Canon iPF 6300: Fotodrucker für große Formate

30. November 2010, 10:27
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"Fotoausarbeitung" ist vom Großlabor auf den Schreibtisch gewandert und gibt neue Möglichkeiten der Gestaltung

Für fotografierende Menschen ist es die beste aller Zeiten. Ob beruflich oder privat, digitale Kameras haben die Qualität und Möglichkeiten ihrer analogen Vorfahren längst weit überholt. Und Farbfotos, die früher aus industriellen Labors kamen, werden heute um wenige Cent in bester Fotoqualität zu Hause "belichtet".

Nur für eine Aufgabe sind wir meist weiterhin auf professionelle Hilfe angewiesen: Bei Drucken im Großformat. Dabei unterscheiden sich Großformatdrucker in der einfachen Handhabung kaum mehr von Druckern um hundert oder zweihundert Euro. Und auch wenn die Anschaffung den üblichen Rahmen privater Alltagsinvestitionen sprengt: Die Preise der großen Kaliber bewegen sich mit einigen tausend Euro im Rahmen dessen, was manche gute Fotoausrüstung kostet.

Elektrisches Klavier

Warum sich also nicht über einen Großformatdrucker wagen, wenn die Leidenschaft der Fotografie gilt? Die meisten Besucher, die in den drei Testwochen den Canon imagePrograf iPF6300 im Esszimmer sahen, hielten ihn auf den ersten Blick für ein elektrisches Klavier: Das ist in etwa der Platz, den man dafür finden muss. Eingeschüchtert davon, dass es zweier kräftiger Spediteure und einer ausgehängten Tür bedurfte, um den Drucker aufzustellen, war die Überraschung umso größer, dass schon eine halbe Stunde später der erste Ausdruck in Postergröße bedächtig in die offene Auffangvorrichtung segelte.

Die Installation ist nur wenig aufwändiger als bei kleinen A4-Druckern. Diverse Bestandteile müssen händisch zusammengesetzt, zwölf Farbpatronen eingesetzt werden. Dann Computer anstecken, Installations-CD laufen lassen, Anweisungen am Bildschirm befolgen. Papiereinlegen von der Rolle ist einfach, Display-Instruktionen führen zur richtigen Papier-Einstellung. Es gibt natürlich Handbücher, aber im Verlaufe des Tests habe ich sie nicht verwendet, nur die Mini-Instruktionen etwa auf Papierrollen oder Tintenbehältern befolgt.

Farbkalibrierung

Die größere Herausforderung für ernsthafte Nutzer von Großformatdruckern ist es, die Farbkalibrierung von Fotos zu erlernen, ein Metier, mit dem in der Regel nur Profis vertraut sind (auch nicht alle). Für die Bedienung des Druckers ist dies allerdings nicht erforderlich - es gibt eine einfachere Alternative: Die Relation zwischen Bild am Display und gedrucktem Foto einschätzen zu lernen. Mehrfachdrucken gehört zu den Kosten dieser Intuition, bis man ein Gefühl dafür entwickelt, wie das elektronische Bild ausschauen muss, um ein gewünschtes Druckergebnis zu erhalten.

Der iPF 6300 gehört zur Kategorie der 24-Zoll-Drucker: 610 mm Breite, (A1-Format), theoretisch bis zu 30 Meter lang. Auch Einzelblätter, ab A4, können eingegeben werden. Und mit einem 12-Farben-Drucksystem übertrifft er an Druckqualität, was an Desktop-Systemen für Fotos angeboten wird. Der iPF 6300 kostet rund 2800 Euro, der etwas kleinere iPF 5100 (17 Zoll, 43 cm, A2-Format) rund 2000 Euro. Eine 30-Meter-Rolle Hochglanz-Fotopapier kostet rund 100 Euro. Das Papierangebot reicht von Fotopapieren und Kunstdruckpapieren bis zu schwerem Canvas (Leinwand). Bleibt also nur mehr die Platzfrage zu klären - nicht nur zum Aufstellen, auch zum Bilderhängen. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 30. November 2010)

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Canon

  • Schöne Bilder von der Rolle: Ebenso einfach zu bedienen, nur teurer als Tischdrucker. Aber für leidenschaftliche Foto-grafen eine Möglichkeit, auch große Drucke selbst zu gestalten. Im Test: Canon iPF 6300.
    foto: canon

    Schöne Bilder von der Rolle: Ebenso einfach zu bedienen, nur teurer als Tischdrucker. Aber für leidenschaftliche Foto-grafen eine Möglichkeit, auch große Drucke selbst zu gestalten. Im Test: Canon iPF 6300.

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