Wenn frühes Schlafengehen verboten ist

28. November 2010, 19:10
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Die Botschaft: Schlafengehen ist cool, ob sie bei den Kindern ankommt, bleibt offen

Aufhören können Kinder ja so und so nicht. Außer bei lästigen Pflichten, beim Spiel nie. Recht so! Manchmal nervt es aber. Eindrückliche Beispiele dafür bieten sich immer beim Schlafengehen an. "Noch fünf Minuten!" , "Nur noch das eine Mal!" , "Eine Geschichte noch, bitttteee" und so weiter. Das kennen alle Eltern - wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Freunde etwa haben eine Tochter, die geht gern freiwillig früh schlafen. Warum, weiß niemand. Kein Bitzeln, kein Betteln, einfach fröhlich ab ins Bett. Und wir schauen. Vor Neid.

Warum ist der Schlaf so ein Krampf? Wer nicht selbst einen der zirka fünf Millionen Ratgeber zur Hand nehmen will, kann's mit diesem Buch probieren. Geht ab dem dritten Lebensjahr und ist gedacht für "Kinder mit Einschlafproblemen".

Amy Krouse Rosenthal dreht den Spieß um: Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte, heißt es. Erzählt wird - in knappen Sätzen und tollen Illustrationen - von einer jungen Eule, die nicht schlafen gehen darf. "Wer einmal eine große kluge Eule werden will, muss abends lange aufbleiben" , mahnt Papa. Die mitlesenden Kinder dürfen dann sehen, wie sehr sich der Vogel anstrengt, dass die Zeit vergeht und er endlich zu Bett gehen darf. Die Botschaft: Schlafengehen ist cool. Ob sie bei den Kindern ankommt, bleibt offen. (Peter Mayr; DER STANDARD, Album, 27.11.2010)

 

  • Amy Krouse Rosenthal, "Die kleine Eule, die nicht immer so lange 
aufbleiben wollte" . € 10,20 / 36 Seiten. Hanser Verlag, München 2010
    foto: hanser verlag

    Amy Krouse Rosenthal, "Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte" . € 10,20 / 36 Seiten. Hanser Verlag, München 2010

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