Umfrage

Linzer mehrheitlich für A26-Alternative

29. November 2010, 17:34

Eine Studie des Karmasin-Institutes belegt eine schwindende Akzeptanz des derzeit heftig umstrittenen Linzer Westrings

Linz - Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer reiste Montagabend mit der Überzeugung, dass ein Großteil der Linzer hinter dem Projekt Westring (A26) steht, zu dem mit Hochspannung erwarteten Gipfeltreffen mit Infrastrukturministerin Doris Bures (SP) und Bundeskanzler Werner Faymann (SP). Die Sicherheit, Rückendeckung aus der Bevölkerung zu haben, beruht auf einer - von Straßenbaulandesrat Franz Hiesl im März diesen Jahres in Auftrag gegebenen - Imas-Studie.

Demnach antworteten 73 Prozent auf die Frage "Der Westring besteht im Wesentlichen aus einer Untertunnelung des Freinbergs und einer vierten Donaubrücke. Halten Sie das eher für eine gute Sache?" mit "Ja". Befragt wurden insgesamt 510 Linzer und Mühlviertler. Acht Monate und ein Nein zum Vollausbau der A26 von Ministerin Bures später, scheint sich auch die Stimmung innerhalb der Bevölkerung gewandelt zu haben. Das Karmasin-Institut befragte im Auftrag der "Bürgerinitiative Linzer Luft" im November 500 Personen zum derzeit heiß diskutierten Straßenbauprojekt. Nur 35 Prozent der Befragten sind demnach persönlich mit dem Bauvorhaben Westring "sehr einverstanden". Ein Fünftel der Befragten aus Linz und Mühlviertler Randgemeinden lehnt den Westring ab. Immerhin 59 Prozent wünschen sich, dass nach Alternativen zur A26 gesucht wird.

Im Parlament trafen ungeachtet dessen Montagabend die Spitzen des Landes - neben Pühringer Straßenbaulandesrat Franz Hiesl (VP), SPÖ-Chef Josef Ackerl und der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) - mit dem Bundeskanzler, Ministerin Bures und Vizekanzler Josef Pröll (VP) zusammen. Dass die oberösterreichische Delegation die Heimreise mit zufriedenen Gesichtern antreten wird, war bereits im Vorfeld eher auszuschließen. Die Fronten sind verhärtet: Bures hat das rund 500 Millionen teure Projekt aus Kostengründen auf Eis gelegt, vorstellbar wäre für die Ministerin eine Schmalspurvariante in Form einer Landstraße. Was für Pühringer nicht infrage kommt.

Heikle Inserate

Bereits am Montagvormittag sorgte der Westring für einen heftigen Schlagabtausch in der Landesregierung. Grund dafür waren großflächige Pro-Westring-Inserate, die am vergangenen Wochenende in diversen Tageszeitungen im Namen der Landesregierung geschaltet wurden - ohne dass SPÖ und Grüne davon wussten. Grünen-Chef Rudi Anschober: "Die Inserate waren inhaltlich falsch, irreführend und nicht korrekt gekennzeichnet."

Für Anschober ist der Westring in der geplanten Form darüber hinaus "aus Luftgütegründen" nicht genehmigungsfähig. Mit dementsprechenden Werten rechnet Anschober im Zuge der derzeit laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Schon jetzt gebe es Probleme mit Schadstoffen: "Sowohl bei Stickstoffdioxid (NO2) als auch bei Feinstaub (PM10) würden heuer an mehreren Orten in und um die Landeshauptstadt die Grenzwerte klar überschritten." Im kommenden Jahr müssten die Grenzwerte für Feinstaub im Großraum Linz laut EU-Gesetz eingehalten werden, bei Stickstoffdioxid wäre das schon heuer notwendig gewesen. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 30.11.2010)

 

Kommentar posten
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Achmo Ledbid
10
30.11.2010, 17:40
auftragspostings..

