Kneissl Hotels: Architek­ten klagen Honorare ein

Projekt auf dem Kärntner Goldeck lässt Planer mit offenen Rechnungen zurück - Manager spricht von Mängeln

Wien - Geschäfte mit Kneissl zu machen dürfte nicht immer ganz leicht sein. Wie berichtet haben Lieferanten gegen die von Andreas Gebauer geführte Skifirma Exekutionsanträge und Klagen wegen Nichtbezahlung eingebracht. Das Muster:Kneissl bestellt, der Lieferant liefert, Kneissl bezahlt nicht (alles), wegen mangelhafter Leistung. In der Kneissl-Holding wartet man indessen auf die Kapitalspritze vonMohamed Al Jaber.

Unzufriedene Lieferanten gibt es auch rund um das von der Wiener Kneissl Star Resort AG (gehört der Kneissl Holding) geplante Hotelprojekt auf dem Kärntner Goldeck. In einem Wettbewerb wurden die Architekten ausgesucht; für Entwürfe zum Zug gekommen fühlte sich ein Wiener Architekturbüro, das im November 2009 eine Mappe mit an die 70 Seiten an Plänen abgab. "Man hatte uns zugesagt, dass wir eines der geplanten Projekte bekommen" , erzählt ein Involvierter. "Wenig später erfuhren wir zufällig, dass der gesamte Auftrag an ein Innsbrucker Büro gegangen war." Aus der vereinbarten Abrechnung nach Aufwand sei nichts geworden, nicht einmal die brieflich versprochenen 10.000 Euro seien bezahlt worden. Also klagten die Wiener, bei der ersten Tagsatzung ist niemand erschienen, der Richter fällte ein Versäumungsurteil. Ronald Rieben, Gebauers Co-Geschäftsführer der Hotel Goldeck Errichtungs GmbH:"Von Wiener Architekten weiß ich nichts, da habe ich einen anderen Wissensstand als Sie."

An das Innsbrucker Architekturbüro din a4 kann sich Rieben schon erinnern. DieTiroler sind jene, die im Sommer 2009, bei laufenden Wettbewerb, den Auftrag bekommen haben, die Weiterplanung fürs Goldeck zu erstellen, inklusive Vorbereitungen für Flächenwidmung und Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Architekten bauten vor, ließen sich von ihrem Auftraggeber jedenSchritt schriftlich bestätigen; auf ihre Urheberrechte haben sie vor Bezahlung aber nicht verzichtet.

Im Februar 2010 legten die Tiroler die ersteTeilrechnung über 50.000 Euro. Ende Februar freute sich Gebauer noch "auf eine längere Zusammenarbeit" , im Mai forderte man die Umfakturierung der Rechnung auf die Errichtungsgesellschaft, im Juni versprach Gebauer per Mail, "die Sache am Montag zu klären" . Conrad Messner von din a4: "Seit April arbeiten wir nicht mehr, weil Kneissl nicht bezahlen konnte."

Vor zwei Wochen haben die Architekten geklagt. Manager Rieben beruft sich auf Mängel, "wir werden das bei Gericht ausdiskutieren" . Von Geldproblemen will er nichts wissen, "Geld ist da, die Hotelprojekte sind gut, Gutes lässt sich immer finanzieren." Nach der Schneeschmelze 2011 werde man mit dem Hotelbau beginnen. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.11.2010)

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