"Wie sollen wir mit verlorenen Gewissheiten umgehen?"

26. November 2010, 17:27
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    foto: ap/marty lederhandler

    Die Anschläge auf die Twin Towers am 11. Sept. 2001 als Symbol einer ungewissen Welt: Mit dem Ende des Kalten Krieges, den überhitzten Blasenkonjunkturen auf den Finanzmärkten, den nach 9/11 in Gang gesetzten Kriegen und der Infragestellung der USA als alleiniger Weltmacht, ist eine neue politische Lage entstanden.

Ich frage mich, warum in vielen Ländern die Debatte über die Knappheit ... - Von Lutz Musner

Ich frage mich, warum in vielen Ländern die Debatte über die Knappheit an Mitteln jene Bereiche trifft, die für die Wissensgesellschaft zentral sind - nämlich Bildung, Kultur, Wissenschaft und Universitäten.

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Ich frage mich, wie wir heute in Österreich und in der Europäischen Union dastehen würden, hätte es weder ein New Yorker 9/11 noch den Börsencrash von 2008 gegeben. Ich frage mich, wie Politik, Kultur und Wissenschaft auf die spannenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts reagieren würden, wären sie nicht unter dem Druck knapper Kassen und anwachsender Staatsschulden. Ich frage mich, warum in vielen Ländern die Debatte über die Knappheit an Mitteln vor allem jene Bereiche trifft, die für unsere Wissensgesellschaft zentral sind - nämlich Bildung, Kultur, Wissenschaft und Universitäten. Und ich frage mich, warum man zwar die Verursacher der größten Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren schont, aber Investitionen für die Jugend und für die gesellschaftliche Zukunft scheut.

Als das Wiener IFK im Sommer 2008 seinen neuen Forschungsschwerpunkt "Verlorene Gewissheiten - Lebenswelten und Wissen im Übergang" konzipierte, konnten wir nicht wissen, welche Aktualität das Thema im Gefolge des Kollapses der Lehman Brothers gewinnen würde. Und wir konnten auch nicht erahnen, dass mit dem Fallschirm für Börsen und Banken eine neue Phase der Globalisierung angestoßen wurde. Globalisierung bedeutet nun nicht nur eine beschleunigte Zirkulation von Kapital, Menschen, Wissen und Gütern. Globalisierung bedeutet nun nicht nur die Herausbildung einer weltumspannenden Konsum- und Medienwelt, in der Marken und Pop-Stars, Billigprodukte und die forcierte Arbeitsteilung zwischen einem reichen Norden und peripheren Billiglohnländern die Lebenswelten der Menschen prägen.

Eine eigene Dynamik

Globalisierung bedeutet nun auch die tendenzielle Umkehr von politischen Hierarchien, das Aufkommen mächtiger politischer Akteure des globalen Südens wie Brasilien oder des pazifischen Raums wie China und Singapur oder des euroasiatischen Raums wie Russland. Dies alles hatte schon in den Jahren vor der Krise seinen Anlauf genommen und unter dem Namen der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) eine eigene Dynamik und ein eigenes Profil angezeigt. Was mit und nach dem Wallstreet-Desaster deutlich wurde, sind seismografische Verwerfungen mit unabsehbaren Folgen. Die USA sind nicht nur in einen aufwändigen und langwierigen militärischen Konflikt mit der islamischen Welt in Afghanistan und seinen umliegenden Regionen verwickelt, sondern befinden sich auch in einer wirtschaftlichen Stagnationsphase gekennzeichnet durch hohe Staatsverschuldung, Entindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Erosion seiner Mittelschichten und der Verstetigung von sogenannten "Working Poor" -Bevölkerungsgruppen. Das Nebeneinander von Reich und Arm ist nicht länger Merkmal der Metropolen in Afrika, Asien und Lateinamerika - zunehmend prägt diese Spaltung auch die Großstädte der USA und Europas.

