Gefährliche Gemengelage

29. November 2010, 17:43
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Die Wahrscheinlichkeit eines totalen Systemausfalls ist hoch und die möglichen Folgen brandgefährlich. Es bleibt wenig Zeit gegenzusteuern

Klaus Schweinsberg, Professor und Ex-Chefredakteur des deutschen Wirtschaftsmagazins Capital, ist kein Optimist, gar keiner. Nach seiner Meinung führt uns die Finanzkrise geradewegs in den Abgrund. Auf dem Spiel stehen Demokratie und Wohlstand.

Um die Fliehkräfte, die aus sozialer Unzufriedenheit, einbrechender Konjunktur und der Flucht der Wähler aus der politischen Mitte resultieren, zusammenzuhalten, bräuchte es einen starken Staat. Doch dieser werde schon in Kürze kaum mehr handlungsfähig sein, prognostiziert er. Denn die Regierungen sind gelähmt durch Überschuldung und die Kompromisse, zu denen sie deshalb gezwungen sind. Schier unlösbar wird die Situation durch weitere Megatrends, die da wären: der instabile Euro, die Vergreisung Europas und die schlechte Integration von Migranten. Parallelen zu "Systembrüchen" , wie er es nennt, etwa 1914, sind da. Angesichts von so viel Pessimismus führt man sich beim Lesen immer wieder vor Augen, dass ein Kollaps auch herbeigeschrieben werden kann. Besonders von (Ex-)Journalisten mit Hang zur Zuspitzung . (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.11.2010)

  • Klaus Schweinsberg: Sind wir noch zu retten? Warum Staat, Markt und 
Gesellschaft auf einen Systemkollaps zusteuern. FinanzBuch, Euro 20,60.
    foto: finanzbuch

    Klaus Schweinsberg: Sind wir noch zu retten? Warum Staat, Markt und Gesellschaft auf einen Systemkollaps zusteuern. FinanzBuch, Euro 20,60.

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