Methylquecksilber

Verbreitetes Umweltgift erhöht Rate homosexueller Brutpaare

1. Dezember 2010, 18:04

Forscher führten Experiment mit Schneesichlern durch

London - Homosexualität ist unter Vögeln ebensoweit verbreitet wie unter Säugetieren - und kommt in den unterschiedlichsten Varianten vor. Vor einigen Jahren wurde bei der Untersuchung einer Kolonie von Laysanalbatrossen (Phoebastria immutabilis) in Hawaii festgestellt, dass fast ein Drittel der Brutpaare aus zwei Weibchen bestand. Da Männchen in dieser Kolonie in der Minderzahl waren, sah dies nach einer kurzfristigen Notlösung derjenigen Weibchen aus, die in einer Saison leer ausgegangen waren - doch stellte sich heraus, dass viele dieser Weibchen in festen, über mehrere Jahre reichenden Partnerschaften lebten.

Ähnliches ist von einer Reihe weiterer Vogelspezies bekannt, seien es nun weibliche oder männliche Brutpaare. Ein gänzlicher anderer Wirkungszusammenhang wurde nun beim Schneesichler (Eudocimus albus), einem Ibisvogel, festgestellt: Hier spielt offenbar auch das Umweltgift Methylquecksilber, welches das Nervensystem und in höherer Konzentration auch die inneren Organe angreift, eine Rolle. Bei Vögeln, die experimentell über Jahre hinweg Methylquecksilber ausgesetzt wurden, kam es zu einer merklichen Zunahme von rein männlichen Brutpaaren, wie Forscher aus den USA und Sri Lanka in den "Proceedings B" der britischen Royal Society berichten. 

Experiment rekonstruiert Umweltbedingungen

Peter Frederick und Nilmini Jayasena von der Universität von Florida in Gainesville hatten Schneesichler gefangen und in großen Volieren mehr als drei Jahre mit Futter gefüttert, das mit Methylquecksilber versetzt war. Die Konzentrationen in den drei Versuchsgruppen entsprachen Dosierungen, wie sie auch in freier Wildbahn vorkommen - denn Methylquecksilber ist in der Natur leider weit verbreitet und reichert sich in Fischen, einer der Hauptnahrungsquellen der Vögel, an. Eine vierte Gruppe von Vögeln bekam schadstofffreies Futter.

Es zeigte sich, dass es in den einzelnen Kolonien mit steigender Quecksilberdosis mehr Männerpaare gab, ihr Anteil betrug bis zu 55 Prozent. Von einer solchen Auswirkung des Methylquecksilbers sei bisher nicht berichtet worden, schreiben die Forscher. In einer Kolonie wildlebender Schneesichler, die nur sehr geringen Quecksilber-Dosen ausgesetzt sei, sei über vier Brutsaisonen hinweg kein einziges homosexuelles Paar beobachtet worden.

In den drei Versuchsgruppen gab es auch insgesamt weniger Nester mit Eiern als in der Kontrollgruppe. Dies lag aber nicht allein an der Bildung homosexueller Paare, sondern auch daran, dass die heterosexuellen Paare weniger Junge bekamen. Die Forscher berichten weiter, dass die männlichen Tiere der Versuchsgruppen neben einem geringeren Aggressionslevel ein verändertes Paarungsverhalten an den Tag legten und damit insgesamt weniger weibliche Tiere anzogen. (APA/red)

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Klugscheisser, der 3.
72
2.12.2010, 22:50
Wenn diese perversen Vögel eine katholische Kirche hätten,

dann würden sie sich wenigsten schämen!

Und vielleicht macht das MethHg sie einfach so beduselt, dass es ihnen egal ist mit wem sie ins Nest steigen, Hauptsache es kracht?

Aber mal ehrlich, ist das ein neuer Versuch Homosexualität als Krankheit und geistig-moralische Verwirrung zu brandmarken?

