Feuchte Verhaltensstudie

29. November 2010, 17:06
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    foto: filmladen

    Synchronschwimmen statt Midlife-Crisis: Männer im, auf und neben dem Wasser in Måns Herngrens neuem Film.

Im schwedischen Film "Männer im Wasser" nimmt ein männliches Amateurwasserballettensemble die Weltmeisterschaft in Berlin ins Visier.

Wien - Unter Einfluss von Alkohol werden Menschen schon einmal kreativ und wagemutig. Eine Handvoll schwedischer Männer feiert infolge einer feucht-fröhlichen Zusammenkunft einen Überraschungserfolg als Amateurwasserballettensemble.

Männer in Badeanzügen, die sich an graziösen Bewegungen und Ornamenten versuchen: Männer im Wasser / Allt flyter von Autor und Regisseur Måns Herngren scheint zunächst den Weg von Arthouse-Unternehmungen wie The Full Monty zu nehmen. Genau wie die Dame, die umgehend einen Auftritt der Truppe bucht, stellt man aber fest, dass die Athleten kein Interesse an Klamauk haben. Vielmehr hat sie der Ehrgeiz gepackt. Nach einigen Unstimmigkeiten und anderen Hindernissen nehmen sie die Weltmeisterschaft in Berlin ins Visier und unter Anleitung von Fredriks (Jonas Inde) sportlicher Tochter Sara (Amanda Davin) das Training auf. Diese partielle Verkehrung der Rollen zwischen Vater und Kind hat auf die problematische Beziehung der beiden ebenfalls positive Auswirkungen.

Die wohl einem Koproduktionsabkommen geschuldeten Auftritte deutscher Darsteller, vor allem Jan Henrik Stahlberg als beflissener Sportfunktionär, wirken übersteuert - so als wären diese über den Charakter des Films nicht ganz richtig instruiert. Der zeichnet sich nämlich durch einen möglichst unaufgeregten Zugang aus und vermeidet fast immer den Griff zur nächstliegenden Pointe.

Ein Versäumnis muss man aber festhalten: Im Unterschied zum französischen Spielfilm La naissance des pieuvres, in dem Kunstschwimmen ebenfalls eine Rolle spielt, weiß Männer im Wasser die Choreografien und flüchtigen Ornamente filmisch nicht besonders zu nutzen. Die französische Regisseurin Célina Sciamma verdichtet solche Einlagen zu dynamischen Bild- und Tonfolgen. Da müssen die Herren noch ein bisschen üben. (Isabella Reicher, DER STANDARD - Printausgabe, 30. November 2010)

Timagoras
 
00
2.12.2010, 12:24
ich fand die doku "der männerschwimmclub" sehr gelungen und anrührend:

http://dokumentarfilm.info/index.php... &Itemid=62

word8
00
30.11.2010, 11:05
ich sah vor ca. 2 jahren eine doku über eine

solche truppe aus deutschland. war recht interessant.

ora 600
00
30.11.2010, 02:28
der film ...

... beginnt gut und gibt hoffnung für spätere wendungen.
leider kann das drehbuch in der 2ten hälfte diese nicht erfüllen. da wäre entschieden mehr gegangen und ich meine nicht nur klamauk.
sehr schade.

yokozuna
02
29.11.2010, 23:57
Waterboys

Es gibt einen ähnlichen Film in Japan:

http://en.wikipedia.org/wiki/Wate... %28film%29

Mann40
00
29.11.2010, 18:21

also ich fand die Akteure recht natürlich, angenehm im Vergleich zu den Hollywoodproduktionen.

zuerst ist man als Mann irgendwie peinlich berührt über die "weiblichen" Sportart Synchronschwimmen für Männer, wird aber dann eines besseren belehrt, da der Ursprung doch männlich war.
Und bei den Figuren kommt man anschliessend richtig ins Staunen.

Ritter von Dux
00
29.11.2010, 18:20
oh mann.

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