"30 Jahre U4"

Disco und Falco als Konstante

30. November 2010, 17:43
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    Conny de Beauclair präsentierte den 312-seitigen Foto-Text-Band, in dem sich neben einzigartigen Bildern auch jede Menge Geschichten von Wegbegleitern finden.

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    Christian Clerici (r.), der von geheimen Aufnahmen eines Prince-Konzerts im U4 erzählte, neben Mario Soldo, U4-Urgestein und heute Kritiker bei der ORF-Casting-Show "Helden von Morgen"

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    Wiens Kulturstadtrat Andreas Maillath-Pokorny hatte nicht nur seine alte U4-Clubkarte dabei, sondern beichtete auch über seine Tätigkeit als Schreiber für die Kronen Zeitung.

Bei der Buchpräsentation zum Jubiläum gestand der Kulturstadtrat, dass er für die "Krone" schrieb

Die Inszenierung der Buchpräsentation von "30 Jahre U4" hatte doch viel mehr den Geschmack von Society als von Underground. Nach einer fast zweistündigen Anwärmphase schritt Conny de Beauclair, legendärer Türsteher und Fotograf des U4, mit einem frischen Exemplar des 312-seitigen Foto-Text-Bands über die Tanzfläche durch die Menge und durch ein recht beachtliches Blitzlichtgewitter.

Kurz darauf legte sich Miss Candy als Moderatorin ins Zeug - jene Lady, die vor 15 Jahren begonnen hatte, mit dem "Heaven" den angesagtesten Queer-Club an eben genau dieser Location zu veranstalten. Auch wenn nur rund ein Drittel der Festgäste den folgenden Couch-Konversationen Beachtung schenkte, ließen sich die mehr oder weniger prominenten Gesprächspartner nicht davon abhalten, ein paar "exklusive Gschichtln" preiszugeben oder zumindest interessante Details aufzuklären.

Falco nie live auf der Bühne

So bekannte Conny de Beauclair, dass er Falco niemals live auf der U4-Bühne gesehen habe, obwohl Österreichs größter Popstar hier "ein Zuhause" vorgefunden habe, wo man ihn "nicht sekkiert" hätte. U4-Gründer Ossi Schellmann wiederum erklärte, warum man dereinst drei Jahre lang am Samstag geschlossen hatte: Trotz finanzieller Einbußen sei das eben Teil des Underground-Images gewesen.

Prince mit Funk-Scanner

Und Christian Clerici referierte über das verschwundene Band eines illegalen Mitschnitts vom spontanen Prince-Konzert im Jahr 1987: Die Securities des US-Stars hätten damals schon "Funk-Scanner" verwendet, wodurch das Aufnehmen nur ganz geheim möglich gewesen sei. Vor einigen Jahren war dann dieses Band de Beaculair um 700 Schilling verkauft worden - allerdings höre man darauf vor allem das Publikum und nur im Hintergrund Prince.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war das U4 in seiner Anfangszeit cooler, subkultureller, provokanter als heutzutage. Aber betrachtet man die nostalgische Vergangenheitsidealisierung etwas relativer, dann ist es wohl genau die Anpassungsfähigkeit an den Zeitgeist, welche das U4 zu einer so starken Marke werden ließ.

Maillath-Pokorny für die Kronen Zeitung

Einer, der den Wandel ganz persönlich darstellt, ist Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. Der Politiker, den man mittlerweile als Teil des Establishments bezeichnen darf, bot stolz seine alte, unübertragbare U4-Clubkarte (Nummer 56) den TV- und Fotokameras feil und schwadronierte über die kulturelle Bedeutung der Disco. Einen interessanten beruflichen Bezug zum U4 hatte Mailath-Pokorny in früheren Jahren ebenfalls: „Ich habe als Kritiker über die Neue Deutsche Welle geschrieben und in der Kronen Zeitung recht kleine Artikel publiziert." (mob, derStandard.at, 30.11.2010)

Über das Buch: 

Conny de Beauclair: 30 Jahre U4
312 Seiten
Echomedia Verlag Ges.m.b.H.
Preis: € 29,90

