Wien

"Weiter Weg" zum Islam-Studium

Maria Sterkl, 30. November 2010, 14:16
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    foto: reuters/christian charisius

    Wer in Österreich vorbetet, hat meist nicht hier studiert - Ausbildungen für Imame gibt es an heimischen Bildungseinrichtungen nicht

26 Imame und islamische SeelsorgerInnen haben an der Uni Wien einen Lehrgang absolviert - ein theologisches Studium fehlt weiterhin

Ihre Religion mit der Gesellschaft in Verbindung zu bringen: Das sei das Ziel des Uni-Lehrgangs "Muslime in Europa", den soeben 26 Imame und SeelsorgerInnen absolviert haben. So sieht es Lehrgangsleiter Ednan Aslan als seine Aufgabe, den hier lebenden Imamen neue Kompetenzen zu verleihen - Kompetenzen, "die ihnen helfen, aus einer Isolationstheologie herauszukommen", sagt Aslan anlässlich des feierlichen Abschlusses des ersten Jahrgangs.

Mehr als nur Predigen

Rund 350 Imame gebe es in Österreich - "und niemand weiß genau, was sie machen", meint Aslan. So gehe das Imam-Sein über das Halten des Freitagsgebets weit hinaus. Vom Managen des Lebensmittelshops in der Moschee bis zum Organisieren von Fußballteams reichten die Aufgaben.

Erkan Erdemir, der in den letzten zwei Jahren 25 Mal von Salzburg nach Wien gependelt ist, um hier ein Wochenende lang Fächer wie Sozialpädagogik, Recht, Genderwissenschaft und "Islam in Europa" zu studieren, sieht sein Wissen in diesen Belangen nun vertieft - wobei er betont, "schon vorher viele Kompetenzen gehabt" zu haben. Erdemir arbeitet als Religionslehrer und Seelsorger in Salzburg. Auf die Frage, welche Ziele er sich für die künftige Arbeit setzt, sagt er: "Ich will den Leuten in meiner Umgebung zeigen, dass es kein Problem ist, Moslem in Österreich zu sein."

Wobei auch die Mehrheitsgesellschaft hier noch etwas aufzuholen habe, glaubt Aslan: "Die Menschen sehen in Imamen irgendwelche Türken mit Mützen auf dem Kopf, die eines Tages wieder verschwinden werden, weil die Muslime ihre Religion ablegen. Aber so funktioniert das nicht."

Kein Islam-Studium

Der Lehrgang wolle die Imame mit der österreichischen Gesellschaft, ihren Strukturen, aber auch dem Säkularismus vertraut machen, er sei aber keine theologische Ausbildung, wie Aslan betont. An einer solchen mangle es in Österreich weiterhin: Während in Deutschland ab dem nächsten Jahr drei Universitäten das Hochschulstudium der Islamischen Theologie anbieten werden, wobei einer der Lehrstühle mit einem Österreicher besetzt wurde, "können wir in Österreich davon nur träumen", sagt Aslan. "Die Entwicklungen der letzten Jahre in Österreich haben gezeigt, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben."

In Österreich tätige Imame werden von den einzelnen Kulturvereinen bestellt, der überwiegende Teil ist nicht hier geboren. Ednan Aslan sieht dies mit Skepsis: "Wenn jemand aus Afghanistan oder Pakistan kommt, hat er große Probleme, die demokratischen Strukturen hier zu verstehen." Längerfristig auf eine Imame-Ausbildung in Österreich zu verzichten, ist laut Aslan "ein Luxus, den sich dieses Land nicht leisten kann." 

92 Prozent türkeistämmig

Zwei Drittel der Teilnehmenden am Lehrgang ist älter als 35 Jahre, ein Drittel der AbsolventInnen sind Frauen. Wobei die weiblichen Absolventinnen nicht als Imame arbeiten dürfen - nur Männer sind als Prediger zugelassen. 92 Prozent sind türkeistämmig, der Großteil lebt in Wien und Salzburg.

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Posting 1 bis 25 von 459
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joesixpack
04
28.1.2011, 12:58
Ein aufschlußreicher Satz

>>Wenn jemand aus Afghanistan oder Pakistan kommt, hat er große Probleme, die demokratischen Strukturen hier zu verstehen.<<

Das ist doch falsche Apologetik. Das Asylargument ist doch u.a. mangelnde Demokratie zu Hause. Oder kommen die Leute etwa doch aus ganz anderen Motiven?