Ich finde es ja schon interessant wie Leute, ohne sich damit auszukennen, kategorisch 50% ihrer potentiellen Sexualpartner ausschließen. Bei Homos kann man ja wenigstens davon ausgehen, dass sie mal von der Alternative probiert haben.
Aber diese laut wetternden Heteros sind mir immer suspekt.

relatio subsistens
01
2.12.2010, 23:11

Vergiftung?

dabu dabu
01
2.12.2010, 18:21
Homophobie statt Ökologie

Also machen Hai und Tunfisch homosexuell weil sie so stark mit Methylquecksilber belastet sind? Vielleicht auch uns Menschen?
Denkt dran Leute, wenn ihr wieder mal gewissenlos ein Thunfischsandwich esst! Vielleicht hilft Homophobie den fast ausgerotteten Fischen mehr als Öko-Ansprachen? Mir wäre nicht einmal dieses Mittel zu blöd um jemanden vom Verzehr dieser Fische abzuhalten...

LCD
00
2.12.2010, 17:24
Bedeutet HOMO nicht "Mensch"? Homo Sapiens, Homo Erectus,...

In diesem Fall muss für die "Vögeln" eine neue Bezeichnung her. Gleichgeschlechtlich passt schon...

Ich esse übrigens auch Fisch, aber trotz aller bemühungen bin ich noch immer nicht homosexuell geworden, habe aber dafür ständig Migräneanfälle.

Klugscheisser, der 3.
01
2.12.2010, 22:42
ach herrje...

Homo- ist die Vorsilbe für Fachausdrücke mit der Bedeutung „gleich“.
Also nicht menschgeschlechtlich, sondern gleichgeschlechtlich.

kopfsalat
25
2.12.2010, 15:47
immer mehr singles, frauen kriegen wenn ueberhaupt, dann spaet und wenige kinder.

und keiner kommt auf die idee, dass das vielleicht etwas mit unserer "haltung" zu tun habe koennte.

unter diesem gesichtspunkt besteht kein relevanter unterschied zwischen single und homosexuell verpaart, wodurch man sich die suche nach dem ursprung der homosexualitaet sparen kann.

man sollte sich vielmehr auf die suche nach der ursache fuer die kinderarmut machen.

wuerde man bei jeder tierpopulation machen, egal ob freilebend oder im zoo - wenn sie keine kinder mehr machen wollen, weiss man, dass was falsch laeuft. oder wenns nix mehr essen. liegt ja auf der hand.

ein bisserl den herdenkupel besteigen, heisst noch gar nichts. problematisch is erst, wenn die weibchen nicht mehr bestiegen werden.

Harald Schoenknecht
00
3.12.2010, 15:40

Da braucht man nicht lange suchen... man braucht sich nur in Umfragen ansehen, was den Menschen wertvoll ist. Wenn der Mensch selbst als Ware wahrgenommen wird - wie es in entwickelten Kapitalistischen Regionen der Fall ist - dann wird der "Mehrwert" der Ware Mensch angestrebt. Ein Kind senkt den "Mehrwert" auf vielen Ebenen... der Wurm ist in der Anwendung von Kapitalismus auf soziale Systeme... so wie auch der Darwinismus auf soziale Systeme angewand Selbstmord ist...

Aber auch das ist irgendwie Menschlich... wenn man einen Hammer hat sehen alle Probleme wie Naegel aus 8-/

Ein anderer Grund - vor allem im ehem. Ostblock - sind mangelnde Zukunftsaussichten. Wenn man kein Ziel hat, wozu Kinder?

PeAcE

LostinSpacetime
01
3.12.2010, 13:55
Die Ursache für Kinderarmut?

Typisches Beispiel für "den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen". Das ist aber auch kein Wunder bei fast 7 Milliarden Bäumen.

Harald Schoenknecht
00
3.12.2010, 15:41

Ja... aber nicht in den entwickelten Laendern... warum?

