Vassilakou für baldige Ausweitung des Parkpickerls und Volksbefragung zu Lobautunnel
Wien - Im Zuge der vorgesehenen Öffi-Tarifreform will die neue Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou auch die Ausweitung der Kernzone ins niederösterreichische Umland ins Spiel bringen. In den Gesprächen der "Taskforce", die mit Beginn 2011 ihre Arbeit aufnehmen soll, werde das "auf jeden Fall" diskutiert werden.
Außerdem kann sich die Grün-Politikerin neue Ticketvarianten vorstellen, bei denen etwa Kombimodelle für die gemeinsame Benützung von Öffis und Park-and-Ride-Anlagen oder Öffis und Taxis geschaffen werden. Schließlich brauche es bei den Öffis neue Wege.
Die Kernzone (Zone 100) umfasst derzeit "nur" das Wiener Stadtgebiet. In Zukunft könnte dieser Gültigkeitsbereich auch auf die Randgebiete Niederösterreichs ausgeweitet werden. Eingebunden in die Gespräche über die Neugestaltung der Tarife werde demnach auch der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) sein, kündigte Vassilakou an.
Kooperationen mit Niederösterreich
Abgesehen von der Ausweitung der Kernzone strebt die Ressortchefin auch andere Kooperationen mit Niederösterreich an. Denkbar seien auch gemeinsame Investitionen beispielsweise in Stellgaragen entlang der Schnellbahnlinien - soll heißen, dass Wien auch neue Park-and-Ride-Anlagen mitfinanzieren könnte, die sich nicht im Stadtgebiet befinden. "Wo ein gemeinsamer Wille ist, findet sich auch ein Weg", zeigte sich Vassilakou optimistisch.
Ergebnisse der Reform-Arbeitsgruppe soll es laut grüner Verkehrsstadträtin jedenfalls "sehr sehr bald" geben. Man müsse jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, um vor allem Pendler für einen Umstieg auf die Öffis zu motivieren. Allein den Preis für die Jahreskarte der Wiener Linien zu senken, greife da aber zu kurz: "Was eine moderne Stadt braucht, sind kombinierte Tarife." So stünden etwa eine Vielzahl von Park-and-Ride-Anlagen deshalb leer, da sie für die Autofahrer zu teuer seien. "Mein Ziel in den Gesprächen wird es sein, eine Kombination aus Öffi-Jahreskarte und Parkgaragenticket zu einem deutlich günstigeren Preis einzuführen", betonte Vassilakou.
Auto als Auslaufmodell
Die europäischen Großstädte hätten sich längst von der autozentrierten Verkehrspolitik verabschiedet. "Das Auto als heilige Kuh ist für wachsende Teile der Großstädter ein Auslaufmodell", konstatierte die Stadträtin ein generelles verkehrspolitisches Umdenken. Allein die Sanierung der Südosttangente in den kommenden Jahren, eine der Hauptverkehrsachsen für Pendler aus dem Umland, und die erwartbaren, damit einhergehenden Probleme würden vor Augen führen, "wie wichtig es ist, sichere, schnelle und leistbare Öffis auszubauen".
Ausweitung des Parkpickerls
Die Ausweitung des
Parkpickerls will Vassilakou noch im ersten Jahr als neue Wiener Verkehrsstadträtin
angehen. Schließlich gebe es diesbezüglich bereits Wünsche diverser
Bezirke. "Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, das Parkpickerl
auf den gesamten Wiener Raum auszudehnen", ließ sie im APA-Interview
wissen. Es sei ihre Rolle, hier Überzeugungs- und
Unterstützungsarbeit zu leisten. Schließlich müssten die Bezirke
selbst die Entscheidung treffen, ob sie eine Ausweitung des Pickerls
wünschen.
In Sachen Bau des umstrittenen
Lobautunnels sprach sich Vassilakou für eine Volksbefraung aus. "Der richtige Weg aus dem Dilemma ist eine
Volksbefragung."
Sollten die Wiener tatsächlich für das Projekt votieren, "dann soll
auch gebaut werden". Ihre Kritik an der Untertunnelung des
Naturschutzgebietes bleibe jedenfalls aufrecht - und: "Die Grünen
werden wie die Löwen um die öffentliche Meinung kämpfen." (APA/red)