Im "Problemlokal"

28. November 2010, 19:54
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In der Reality-Doku, Montag um 21.20 Uhr, begleiten Kamerateams Razzien der Finanzpolizei

In die dunklen Gassen des Finanzkriminals lädt ATV ab Montag (21.20 Uhr): In der Reality-Doku "Die Fahnder" begleiten Kamerateams Razzien der Finanzpolizei vom Chinarestaurant bis zur Baustelle.

ATV hat Erfahrung mit Reality-Dokus. In der Machart unterscheiden sich Die Fahnder ja nicht so sehr von "Die Lugners": Die Protagonisten befinden sich in einer bestimmten Situation, erklären sie mit eigenen Worten, danach erklärt sie ein Sprecher mit seinen Worten. Es folgt die Aktion und schließlich wieder ein Kommentar des/der Protagonisten und eine Erklärung des Sprechers. Untermalt ist das alles mit Hintergrundmusik, die klingt, wie ein Raumspray riecht. Ob das Lugner beim Streiten mit Katzi oder Fahnder beim Aufspüren von Schmugglern sind, ist den Machern der Sendung gleich: Man greift auf seine Erfahrungen zurück und weiß: Damit liegt man nicht falsch.

Defizite bestehen dennoch, wie sich beim Besuch im "Problemlokal" herausstellt. Die Fahnder schwärmen aus, der Sprecher erklärt den Hintergrund mit den Worten: "Immer wieder stoßen die Fahnder bei ihren Kontrollen auf Zuwanderer, die keine gültigen Aufenthaltspapiere für Österreich besitzen." Für die Aufgegriffenen hat das eine Abschiebung ins Herkunftsland zur Folge. Um das zu verhindern ist denen, die sich illegal aufhalten jedes Mittel Recht, um vor der Finanzbehörde zu flüchten."

Tja, und wenn einem "jedes Mittel Recht" ist, dann greift man oft zu extremen Mitteln. Zum Beispiel verpixelt man effektvoll die Gesichter der "Aufgegriffenen", übersieht aber, das Firmenschild des "Problemlokals" unkennbar zu machen. Pech, aber so ist es eben - das echte Leben. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 29.11.2010)

  • "Die Fahnder" auf ATV
    foto: screenshot

    "Die Fahnder" auf ATV

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