Mehr als 70 Seiten betroffen - Auch Bittorrent-Suchmaschine darunter
In einer groß angelegten Aktion hat das US-Heimatschutzministerium, bzw. die ihm unterstellte Zollbehörde, mehr als 70 Domain-Namen beschlagnahmen lassen, dies berichtet die New York Times. Dabei wurden die DNS-Einträge der betroffenen Seiten direkt bei der für die Verwaltung der Top-Level-Domains zuständigen ICANN auf eine spezielle Seite der US-Regierung umgestellt.
Argumente
Auf dieser wird darüber informiert, dass die Beschlagnahmen aufgrund von richterlichen Anordnungen im Kampf gegen Produktpiraterie durchgeführt wurden. Tatsächlich finden sich unter den betroffenen Domains einige, die offenbar für den Verkauf von gefälschter Kleidung oder illegitimen DVD-Kopien genutzt wurden.
Suchmaschine
Für einige Diskussionen in der Online-Community sorgt allerdings der Umstand, dass auch die Seite torrent-finder.com betroffen ist. Hostet diese doch selbst keinerlei Material und verlinkt auch nicht einmal direkt auf Torrent-Files, sondern versteht sich lediglich als Meta-Suchmaschine für andere Bittorrent-Seiten. Warum gerade diese Webpage in der Beschlagnahme-Liste gelandet ist, bleibt also unklar.
Online
Zumindest in diesem Fall zeigt sich aber auch die enden wollende Effektivität solcher Maßnahmen, ist die von Ägypten aus betriebene Suchmaschine doch mittlerweile wieder online - wenn auch von einer anderen Domain aus. Im US-Kongress wird derzeit übrigens gerade über weitere Gesetzesverschärfungen diskutieren, der Combating Online Infringements and Counterfeits Act soll das Abschalten von Seiten, die das Urheberrecht verletzen, erleichtern. KritikerInnen nennen dieses Vorhaben weniger freundlich ein "Internet-Zensur-Gesetz", von dem auch viele Webseiten jenseits von File-Sharing betroffen sein könnten. (red, derStandard.at, 28.11.10)
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