Weicher Gummi, harte Nägel

  • Grip ist wichtig, Sichtbarkeit noch wichtiger.
>Foto: Rike / pixelio.de 


 
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    Grip ist wichtig, Sichtbarkeit noch wichtiger.

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Viel wichtiger als der Grip sind "die Sichtbarkeit. Beleuchtung und Reflektoren sind im Winter das Um und Auf."

Genau genommen, räumt Martin Rösner ein, sei die Sache mit den Winterreifen ein Randaspekt: "Wir verkaufen 40 Paar im Jahr." Dennoch, betont der Chef von roadbiker.at, werde die Frage, ob und wie man Fahrräder winterfest machen kann, "jedes Jahr öfter gestellt". Doch im Gegensatz zu Autos - und verstärkt auch Motorrädern - gibt es für Fahrräder kaum "echte" Winterreifen: "Den meisten Radfahrern reicht ein grobstolligerer Mountainbikereifen. Wichtig ist, dass der Stollenabstand nicht zu eng ist."

Der echte Winterreifen sei jedoch ein Nischenprodukt: "Richtige Winterreifen haben Spikes. 240 kleine Nägel, die zwei Millimeter aus dem Gummi ragen. Damit geht es wie beim Speedway in die Kurve." Hightechschnickschnack oder spezielle Gummigemische, bedauert der Radexperte, spiele es nicht: "Ein bisserl weicher, aber sonst nix Besonderes." Spikereifen (ab 60 Euro) gibt es für Mountain- und Trekkingräder - dass jemand die Dinger aufs Rennrad knallt, ist dem Händler "noch nicht untergekommen".

Breiter und weicher lautet Rösners Wintermotto: Weniger Luftdruck bedeutet mehr Grip. Viel wichtiger aber sei etwas anderes: "Die Sichtbarkeit. Beleuchtung und Reflektoren sind im Winter das Um und Auf."

An spezielle Winterpflege glaubt Rösner indes nicht: Es gäbe zwar spezielle Kettenöle, aber die übliche Wartung genüge: "Natürlich ist der Verschleiß bei Matsch und Rollsplit größer - so wie beim Mountainbiken im Gelände." Und Salz mögen Radkomponenten auch nur sehr bedingt.

Davon, das Bike nach jeder Winterfahrt zu waschen, hält der Fahrradhändler nichts: "Ein bisserl Wasser reicht." Eines aber sei tödlich: "Der Kärcher drückt Salzreste und Dreck überall rein - und macht alles nur noch schlimmer." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/26.11.2010)

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