Trichet

Euro-Zone wackelt trotz Schuldenkrise nicht

30. November 2010, 19:53

ein Pleiteszenario für große spanische Banken hält der EZB-Chef für unrealistisch

Brüssel - EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht die Existenz der Euro-Zone trotz der akuten Schuldenkrise nicht bedroht. "Manche Kritiker neigen offenbar dazu, die Entschlossenheit der Regierungen zu unterschätzen", sagte Trichet am Dienstag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. Dies gelte auch für die Beurteilung der Tatkraft der Eurogruppe und des Rats der Europäischen Union.

"Nach meinen Erkenntnissen kann man die Stabilität der Euro-Zone nicht ernsthaft in Frage stellen", betonte Trichet. Allerdings gebe es derzeit ein Problem, räumte der oberste Hüter des Euro vor den Parlamentariern ein. "Wir gehen durch sehr, sehr schwere Zeiten."

Die beiden von Europa und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geretteten Staaten Griechenland und Irland seien trotz Schwierigkeiten beim wirtschaftlichen Anpassungsprozess weiter zahlungsfähig. Mit Blick auf den spanischen Bankensektor gebe es keinen Grund, allzu düstere Szenarien zu zeichnen. "Ich glaube nicht, dass die Arbeitshypothese angemessen ist, dass große spanische Banken Pleite gehen könnten." Auf das unter einer hohen Schuldenlast ächzende Belgien angesprochen, sagte Trichet: "Wir beobachten, was sich in allen Ländern tut."

Zuletzt waren in der Schuldenkrise an den Märkten verstärkt Portugal und Spanien ins Visier genommen worden. Immer häufiger wird zudem mit Belgien ein weiterer Wackelkandidat genannt. Das Land hat in den vergangenen Jahren einen Schuldenberg angehäuft, der fast so groß ist wie seine jährliche Wirtschaftsleistung.

Wenige Tage vor der am Donnerstag anstehenden Zinssitzung der EZB ließ sich Trichet bei seinem Auftritt vor den Parlamentariern jedoch nicht in die geldpolitischen Karten blicken. "Ich darf gemäß den Regeln den anstehenden Entscheidungen des EZB-Rats nicht vorgreifen", betonte der EZB-Chef. Allerdings seien unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen in Zeiten gerechtfertigt, in denen das ordentliche Funktionieren der Märkte beeinträchtigt sei. Das umstrittene Ankaufprogramm für Staatsanleihen von Euro-Ländern laufe weiter, betonte Trichet. Insbesondere Bundesbankpräsident Axel Weber hatte das mittlerweile auf 67 Milliarden Euro angewachsene Programm kritisiert und vor erheblichen stabilitätspolitischen Risiken gewarnt. Die EZB war auf dem Höhepunkt der Irlandkrise in der vergangenen Woche jedoch wieder verstärkt am europäischen Markt für Staatsanleihen aktiv geworden. Sie hat in der Vorwoche Staatspapiere im Gegenwert von 1,348 Milliarden Euro gekauft - gut doppelt so viel wie in der vorangegangenen Woche (713 Millionen Euro). Die EZB gibt keine Auskunft darüber, aus welchem Land die Anleihen, die sie erwirbt, stammen. Trichet betonte vor den Parlamentariern, es sei derzeit nicht klug, weitere Informationen zu den Ankäufen zu geben. (APA/Reuters)

Kommentar posten
20 Postings
sljudanka
00
2.12.2010, 22:28
Der Euro wurde von den Franzosen erfunden, um die deutsche Vormacht in Kontinental-EUropa zu brechen; Mitterand war wie besessen von der Idee

die deutschen "an die Kette zu legen".
Nun, nach 10 Jahren hat sich das Gegenteil erwiesen: Dland wurde durch den Euro nicht gezähmt, sondern der Euro ist den Deutschen ausgeliefert.....

Den Ton gibt heute - mehr noch als zu D-Mark-Zeiten - Deutschland an.
Man wollte durch die Einhegung den Deutschen die währungsmässige Souveränität entziehen.
Der Euro ist aber de facto eine Erweiterung der D-Mark - und damit eine Erweiterung des Einflussbereiches von Deutschland!!

Man wollte durch Auslöschung des Namens "D-Mark" die wirtschaftliche Macht Deutschlands brechen.
In Wirklichkeit ist der Euro eine D-Mark, die durch Zahlungen an die Bankrottländer künstlich am Leben erhalten wird...

Otto Ottinger
 
01
1.12.2010, 12:50
"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten"

Walter Ulbricht am 15.Juni 1961 ...

... es bleiben also noch 3 Monate.

Cafe Corretto
00
1.12.2010, 10:11
Und wenn die Eurozone auseinanderfällt, ..

dann seh ich schon die Finanzexprten und Europrotagonisten wild mit Falschanalysen rundumschlagen. Dann waren es die Skeptiker, die Nationalisten, die Linksextremen, die Mindestlohnbefürworter, die Arbeitslosen und alle die ihnen nicht in den Kram passen.

Whistle IRL
 
00
1.12.2010, 09:48
Fortsetzung zu meinem vorherigen Kommentar

Dieser Skandal war auch auf den folgenden Blog diskutiert. Aus rechtlichen Gründen kann ich weder bestätigen, noch dementieren, die Fakten in diesem Artikel:

http://golemxiv-credo.blogspot.com/2010/11/e... ithin.html

ForumBot
00
1.12.2010, 08:47
Euro-Zone wackelt trotz Schuldenkrise nicht

Die Schulden haben auch nichts mit der Plattentektonik zu tun.

