Scheidender Präsident Brasiliens: Treffen nicht hochrangig besetzt
Brasilia - Die UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún
wird nach Einschätzung des scheidenden brasilianischen Präsidenten
Luiz Inacio Lula da Silva kein Ergebnis bringen. Das Treffen sei
nicht hochrangig besetzt und werde daher "zu nichts führen", sagte
Lula am Mittwoch in Brasilia. Seine Regierung verkündete Fortschritte
beim Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasgebiet.
"Kein großer Staatschef geht dort hin, bestenfalls
Umweltminister", sagte Lula mit Blick auf die Teilnehmer der seit
Montag tagenden Klimakonferenz. "Wir wissen nicht einmal, ob
Außenminister hingehen. Also wird es keine Fortschritte geben." Lula
selbst hatte vergangene Woche entschieden, nicht nach Cancun zu
reisen.
Die Ankündigungen für den Kampf gegen die Entwaldung in
Lateinamerika nannte Lula "nebulös". Beim UN-Klimagipfel in
Kopenhagen im vergangenen Jahr habe er die wohlhabenden Staaten
gebeten, die Kosten für die Bewahrung der Wälder zu tragen. Damit sei
er aber auf Unwillen gestoßen. Brasilien werde aber an seinem Ziel
festhalten, im Laufe des kommenden Jahrzehnts die Zerstörung des
Regenwaldes im Amazonasgebiet um 80 Prozent zu reduzieren und seine
Treibhausgasemissionen um 39 Prozent zu senken.
Wie die brasilianische Regierung am Mittwoch mitteilte, wurden
zwischen August vergangenen und Juli diesen Jahres 6.451
Quadratkilometer des Regenwaldes zerstört. Dies seien 14 Prozent
weniger als im Vorjahreszeitraum und der geringste Wert seit Beginn
der Messungen. Allerdings lag die Entwaldung damit immer noch
deutlich über dem Ziel der Regierung, sie auf 5.000 Quadratkilometer
zu begrenzen.
"Dies ist die geringste Entwaldung in der Geschichte des
Amazonas.
Diese Zahlen sind phantastisch", sagte Brasiliens Umweltministerin
Izabella Teixeira. Das Abholzen und Abbrennen des Regenwalds im
Amazonasgebiet ist verantwortlich für 20 Prozent der globalen
CO2-Emissionen. Damit ist Brasilien weltweit der viertgrößte
Verursacher von Treibhausgasen. Bis zum Freitag kommender Woche
verhandeln bei der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancun
Abgesandte aus mehr als 190 Staaten über Maßnahmen gegen den
Klimawandel. (APA)