...es ist bemerkenswert, dass sich immer gleiches wording von schwachen argumenten in den foren vom standard, OON und bis zum sommer auch auf ooe.orf.at wiederholen bei nahezu ALLEN westring-artikel. gleiche floskeln einer bekannten initiative, die interviews der wohlhabenden leute des "donautales" (welches zerstört wird) online stellt. gemeint ist nur das letzte km des donautals vor linz wo eh schon verkehrsdichte und bebauung ist. fakt ist, dass durch einen bau einer autobahn manche grundstücke mehr wert bekommen und manche weniger. blöd, dass eine bisher teure gegend durch den westring wertvoll im immo-preisindex fallen wird. da ist es wirtschaftlich verständlich für die betroffenen agenturen zu beauftragen mit viral-fäkal-marketing.

Stabilo13
01
30.11.2010, 15:02

am besten gefallen mir die, die aus der stadt wegziehen um mit ihrem einfamilienhaus die landschaft zu zersiedeln, und dann autobahnen bis zu ihrem arbeitsplatz verlangen und dann auch noch eine erhöhung der pendlerpauschale wollen....

Lord Lurch
01
30.11.2010, 15:53
... und dann auch noch grün wählen.

Nicht umsonst ist Gallneukirchen an Stimmenanteilen eine grüne Hochburg. Wahrscheinlich weil die dort eine Autobahn nicht mehr verlangen müssen. Die gibts ja schon längst....

Hubert Hawkins
04
30.11.2010, 10:44
Meinungsumschwung?

Aus zwei unterschiedlichen Meinungsumfragen, die jeweils von einer anderen Interessensgruppe in Auftrag gegeben wurden, einen Meinungsumschwung in der Realität herauszulesen ist gelinde gesagt etwas naiv.

politflüchtling
11
30.11.2010, 08:33

"Der Westring besteht im Wesentlichen aus einer Untertunnelung des Freinbergs und einer vierten Donaubrücke. Halten Sie das eher für eine gute Sache?"

Harhar... da dreht sich ja bei jedem MaFo-Institut der Magen um, wenn einem so eine Fragestellung aufs Aug' gedrückt wird ;-) Man könnte auch fragen:

"Finden Sie es gut, wenn Sie jeden 15. des Monats einfach so 1.000,00 Euro zusätzlich bekommen würden?"

jo scho
 
12
30.11.2010, 07:55
Keine Ahnung

haben die meisten Suderanten hier in diesem Forum. Das Projekt umfasst eine Untertunnelung eines Berges und eines halben Stadtteiles. Da spielen weder Grundablösen eine Rolle, noch kann es eine Alternative in Form einer Bundesstraße geben. Das ist alles schlicht nicht machbar. Entweder es geht so, oder gar nicht und Linz steuert im Nordwesten bis hin zur zentralen Nibelungenbrücke auf den absoluten Verkehrskollaps zu.

Eine Bundesstraße als Tunnel, das würde ja heißen, dass es zwei kilometerlange einspurige Tunnels gibt, mit allen Risiken, die man seit den Tunnelkatastrophen ausschließen wollte. Jedes Sparen kann nur die Sicherheit verschlechtern.

Stabilo13
21
30.11.2010, 14:56

das stimmt so einfach nicht
den "verkehrskollaps" wird es natürlich nicht zwangsläufig geben, warum auch?
alternativen zu autobahnen, die bekanntermaßen nur verkehr anziehen und daher den linzern schaden werden könnte man sich ja auch mal ernsthaft überlegen.
dieses projekt ist auf jeden fall sinnlos (und auch viel zu kostspielig)

posaunist
10
30.11.2010, 16:57
trotzdem wärs schön

an diesem kaff vorbeifahren zu können

10min schneller in salzbug oder münchen

" a wahnsinn " !

politflüchtling
01
30.11.2010, 19:56

ganz genau!