Mehr denn je ist die Welt ökonomisch und kulturell eins geworden, eins in ihren Krisen und sozialen Ungleichheiten, aber auch eins im Nebeneinander vieler Kulturen, die einander ebenso befruchten wie befremden. Die euroatlantische Moderne, die seit dem 19. Jahrhundert eine unangefochtene Hegemonie trotz Wirtschaftskrisen und Weltkriegen behaupten konnte, ist mittlerweile infrage gestellt. Mit dem Ende des Kalten Krieges, dem Aufschwung neuer Wirtschaftsmächte an der vormaligen "Peripherie" , den überhitzten Blasenkonjunkturen auf den Finanz- und Konsummärkten, den nach 9/11 in Gang gesetzten asymmetrischen Kriegen, der unvollendeten Architektur der Europäischen Union und der Infragestellung der USA als alleinige Weltmacht, ist eine neue politische Lage entstanden. Eine politische Lage, die sowohl von verlorenen Gewissheiten als auch neuen Chancen charakterisiert ist und ein Umdenken nicht nur der Staatsführungen, der Institutionen und Parteien, sondern auch der Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenswelten und sozialen Lagen erfordert. All dies passiert im Rahmen neuer Raum-Zeit-Skalen, denn eine durch Hochtechnologie vernetzte Welt basiert auf schnellen Entscheidungen und unvollständigen Informationen. Nicht alles, was man für eine rationale Wahl braucht, steht zu jenem Zeitpunkt zur Verfügung, zu dem "for good or worse" entschieden werden muss.

Schnelle Entscheidungen

Verloren sind somit nicht nur die "Gewissheiten" , die uns der Käfig des Kalten Krieges vermittelt und im Westen ein beispielloses Wirtschaftswachstum ermöglicht hat. Verloren sind auch die Gewissheiten des Konsum-Individualismus, der im Gefolge von Pop-Kultur und einem breit gestreuten Masseneinkommen entstanden ist. Verloren ist auch die Gewissheit der jungen Generationen, dass sie das Einkommensniveau und die sozialen Sicherungsnetze ihrer Eltern und Großeltern erreichen und die Leistungen des Wohlfahrtsstaates in Anspruch nehmen können. Und verloren ist das Vertrauen der politischen Eliten, die Unwägbarkeiten einer Welt-Risikogesellschaft erfolgreich steuern und mittelfristig die Geschicke ihrer Staaten rational lenken zu können. Vielmehr gilt eine Logik der Ad-hoc-Reaktionen, und die staatstragenden Parteien des Westens agieren mitunter wie im Roman Der Leopard des Fürsten von Lampedusa, wo es sinngemäß heißt, dass sich alles ändern muss, damit alles beim Alten bleiben kann.

Die neue Unübersichtlichkeit des sozialen und politischen Geschehens, die Jürgen Habermas schon in den 1980er-Jahren proklamiert hat, ist nun integraler Bestandteil unseres Alltags. Nichts ist mehr auf Dauer gestellt, und die Zukunft ist in jeder Hinsicht offen - offen allerdings unter den Bedingungen eines hohen individuellen Risikos. Dieses gilt für Ausbildung, Arbeit, Familienplanung und langfristiger Daseinsfürsorge. Sowohl Wirtschaft als auch Politik vermitteln die Botschaft, dass jeder in jeder Lebenslage vor allem auf sich schauen muss und Gemeinwohlleistungen nur noch auf niedrigem Niveau zur Verfügung gestellt werden können. Der schleichende Abschied vom europäischen Modell des Sozialstaates, die Zunahme prekärer Beschäftigungsformen in vielen Bereichen, nicht zuletzt in Wissenschaft und Forschung, forcieren nicht nur Unsicherheiten, sondern auch Ängste. Letztere werden nicht nur durch subjektive Erfahrungen genährt, sondern auch durch einen Diskurs, der die Verursacher der aktuellen Krise unsichtbar macht und die Bringschuld auf die Seite der Steuerzahler verlagert. Dies führt dazu, dass komplexe Realitäten durch die unscharfe Brille von Furcht wahrgenommen werden und sich vor allem die Mittelschichten vom sozialen Abstieg bedroht fühlen. Auch wenn diese Furcht aktuell eher Projektion als Realität ist, so ist doch der Ruf nach starken Männern und Frauen schon deutlich vernehmbar. Die Bereitschaft zu einer Solidargesellschaft für sozial Schwache, Kranke und alte Menschen bröckelt, und junge Menschen befinden sich in der Zwickmühle, zu entscheiden, welche Lebensentscheidungen überhaupt noch tragfähige intellektuelle und finanzielle Investitionen in ihre Zukunft sein können. Studentische Proteste, aber auch der Aufruhr in den Banlieues Frankreichs oder Griechenlands sind Symptome für Schieflagen zwischen den Staaten und ihren BürgerInnen, zwischen den Eliten und den Betroffenen und zwischen den Generationen. Was in der Mitte der Gesellschaft noch eine diffuse Gemengelage von Angst, Befremden und Verabschiedung in eine neo-biedermeierliche Privatheit ist, ist für Jugendliche ohne Ausbildung, erwerbstätige Mütter und MigrantInnen bereits bedrohliche ökonomische Wirklichkeit, mit der sie prekär leben müssen und von der Politik vielfach alleingelassen werden.

