Keine Zeit der Völlerei

27. November 2010, 08:38
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Erwachsene oft schlechtes Vorbild - Übergewicht auf dem Vormarsch

Wien - Vor übermäßigem Konsum vorweihnachtlicher Leckereien warnt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. In einer Aussendung am Freitag forderte Dorner Erwachsene auf, sich ihrer Vorbildfunktion bewusst zu sein und ihrem Nachwuchs zu zeigen, dass man die Vorweihnachtszeit auch genießen könne, ohne sich von einer Kalorienbombe zur nächsten zu hangeln. "Der Advent ist von einer besinnlichen Zeit zu einer Zeit der Völlerei verkommen", kritisierte Dorner. Vor allem der Zucker sei allgegenwärtig - im Punsch, im Glühwein, in der Zuckerwatte, in den Weihnachtskeksen. Übermäßiger Genuss könne zu Übergewicht, schlimmstenfalls zu Diabetes führen - beides sei bei Kindern und Jugendlichen ohnehin schon auf dem Vormarsch. So habe sich die Anzahl der adipösen Burschen innerhalb von nur vier Jahren verdoppelt, schlug Dorner Alarm. Erwachsene sollten sich bewusst sein, dass sie Kindern durch ihr eigenes Konsumverhalten ein schlechtes Vorbild geben würden.

Chips-Diät dominiert

Dorner: "Regelmäßig belegen Studien, dass unsere Kinder übergewichtig sind und durch falsche Ernährung, kombiniert mit zu wenig Bewegung, die Grundlage für chronische Erkrankungen gelegt wird. Eltern sollten vorleben, dass man die lukullischen Besonderheiten der Adventszeit auch mit Maß und Ziel genießen kann." Doch auch abseits der Weihnachtszeit sei ein bewusster Umgang mit Ernährung dringend notwendig: "Wiener Kinder und Jugendliche naschen täglich im Schnitt doppelt so viel Schokolade wie ihre Altersgenossen in den Bundesländern. Nur 16 Prozent des Nachwuchses nehmen die empfohlene Menge an Obst und Gemüse zu sich", zeigte Dorner gravierende Ernährungsfehler auf. Auch Vollkornprodukte seien nicht "in", stattdessen dominiere die "Chips-Diät", kombiniert mit unzureichender Bewegung. Dorner: "Der wiederholte Griff ins Chipssackerl ist keine isometrische Übung." Die - zumeist von Erwachsenen vorgelebte - Fehlernährung resultiere letzten Endes in Übergewicht und chronischen Erkrankungen. "Kranke Kinder werden kranke Erwachsene. Und das gilt es zu verhindern", betonte der ÖÄK-Präsident abschließend. (red)

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