Charta der Vielfalt

Sich zu Diversity bekennen

26. November 2010, 17:00

Ernsthaft betriebenes Diversity-Management erhöht die Motivation und Bindung von Mitarbeitern, fördert Kreativität und Innovation - Mit der Teilnahme an der Charta der Vielfalt kann dafür auch ein Zeichen gesetzt werden

Am Freitag fand in der Wirtschaftskammer Wien die feierliche Erstunterzeichnung der österreichischen "Charta der Vielfalt" statt. Damit drücken die Teilnehmer - darunter HP, IBM, Volksbank AG, OMV oder die Bawag P.S.K - ihre "ausdrückliche Wertschätzung für und den Respekt vor Vielfalt aus", sagt Manfred J. Wondrak von der Unternehmensberatung Pauser&Wondrak, Mitinitiator des Projekts. Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen - so einfach ist das, und so schwierig oft in der praktischen Umsetzung.

Wondrak, der gemeinsam mit Geschäftspartner Norbert Pauser seit mehreren Jahren Unternehmen begleitet, die Diversity-Management umsetzen bzw. betreiben, wurde von vielen auf die Charta, die etwa in Frankreich seit 2005 bereits mehr als 2250 teilnehmende Organisationen zählt, angesprochen, sagt er. Initiiert wurde das Projekt dann gemeinsam von der Wirtschaftskammer Österreich als Schirmherrin und der Wirtschaftskammer Wien, die auch für die weitere Abwicklung der "Charta der Vielfalt" verantwortlich zeichnen wird.

Diversity-Management und die entsprechenden Maßnahmen oder Projekte in Unternehmen seien allesamt maßgeschneidert, sagt Wondrak aus Erfahrung. "Es gibt kein einheitliches Rezept: Die einen haben Arbeitsgruppen, die anderen Diversity-Beauftragte eingesetzt. Alle der elf Erstunterzeichner verfolgen dieses Thema seit vielen Jahren konsequent", so Wondrak weiter.

Positive Betrachtung

Rein inhaltlich gehe es um die positive Betrachtung des Phänomens, das in Zeiten der Globalisierung und Individualisierung von Gesellschaften zunehmend auch als unternehmerischer Erfolgsfaktor erkannt werde, so der Berater. "Die Charta selbst umfasst die sieben Kerndimensionen von Diversity: die Unterschiedlichkeiten der Geschlechter, der Lebensalter, der ethnischen Zugehörigkeiten, der Hautfarben, möglicher Behinderungen, verschiedener sexueller Orientierungen, zahlreicher Religionen und Wertehaltungen."

Ab 29. November sind weitere Unternehmen, Organisationen und öffentliche Institutionen eingeladen, die Charta in Österreich zu unterzeichnen, ein Zeichen für Vielfalt zu setzen. Erster Zweitunterzeichner wird L'Oréal Österreich sein, so Wondrak - und er freut sich auf zahlreiche weitere. (haa, DER STANDARD, Printausgabe, 27./28.11.2010)

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