Vor diesem Hintergrund lokaler wie internationaler Verwerfungen frage ich mich, wie wir mit verlorenen Gewissheiten im privaten wie im öffentlichen Leben umgehen sollen. Ich frage mich, in welcher Weise die Humanwissenschaften all diese vielfältigen und ineinander verschlungenen Phänomene analysieren können, sodass nicht nur die Wissenschaften, sondern auch die Menschen profitieren.

Und ich frage mich, wie dieser geistige Profit zu einer Orientierungshilfe für viele werden kann. Leichte Antworten darauf gibt es keine, da Wissenschaftsfortschritte und der Takt der alltäglichen Lebenswelten jeweils anderen Rhythmen folgen. Was jedoch für mich außer Frage steht, ist, dass wir WissenschafterInnen nicht nur im Fachjargon schreiben dürfen, sondern die Unsicherheiten unserer Zeit in gut verständliche Medienformate gießen müssen, die viele verstehen und nachvollziehen können. (Lutz Musner, DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 27./28. November 2010)

Lutz Musner, geb. 1954 in Lienz, Osttirol, ist seit 1993 stv. Direktor und Programmleiter des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien.

Er studierte Philosophie, Psychologie und Soziologie an der Universität Innsbruck. Später war er u. a. stv. Generalsekretär der Österreichischen Rektorenkonferenz, in der Stabstelle für Hochschulentwicklung im BM für Wissenschaft und Forschung und Leiter des Büros für Europäische Bildungskooperationen im ÖAAD. 2002 war er Fulbright-Gastprofessor an der Duke University. Er habilitierte sich 2008 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von ihm erschien "Der Geschmack von Wien. Kultur und Habitus einer Stadt" (Frankfurt/Main, 2009) und (gemeinsam mit Rolf Lindner) "Unterschicht. Kulturwissenschaftliche Erkundungen der ,Armen‘ in Geschichte und Gegenwart" (Berlin und Wien, 2008).

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14 Postings
Goellner Ghostwriting
01
18.12.2010, 17:31

Jetzt wird die Wissenschaft als problemlösende Instanz hochbeschworen, als ob diese nicht ebenfalls unter dem zugedrehten Hahn leiden würde.

Igor Gassner
10
29.11.2010, 15:12
Seit 1500 gab es einen

Wettbewerb zwischen König Staat und banken Kapital und das Kapital hat endgültig gesiegt. Der Staat dient dem Kapital und deshalb ist er eine Ruine die immer mehr abgebrochen wird. Man braucht ihn und seine von ihm geschaffenen Institutionen ( dazu gehört Allgemeinbildung und Sozialstaat ) ganz einfach nicht mehr.

Die Demokratie wurde vom Kapital und nicht vom Staat erfunden deshalb müssen sie sich im klaren sein. Sie können nicht beides haben. Entweder Demokratie oder Sozialstaat.

Kapitalismus Luege
01
29.11.2010, 08:39
wenn BRIC auffaehrt,

dann gibt's dort mehr Studenten auf MIT/Cambridge Niveau als Deutsche und schier unerschoepfliche und billige Arbeitsplaetze.

Es hat für das internationale Kapital (und deren staatlichen Gehilfen) keinen Wert mehr, hier in Bildung zu investieren; oder auch in viel zu teure Arbeitsplaetze. Die Arbeiter müssen auch nicht mehr genesen um nach dem Krankheitsfall ihre Arbeit fortsetzen zu koennen.

Deshalb sind Bildung, Arbeit, Gesundheit für's internationale Kapital nicht mehr notwendig; sie werden von Gemein- zu Luxusgütern.

Derzeit gibt's einen Mix, mit dem in der Transitionsphase noch etwas Konsum hier gehalten werden.

Nach einer kommenden Weltwährungsreform sind die Amis draußen, die nur von der Seignorage leben.

- gewonnene Gewißheit ?

realodox
16
28.11.2010, 13:22
gab es denn gewißheiten?

oder ist es nicht eben (immer?) nur die konstruktion von "gewißheit"?!

nichtsdestotrotz.
ein selten schöner artikel vom standard (freundlicherweise veröffentlicht).
man liest sofort, dass er nicht hausintern geschrieben wurde.
das hätte dort auch wohl keiner hingekriegt.

Briccius
01
29.11.2010, 19:20
es gibt Gewissheiten, ...

...das Wort impliziert schon die Konstruktion.
Das Problem scheint mir aber zu sein, dass die meisten Menschen ohne Gewissheiten nicht auskommen können und sich deshalb bei Verlust der einen Gewissheit (einzige Supermacht, grenzenloser Konsum, ewiges Wirtschaftswachstum, Reichtum für alle,...) die andere historisch bekannte Gewissheit wieder einstellt (gods own country, Reich des Bösen,...), mit allen Konsequenzen, die keinen Platz für Zweifel lassen.