Wenn ich dann von Wien nach Graz fahre, spare ich mir locker 10-15 Minuten durch diesen Westring!

posaunist
00
30.11.2010, 21:14
oder von bregenz nach innsbruck?

unsere bildungpolitik braucht ein neues fach: "hausverstand" oder nennen wirs "billa"

Stabilo13
00
30.11.2010, 17:43

geografie ist nicht ihre stärke oder? ;)

posaunist
00
30.11.2010, 21:10
oh doch

ihre aber nicht

leider

(nehmens die perspektive eines mühlviertlers ein, danke)

thermik2000
 
103
30.11.2010, 06:54
Westring muß kommen

Ohne Mühlviertel wird Linz keine Zukunft haben.
Wer dem täglichen Stau in Urfahr nicht ausgeliefert ist sollte hier nicht dumm posten.Sollen die Mühlviertler mit dem Fahrrad nach Linz fahren.Liebe Linzer ohne Mühlviertel wäre diese Staat ein Kuhdorf und als Industriestandort uninteressant.Und jetzt dürft ihr euch mit roten Stricherln so richtig austoben

Raubmordkopierer
21
30.11.2010, 10:42

Für den typischen Linzer gilt "Rohrbacher" nicht umsonst als Schimpfwort. Sie sind ein schönes Beispiel für den typischen Rohrbacher.

Heinz Anderle
 
00
1.12.2010, 07:27
Nun, gegen die "UU"s...

... wird aber auch geraunzt.

(UU = Urfahr-Umgebung)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Exbeamter
00
1.12.2010, 12:58
auch unter mühlviertler bekannt

posaunist
00
1.12.2010, 17:54
sind das nicht die FR (Freistadt)

UU ist eigentlich LL (Linz-Land)

Decius
00
30.11.2010, 14:25
und für einen Mühlviertler

ist "Linzer" fast so schlimm wie "Wiener". Kommen wir mit solchen Streitereien irgendwohin? Eher nicht.

Michael Bakunin
11
30.11.2010, 09:45

wie wärs mit öffentlichen verkehrsmitteln?
autoverkehr zu fördern ist ein rezept aus em vorigen jahrhundert, und das ist kläglich gescheitert.

He Ho
11
30.11.2010, 11:14
hmmm.

schon mal den täglichen verkehr aus dem nordosten beobachtet?!
hier ist der öfftl. verkehr nicht soooo schlecht...volle "mühlkreisbahnzüge" im halbstundentakt, und busse (die stecken allerdings im standardisierten morgenstau auf der rudolfstr. fest)

ein ausbau der mühlkreisbahn auf einen (utopischen) 5min-rhythmus, würde aber das problem auch nicht beseitigen.
das problem ist nämlich nicht der fehlende öffentliche verkehr, sondern die extrem grosse masse an menschen, die auf diesem einen weg (rudolfstr. und mühlkreisbahn) nach und durch linz strömen.
diesen strom abzuschwächen, wird nur mit einer zusätzlichen brücke und umfahrung gelingen.
alles andere sind leere floskeln.

Stabilo13
10
30.11.2010, 15:00

das stimmt so natürlich nicht, warum soll eine brück das lösen? dann staut es sich eben auf beiden seiten der donau, super. natürlich geht das aber mit einem (weiteren) ausbau des öffentlichen verkehrs. muß man dann eben in rottenegg in den zug/(ev. straßenbahn in zukunft?) steigen anstatt sich nach linz zu staun

Decius
00
30.11.2010, 14:27
Die Mühlkreisbahn

hat leider nur ab Rottenegg einen Halbstundentakt. Alles nördlicher ist - neben der Fahrdauer - da ziemlich aufgeschmissen.

He Ho
00
30.11.2010, 11:34
nordWESTEN

den nordWESTEN meinte ich latürnich...;-)

Michael Bakunin
01
30.11.2010, 11:33

na so viele menschen leben nun wieder auch nicht im nordosten oberösterreichs, dass sich die masse nicht mit guten bahn- und busverbindung bewältigen lässt. ein 15-minutentakt (in der hauptverkehrszeit vielleicht 10 minuten) und eine beschleunigung der strecke würden dazu schon reichen.
und im nächsten schritt sollte man sich überlegen, warum so viele leute nach linz pendeln müssen. es sollte in infrastruktur vor ort investiert werden. die menschen müssen in den orten und städten im ordosten gehalten werden.

posaunist
00
30.11.2010, 16:59
die grünenn wollten ja keine s10

damit die städte im norden (freistadt, budweis) angebunden werden können

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