Neben zahlreichen Fotos von Conny de Beauclair erklären in dem Buch etwa Dieter Chmelar, Andrea Dee, Gottfried Distl, Eberhard Forcher, Marie-Christine Giuliani, Walter Gröbchen, Angelika Hager alias „Polly Adler", la Hong, Erich Joham, Isabella Klausnitzer, Rudi Klausnitzer, Doris Knecht, Alex Knechtsberger, Andreas Köstler, Brigitte Lang, Hansi Lang, Andreas Mailath-Pokorny, Rudi Nemeczek, Thomas Rabitsch, Thomas Rottenberg, Franz J. Sauer, Ossi Schellmann, Mario Soldo, Stefan Weber, Peter Weibel, Andrea Weidler, Christiane Wenckheim, Marcus Wild, Brigitte R. Winkler, u.v.a., was das U4 aus ihrer Sicht ausmacht, was sie dort erlebt haben, was man dort erleben kann.

Kommentar posten
16 Postings
ziviler ungehorsam
00
6.12.2010, 08:20

der typ sollte an seinem style arbeiten. sieht aus wie ein irischer prediger nach einem pub-besuch.

Zentner
00
4.12.2010, 23:14

Wie will man mit einem Funk-Scanner eine illegale Aufnahme verhindern?

user posted image
00
3.12.2010, 17:33
wer bitte hat den clerici reingelassen?

Helmut-S
02
2.12.2010, 13:12
Seit dem großen Umbau...

...2004/2005 ist das leider auch nur mehr eine Kommerzbude geworden (als der Classic-Club ausgezogen ist).

beatrix karl moik
00
1.12.2010, 17:16
ich sammle schon

sägespäne.
bald - in nur wenigen jahren - kann ich damit angeben, dass ich im alten flex in der meidlinger arndtstraße (auf den sägespänen, die ich sammle) so allerhand erlebt habe ...
was?
psst, noch streng geheim!

Tussitherapeut
31
1.12.2010, 12:44

jessas, jetzt kommen sicher wieder ganzen gschaftlhuber und posten, dass sie den conny kennen und es sooo legendär war, alleine, dass er sie reingelassen hat und das u4 heute nicht mehr das ist, was es früher war und blablabla....

wie jedesmal bei einem bericht übers u4.

dieter tafel
01
1.12.2010, 16:41

ich kenn den conny-typ nicht und fands eigentlich auch nie soooo legendär aber besser als heute war es -was bei gott keine Kunst ist...

powidl
01
1.12.2010, 16:21
Ich hab den Conny gut gekannt

und die 80er im U4 waren wirklich legendär! Mich hat der Conny immer mit ausholender Handbewegung aus der vor der Türe wartenden Menge gefischt und reingelassen. Heut ist das U4 aber nicht mehr vergleichbar mit damals...

rollie63
00
1.12.2010, 17:45

die camera war bei weitem besser.

Pepi friß weniger
11
1.12.2010, 01:46
Nahaha !

Der Maillath-Pokorny hat eine Clubkarte gebraucht um reinzukommen^^

start wearing purple
015
1.12.2010, 10:57
dem clerici...

...könnt ich jedesmal einfach so eine reissen! und wenn er fragt warum gleich die nächste...

Mirstetta Toni
00
3.12.2010, 11:49

bitte nach mir!

stuntman mike
 
05
30.11.2010, 21:57

Armes U4 man hätte es spätestens ende der 90iger als auch der Falco baba gsagt hat zusperren sollen den heutzutage müssen einen ja die tränen kommen wenn man sieht wie langweilig es gworden ist.

Was nicht heisst dass es in Wien gar nix gibt was den U4 von damals ähnlich ist..

stefanie ``klappkaribik´´ petzner
 
01
1.12.2010, 13:12
der letzte umbau ...

... hat dem u4 den rest gegeben

rhaino
03
30.11.2010, 22:06

Das U4 war nicht einzigartig, sondern tatsächlich das einzige Lokal, das sich in Wien bis weit in die 90ger Dicso/Club nennen konnte.

Jetzt allerdings, als eines unter vielen....

elloboverde
01
1.12.2010, 14:02

das stimt vielleicht für die ersten 80er-jahre. nachher war s bis mitte der 90er im alten chelsea in der piaristengasse viel leiwander...

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