Peter Jan
12
28.11.2010, 08:22

"Ich frage mich, in welcher Weise die Humanwissenschaften all diese vielfältigen und ineinander verschlungenen Phänomene analysieren können, sodass nicht nur die Wissenschaften, sondern auch die Menschen profitieren [sic]."

Der Terminus Humanwissenschaft ist Teil des Problems. Das wäre nämlich die Vorstellung, dass der Mensch schon als Naturwesen unmittelbar "festgestellt" sei, und sich nicht erst zu einem geistigen Wesen bilden müsse.
"Humanwissenschaft" ist eine überflüssige Übersetzung aus dem Englischen. Es sollte umgekehrt laufen: Die angelsächsische Welt sollte sich mal endlich darum kümmern, einen Begriff für Geisteswissenschaft zu finden!

Aber die Schildbürger importieren natürlich jede Idiotie, solang sie nur gut klingt.

Aung San Suu Tschi
 
22
28.11.2010, 13:05
Der Begriff Humanwissenschaft umfasst Sozial- UND Geisteswissenschaften

Wissenschaften an der Schnittstelle dieser Bereiche (z.B. Linguistik, Psychologie, Anthropologie) beweisen u.a. dessen Brauchbarkeit.

Die angelsächs. Welt ist bei allen wiss. Forschungen vorn, Englisch seit Jahrzehnten die Wissenschaftssprache.

Wir mitteleuropäischen Liliputaner können den "Angelsachsen" gar nichts vorschreiben, im Gegenteil, wir müssen uns bemühen, im internationalen Wissenschaftswettbewerb nicht noch mehr zurückzufallen.

Die 17 besten Unis der Welt sind englisch-sprachig, Nr. 18 ist die ETH Zürich. Die Uni Wien hat Platz 143, die TU Wien 240.

In keinem and. EU-Land steht man der Forschung so negativ gegenüber wie bei uns.

Auch deshalb ist der jetzige Kahlschlag, das Killen der freien Forschungsinstitute möglich.

Aung San Suu Tschi
 
00
28.11.2010, 01:27
Musner war auch an der Chicago University

Sein ausgezeichneter Beitrag wirft auch die Frage auf, inwiefern d. Theorienbildung d. letzten Jahrzehnte in d. Humanwissenschaften (& sie sind nicht "sogenannte", sondern wirkliche Wissenschaften, Mike 1004) zu d. verlorenen Gewissheiten beigetragen haben.

Wie viele d. postmodernen Theoretiker waren früher marxistische "Priester" (Lyotard, Derrida z.B.), die umgeschwenkt die neoliberale Zerfaserung z.T. mitbegründeten, dadurch schöne Professuren einheimsten (s. Homi Bhabha) & es zur US-Zufriedenheit geschafft haben, zwei Generationen eigentlich Intellektueller geistig & politisch lahm zu legen?

Jetzt wird die soziale & politische Verantwortung wieder entdeckt, nicht nur als Spivaksches Blabla, sondern wirklich. Gut so. Gemmas an.

mike1004
24
27.11.2010, 08:50
Wissenschaft ist abhängig

"Ich frage mich, in welcher Weise die Humanwissenschaften all diese vielfältigen und ineinander verschlungenen Phänomene analysieren können, sodass nicht nur die Wissenschaften, sondern auch die Menschen profitieren."

In keinster Weise können die sg. Humanwissenschaften irgendetwas analysieren, weil die Wissenschaften systemimmanent und - abhängig sind. Sie analysieren nicht, sondern laufen nur mit (man kann das z.B. an der Ideologisierung der Lehrpläne sehen: Gender etc.).

Man schnappt an den Unis ein paar Zeitgeist-Idiosynkrasien auf, kann sie im Schlaf (dann als Taxler) runterplappern, aber der Wirklichkeit geht man verlustig.

es sei bemerkt
00
27.11.2010, 20:23

ah, you chose to pose

gärtner
20
27.11.2010, 16:30

wer ist denn nicht abhängig?

mike1004
01
27.11.2010, 22:17
wer ist denn nicht abhängig?

Welche wissenschaftliche Aussagekraft haben "Analysen", wenn sie abhängig sind?

gärtner
00
28.11.2010, 02:53

fragen sie das einen gewissen herrn heisenberg.

mad professor
01
27.11.2010, 13:26

gibt kaum eine berufsgruppe die staerker mit 'wirklichkeit' konfrontiert ist als taxler...

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