leider ja

kerihuelo
00
3.12.2010, 09:36

an einem tag wie heute macht es unglaublich viel spaß mit dem rad zu fahren. so langsam und vorsichtig fahren die autos sonst nie.

mir hat heute sogar ein ängstlicher autofahrer freundlich winkend vorrang gegeben :=)

(heite wieder etwas gelernt: im ungeräumten tiefschnee fährt es sich sicherer als auf der geräumten und dadurch glatten seite des radweges)

Insulaner1
00
3.12.2010, 11:16
zumindest

schon ein kleiner Vorgeschmack darauf wie es ausschauen wird wenn flächendeckend Tempo 30 kommt ;)

DschiEm
00
3.12.2010, 11:35

sicher nicht

Noussom Dakkor
00
3.12.2010, 09:51

und was hat das mit dem artikel zu tun?

kerihuelo
00
3.12.2010, 11:21

was hat ihr beitrag mit dem artikel zu tun? ;=)

Noussom Dakkor
00
3.12.2010, 13:27

Schmäh ole.

E Weiser
17
3.12.2010, 08:50

Wieder ein ausgezeichneter Vorschlag!
Die Grünen bringen anscheinend wirklich Leben in die Wiener Verkehrspolitik.
Man kann nur hoffen, dass zumindest ein Teil davon umgesetzt wird .... :-)

DschiEm
51
3.12.2010, 11:36

Bei flächendeckender Parkpickerlbewirtschaftung, gehören die Grünen mit naßen Fetzen davon gejagt.

mangart
33
2.12.2010, 20:19
Alle auf Öffis umsteigen?

Hat sich schon mal jemand hier überlegt, was es bedeuten würde, wenn sagen wir 40% des Individualverkehrs auf die Öffis umsteigen würden? In den Hauptverkehrszeiten sind vorallem Busse und Strassenbahnen jetzt schon völlig überlastet. Ein massiver Ausbau des öffentlichen Verkehrs müßte mitangedacht werden, davon hört man aber nichts.

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