Lucky Luke 1988
03
31.12.2010, 11:40
talibanführer made in austria

hans hansson
14
26.12.2010, 23:50

theologen sind schaumschläger, keine wissenschafter

hansi goldach
 
510
6.12.2010, 16:48

auf den punkt. der islam ist von einem mohamed
erfunden. ein gott "allah" ist hirngespinst. für jede
bemühung ist da hopfen und malz verloren.

Rijad
62
7.12.2010, 16:14

Auf den Punkt gebracht, Ihre Meinung hat nichts mit dem Thema des Artikels zu tun.

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
104
6.12.2010, 23:44

auf den punkt. das Christentum ist von einem Jesus
erfunden. ein gott ist hirngespinst. für jede
bemühung ist da hopfen und malz verloren.

Wittgenstein
36
6.12.2010, 13:13
Theologie, ganz gleich welche, ist keine Wissenschaft

und hat an den Universitäten nicht zu suchen.

knecht007
20
14.12.2010, 14:41

Theologie ist die Theorie, Glaube ist die Praxis.
Kann jemand definieren, was außer wägen, messen, zählen eine Wissenschaft ausmacht und warum gerade die Theologie keine sein soll??

Jodha
00

als Wissenschaftler sollte ich zuerst von der Annahme ausgehen, dass es einen Gott (oder mehrere) oder gar keinen gibt

schokolade süss
19
5.12.2010, 15:21

@ Rijad

sie sagen dass sie jurist sind, sie posten hier 24h im forum, ich bezweifele dass sie arbeiten

Rijad
113
6.12.2010, 13:40

Was Sie bezweifeln ist, abgesehen davon, dass Ihre Behauptung untergriffig ist, absolut irrelevant. Wer sich seinen Tag gut durchplant, hat für Vieles Zeit.

Ist es das, was Sie machen wenn Ihnen bei sachlichen Fragen die Argumente ausgehen? Haben Sie keine anderen Möglichkeiten, als dann persönlich-untergriffig zu werden?

Einfach nur ein armseliges Niveau.

Loup de Mer
16
7.12.2010, 08:42

Denken Sie doch einmal über Ihr eigenes Diskussionsverhalten nach!
Nebenbei äußern Sie sich ziemlich despektierlich über das Christentum und seine Vertreter ("Pfaffen"). Sie nennen das Christentum "imperialistisch", aber die Geschichte der Ausbreitung des Islam lassen Sie bezeichnenderweise unter den Tisch fallen und schwurbeln begeistert von den "Tausenden", die jährlich in Österreich konvertieren. Chacun son plaisir.

Auf der anderen Seite sind Ihre Kommentare sehr erhellend und interessant. Lassen Sie doch einen Blick in eine Welt zu, der man als Durchschnittsösterreicher nicht so oft begegnet.

Rijad
53
8.12.2010, 10:20

Worüber soll ich den nachdenken? Ich hab mich auf jene Geistlichen bezogen, die das verzerrte Geschichtsverständnis der europäischen Christen in den Köpfen der Menschen geprägt haben. Die andere Gruppe die in der Hinsicht auch Einfluss geübt hat, waren die Imperialisten. Wie Sie daraus schließen können, dass ich das Christentum per se als imperialistisch erachte, ist mir ein Rätsel. Und über islamische Geschichte, eines meiner Fachgebiete, brauchen Sie mich nicht zu belehren. Dass Sie diesen Teil der Geschichte, als etwas erachten, das den Muslimen vorzuwerfen ist (würd gern wissen, was genau sie daran stört), zeigt, dass Ihr Geschichtsverständnis geprägt ist, von dem der Kath. Kirche. Übrigens, wo hab ich von "jährlich" gesprochen?

Loup de Mer
01
8.12.2010, 15:01

Wodurch wäre Ihr Geschichtsverständnis geprägt, wenn Sie annehmen, daß der Islam im Lauf der Geschichte mehrheitlich durch freiwillige Konversion zur großen Weltreligion aufgestiegen ist?

