Gilo liegt in der Nähe von Bethlehem im Westjordanland, was der Genehmigung der neuen Wohnungen besondere Brisanz verleiht
Jerusalem - Jerusalems Stadtverwaltung hat im hauptsächlich von Arabern bewohnten Ostteil der Stadt 130 neue Wohnungen für jüdische Familien bewilligt. Die neuen Wohnungen sollten in der Siedlung Gilo entstehen, teilte ein Behördensprecher am Montag mit. Gilo liegt in der Nähe der palästinensischen Stadt Bethlehem im Westjordanland, was der Genehmigung der neuen Wohnungen besondere Brisanz verleiht.
Der israelische Siedlungsbau in den palästinensischen Gebieten ist einer der Hauptstreitpunkte bei den gegenwärtigen Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Die Friedensgespräche waren Anfang September wieder aufgenommen worden. Nachdem wenige Wochen später aber ein israelischer Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland auslief und nicht verlängert wurde, kamen die Gespräche wieder zum Erliegen. Derzeit bemühen sich die USA darum, Israel zu einem erneuten 90-tägigen Siedlungsstopp zu bewegen.
Israel hatte Ost-Jerusalem 1967 im Sechs-Tage-Krieg eingenommen und später annektiert. Dies wurde international aber nie anerkannt. Sowohl Israel als auch die Palästinenser betrachten Jerusalem als ihre Hauptstadt. (APA/ag.)