Ich hab' eh keine Angst das die Menschen aussterben...

PeAcE

LostinSpacetime
00
3.12.2010, 23:04

Dann würde ich mir mal eine Karte mit der Bevölkerungsdichte anschauen.
http://www.mapsharing.org/MS-maps/m... nsity.html

Tethys
03
3.12.2010, 10:25

Singles und Homosexuelle haben demnach keine Kinder?

Wo leben Sie bitte?

Harald Schoenknecht
01
3.12.2010, 15:44

Singles die Kinder haben tun den Kindern nicht umbedingt etwas Gutes an... meiner Meinung nach.
(Ist ein bischen schwierig alle Aspekte des Mensch-seins - also Maskulines und Feminines - abzudecken, als einzelne Person (wobei ich jetzt nicht behaupte das nur Maenner den Maskulinen Teil abdecken koennen...)). Ich hoere immer wieder von Kindern aus Single-Familien das sie sich ausserhalb der Familie (im Fall von Single-Muettern) Maennliche Vorbilder gesucht haben... wenn sie welche finden.

PeAcE

sovereignty
00
4.12.2010, 18:14
Da sind wir beim wesentlichen Punkt ...

... denn wer sagt, dass die allein erziehende Mutter, der allein erziehende Vater, oder das gleichgeschlechtliche Paar sowohl männliche und weibliche Rollenbilder schaffen muss.

Bei einer normalen Erziehung (sprich ohne Wegsperren, etc.) kann man davon ausgehen, dass das Kind in ein größeres soziales Netz eingebettet ist, in dem es bestimmt Rollenbilder für beide Geschlechtsstereotypen findet.

Darüber hinaus muss man sich auch fragen ob das Vermitteln dieser Rollenbilder eine conditio sine qua non sind? Und was überhaupt unter weiblich und männlich zu verstehen ist (und richtig, eine Person kann auch von beidem etwas haben)

LostinSpacetime
00
2.12.2010, 21:19
"man sollte sich vielmehr auf die suche nach der ursache fuer die kinderarmut machen"

7000000000

Harald Schoenknecht
00
3.12.2010, 15:45

... aber schon ein bischen ungleich aufgeteilt, auf dieser Welt... und wie in allen Systemen erzeugt ein einseitiger Druck eine Ausgleichsbewegung (Immigration), gegen die wir uns im Moment ziemlich heftig wehren... mit all den bekannten Folgen. Aber das fuehrt jetzt vom Thema weg...

PeAcE

relatio subsistens
10
2.12.2010, 15:35
Homosexualität: "Darwin'sches Paradox"

Mich würde ja interessieren, ob, und wenn ja, welchen Selektionsvorteil Homosexualität in der Evolution mit sich bringt. Geht es darum, dass die Evolution gewissen Individuen, die Fortpflanzung sozusagen verbietet?

Wenn ich die darwinistische Evolutionstheorie akzeptiere (und das tue ich) und weiß, dass das genetisch bedingte Verhalten durch Selektionsvorteile bestimmt wird, dann stellt sich die Frage, warum Homosexualität, die keine Selektionsvorteile bzw. anderweitige reproduktiven Vorteile mit sich bringt, von der Natur zugelassen wird. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Natur gewisse Individuen aus dem Reproduktionsprozess ausschließt.

Warum ist Homosexualität dann aber nicht längst ausgestorben?

Harald Schoenknecht
00
3.12.2010, 15:48

Ich bin jetzt kein Experte auf dem Gebiet... aber ich denk' mir das Sexualitaet recht gut gegen (jede Art von) Druck wirkt (siehe Bonobos), und deshalb ein Druck-Ausgleich im Fall das keine Gegengeschlechtlichen Partner zur Verfuegung stehen ein Vorteil sein kann... oder?