Whistle IRL
 
00
1.12.2010, 09:47
Ich war ein Risiko-Manager für eine große mitteleuropäischen Bank in Irland

Martin Hesse schrieb über mich in der Süddeutschen Zeitung vom 23 April 2010. Der Titel des Artikels war "Die Krankheit des keltischen Tigers". Diese multinationale Bank hat einen großen Präsenz in Österreich. Allerdings hat der Name der Bank noch nicht veröffentlicht.

Der irische Finanzminister eine Erklärung über diesen Skandal am vergangenen Donnerstag (25. November 2010). Ich wurde vom stellvertretenden Joan Burton gebeten, zu der Minister die Erklärung Stellung zu nehmen. Ich habe beschlossen, dies öffentlich zu tun:

http://whistleblowerirl.blogspot.com

Ich bin sehr sicher, dass dies von großem Interesse für die Österreichischen Öffentlichkeit.

Herzliche Grüße aus Irland,
WhistleblowerIRL

GPWS GPWS
12
1.12.2010, 01:16
Die Entschlossenheit

Die Entschlossenheit der EU...Gelder von den Steuer(leid)tragenden zu verschwenden....was fuer eine Leistung. Der Groessenwahn mancher Politiker kennt offenbar keine Grenzen...muss ziemlich schwer sein, einen Fehler einzugestehen, wie eben im normalen Leben. Hauptsache alles schoenreden und dann verdutzt dreinschauen, wenn' s dann doch alles den Bach runtergeht. Eine Ursachenforschung waere mal angebracht, damit man ab sofort zumindest eine andere Richtung einschlagen kann. Leute geben Geld aus, das sie nicht haben, und auch nie haben werden. Der Realitaet ins Auge schauen, aber davor machen eben viele die Augen zu.

--??--was
10
1.12.2010, 00:03
MUNGO1
00
30.11.2010, 22:21
Man wird sehen wer als nächster umfällt!

Der Novotny hat bereits vor Wochen die Krise für beendet erklärt, wie man sich irren kann, oder war diese Meldung zur Beruhigung erfolgt?

Der Link spricht Bände über die dzt. zu beahlenden Zinsen!

http://pigbonds.info/

Abgesehen davon sind wir auch schwer gefährdet, denn allein die in eigene Gesellschaften ausgelagerten ÖBB/Asfinag und BIG haben ein Vermögen an Schulden angehäuft..

Dalien
 
01
1.12.2010, 01:39
Nowotny

Dieser Mann ist ein aphron in sich selbst.

Entweder korrupt, völlig inkompetent oder von Staatsräson zerfressen.

In jedem Falle aber: Ein erbärmlicher Lügner OHNE die geringste Würde.

Gold und Silber kaufen
 
04
30.11.2010, 22:13
Kokain? Mescalin? LSD? Opium?

Realitätsverweigerung par ecxellence.

EUROPA IST PLEITE!

sljudanka
00
1.12.2010, 10:57
Und Russland schwimmt in GEld

470 Mrd. Dollar Devisenreserven - die 3. grössten der Welt!!

Dagegen hat die EU mit den Pleite-staaten und Transfer-entziehern nicht viel vorzuweisen!!

10 Jahre der EU-Propaganda ("Wir sind demokratisch, also werden wir siegen"!) hinterliessen einen üblen Nachgeschmack.
Die Realität unterscheidet sich schon zu stark von der Propaganda.

Man kann nicht ein Imperium errichten indem man eine Flagge aufhängt und eine Währung proklamiert.

Deutschland konnte und könnte ohne den EU-Anhang besser leben, etwa indem es die Kooperaiton mit O-EUropa und Russland ausbaut, anstatt die südlichen Pleitestaaten mitzuschleppen...

In den USA denkt auch niemand daran, Mexiko und Mittelamerika zu subventionieren, man bedient sich dort nur...

Sibylle Rosenstrauch
00
30.11.2010, 21:54

... und irgendwer verdient sich wieder krumm und dämlich daran...

Dalien
 
00
1.12.2010, 01:36
verdienen kommt von Verdienst!

Diese Leute "verdienen" etwas ganz anderes (und das werden sie auch bekommen, letztendlich!) im Moment bekommen sie die Beute die ihre Handlanger die Politiker für sie rauben!

Enrico Furioso
08
30.11.2010, 20:12
"Manche Kritiker neigen offenbar dazu, die Entschlossenheit der Regierungen zu unterschätzen"

Und manche Banker neigen offenbar dazu, die Geduld der Staatsbürger dieser Regierungen zu überschätzen. Was lange gärt, wird irgendwann Wut.

wolken kratzer
 
00
30.11.2010, 23:47

ja... die echten mails lässt die zensur wieder net durch:-)

wolken kratzer
 
01
30.11.2010, 23:06

und was bringt´s dem volk?

knüppel, kugeln, tod.

das "sich wehren" - und DAS ärgert mich an der lage ja besonders... - haben schon die generationen anfang des 19. Jhdts. getan und gebüßt.

leider ist man in europa verdeppt und 99, 99 % glauben, dass ihr lebensstil einfach so naturgegeben, haben keine ahnung von den opfern, die es erforderte, damit das so läuft.

und auch KEINE ahnung, dass die "andere seite" immer bemüht war, das rad der zeit und möglichkeiten wieder zurückzudrehen.

jetzt haben wir das schlamassel.

¦¦¦¦?
00
30.11.2010, 21:46

ob wir das noch erleben dürfen?

Walter Bimini
01
1.12.2010, 06:27
die staatspleite ist näher als sie denken und dann wird es unruhig werden.

Ggg14
00
1.12.2010, 11:03

Da haben Sie ausnahmsweise einmal Recht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.