Rijad
43
8.12.2010, 21:17

Ich bin in die selben Schulen gegangen wie nichtmuslimische Österreicher und habe teilweise denselben Schmarrn lernen müssen, den andere kritiklos als Tatsache erachtet haben (daher hatte ich nie die Gelegenheit, Indoktrination aus anderer Richtung zu bekommen). Noch in der Hauptschule hat man mir und anderen erzählt, dass die Osmanen nach Wien marschiert sind, um Wien zu "islamisieren", was kompletter Blödsinn ist, da die Kriegsanlässe vollkommen andere waren.

Rijad
31
8.12.2010, 21:09

Mein Geschichtsverständnis ist von Fakten und Forschung geprägt. Ich hatte das Glück einen der wenigen kritischen Geschichteprofessoren unseres Landes zu haben, der sich nicht von Geschichtsfälschungen alla Toynbee irritieren ließ. Kein seriöser Historiker bezweifelt im übrigen, dass der Islam fast ausnahmslos ohne Zwang verbreitet worden ist (die Dokumentation dazu ist sehr reich). Dies belegen zahlreiche Fakten, die ich Ihnen aufgrund des Raumes ersparen möchte (es sei denn Sie bestehen drauf). Die Märchen von der Verbreitung mit Feuer und Schwert entstammen primär aus katholisch klerikalen Kreisen, die aber durch nichts Substantielles gestützt werden.

Rijad
12
8.12.2010, 14:16

... Übrigens, welchen Aspekt "meiner" Welt begegnet der "Durchschnittsösterreicher" nicht so oft? Ist es der Einblick in unsere Verfassungsordnung, der so befremdend ist, oder möglicherweise das Verständnis des Wissenschaftsbegriffes, oder vielleicht doch der Bereich der logisch folgerichtigen Anwendung der deutschen Sprache (denn das waren großteils die hier von mir angesprochenen Themen)?

Loup de Mer
11
8.12.2010, 15:03

Sie sind belesen, gebildet und kommentieren Themen wie z.B. Islam aus einer anderen Perspektive als man es von "Durchschnittsösterreichern" gemeinhin gewohnt ist, was eine Bereicherung der Diskussion darstellt. Das sollte doch verständlich formuliert sein. Jetzt muss noch der Zensor der Veröffentlichung zustimmen.

Rijad
11
8.12.2010, 20:59

Danke für die Blumen, aber ich weiß nicht, ob ich belesen bin. Ich habe etwas Allgemeinbildung, wie andere auch, und kenne mich in meiner Profession entsprechend aus. Ich habe hier nicht wirklich den Islam thematisiert sondern die Rechtslage, die eindeutig ist und keiner Konkretisierung durch irgendeine Perspektive braucht. Im übrigen halte ich den "Durchschnittsösterreicher" für ein theoretisches Konstrukt, genauso wie die Durchschnittsfamilie mit 1,5 Kindern. Aber ich glaube dennoch zu verstehen, was sie damit meinen.

Thun23
 
13
6.12.2010, 21:50
Oje, jetzt is a beleidigt, schwaches Ego

Rijad
12
7.12.2010, 00:11

Damit eine Beleidigung Erfolg hat, muss die beleidigende Person einem nahe stehen. Und das ist ja wirklich nicht der Fall. Hoffe nicht, dass die Ergebnisse der Pisa-Studie auch auf Sie zutreffen, wenn Sie meine Zeilen derartig nicht-sinnerfassend lesen.

Annata
38
5.12.2010, 01:32

Atheisten sollten Imame werden und damit den Islam in 21 Jhd der Menschenrechte bringen.

dave66
14
5.12.2010, 13:19
Atheisten sollten

überhaupt stärker am Vormarsch sein im 21.jahrhundert. Leider ist ein gegenwärtiger Trend zu beobachten. Speziell Südosteuropa und Polen ist hier sicherlich nicht als Perle der Zivilisation und Aufklärung zu betrachten. Eine stille Bewunderung habe ich in diesem Kontext hingegen für unsere nördlichen Nachbarn, die Tschechen. Ihnen gelang es immer, sich von der metaphysischen Geisel rein zu halten.

Ranswick
00
30.12.2010, 13:09

gut die hatten andere probleme wenn man ehrlich ist als sich imaginäre freunde zu suchen. ;-)

Thun23
 
210
4.12.2010, 23:41
Islam ohne Öl, ist ein Zelt in der Wüste

Mehr ist da nicht zu lehren

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