PeAcE

samuel kant
02
2.12.2010, 16:52

evolution ist nicht gerichtet.
oder "shit happens".
das heißt es gibt einfach individuen, die sich nicht an der reproduktion beteiligen, egal ob aus vorliebe oder physischer unfähigkeit.

nur die wenigsten eigenschaften bringen einen selektionsvorteil.

relatio subsistens
00
2.12.2010, 17:22

Aber die Art von Individuen, die eine genetische Disposition hat, sich nicht zu reproduzieren,, müsste dann doch "wegselektioniert" sein, weil sie dieses Merkmal nicht weitervererben konnte. Oder?

sovereignty
02
2.12.2010, 20:38
Falschverstandene Evolutionstheorie

Ein Gen kann bei einem Individuum einen Fitness-Nachteil bringen (zB. weniger/keine Fortpflanzung durch andere sexuelle Orientierung), bei einem anderen Individuum mit dem selben Gen einen Selektionsvorteil oder sich neutral verhalten.

Einerseits gibt es Hinweise, dass zB. Gene, die eine gleichgeschlechtliche Orientierung bei Männern begünstigen, bei weiblichen Verwandten zu einer höheren Fruchtbarkeit führen ... so kann das Gen "überleben" ... das ist nur ein möglicher Mechanismus, es gibt vermutlich mehrere.
Andererseits ist die Sexuelle Orientierung ja eine multifaktorielle Geschichte, an der vermutlich etliche Gene und Umweltfaktoren beteiligt sind - das einzelne Gen in anderer Konstellation hat wieder andere Effekte.

relatio subsistens
00
2.12.2010, 23:14

Können Sie erklären, inwieweit es plausibel sein könnte, dass weibliche Verwandte von Homosexuellen eine höhere Reproduktionsrate haben?

In Bezug auf die Multifaktorialität gebe ich Ihnen natürlich recht. Aber das erklärt das "darwin'sche Paradox" auch nicht.

sovereignty
02
3.12.2010, 00:42

Naja, das ein und dasselbe Gen (oder auch mehrere) bei Männern die Wahrscheinlichkeit zur Homosexualität erhöhen, während es bei Frauen die Fruchtbarkeit erhöht ... so kann sich ein Gen in der Population durch die Frauen verbreiten, auch wenn es die Reproduktion mancher Männer dann mindert.
Hier gibt es Studien, die darauf hinweisen (Camperio-Ciani et al.)

Man kann sich nun vorstellen, dass es mehrere Gene geben könnte, die einerseits Homosexualität begünstigen, andererseits auch zB. im anderen Geschlecht wie am Beispiel oben, oder in einer anderen Gen-Umweltkonstellation (daher habe ich die multifaktorielle Natur miteingebracht) einen Fitness-Vorteil ergeben.

Rigglerobber
03
2.12.2010, 16:16
umgekehrt gedacht:

Homosexualität ist zumindest kein Selektionsnachteil, denn eine Tierpopulation, die hin und wieder ein homosexuelles Exemplar hervorbringt, hat dadurch als Gruppe insofern keinen Nachteil, als dieses Exemplar ja trotzdem zum Überleben der Gruppe beiträgt (durch Brutpflege usw.)

Wenn man das nur durch die Brille Darwins sieht, würde das aber voraussetzen, dass Homosexualität rein genetisch ist - wahrscheinlich ist sie aber eher multifaktoriell bedingt.

dolly parton
00
2.12.2010, 15:53

vielleicht könnte es ein mechanismus sein, der nicht nur bei einer bestimmten "defekt-kaskade" aktiviert wird, sondern sozusagen ein "immerfunktionierender ausweg". mutationen gibt es ständig, mit sofortigen klinischen auswirkungen oder ohne. in jeder zelle, in jedem DNA Strang. da is man nie mit allen möglichkeiten "durch". außerdem wäre die homosexualität dann nicht der auslösende faktor der sich selbst limitiert, sondern die limitierungsstrategie für alle möglichen anderen potentiellen defekte.
is nur so dahingedacht...

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