Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 800x515Als die Regeln bezüglich Frisur wieder gelockert wurden: beim Aufwärmen mit Herbert Prohaska. Weigl hier bereits im Dress der Admira.

Helmut Weigl heute und gut aufgelegt: "Es war eine wunderschöne Zeit"
Wien - Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Alte Weisheit, stimmt nicht immer. Das Große Wiener Derby am 29. September 1973 im Praterstadion war eine der Ausnahmen. In der 81. Minute stürmten massenweise Zuseher an den Spielfeldrand, der Schiedsrichter konnte die Sicherheit der Spieler nicht mehr gewährleisten und brach die Partie ab. Warum? "Na weil der Heli in der 80. Minute zum Ausgleich getroffen hat." Der Mann, der über sich in der dritten Person spricht und über beide Ohren grinst, ist Helmut Weigl, Ex-Austrianer und Derby-Spezialist.
Das 1:1 vor 30.000 Zusehern wurde nicht gewertet, zur Wiederholung des Spiels kam es erst im Dezember. "Ich glaube damals hatte es minus 35 Grad", neigt Weigl zur Übertreibung. Die klirrende Kälte hinderte den defensiven Mittelfeldspieler jedenfalls nicht daran, in der Südstadt den Treffer zum 1:0 zu erzielen. Das Match endete 3:1, einer von fünf Derby-Siegen, die Weigl mit der Austria feiern konnte. Den Erfolgen stehen zwei Unentschieden und vier Niederlagen gegenüber. "Vier Niederlagen? Mahlzeit, ich bin entsetzt", mimt er mit einem Lächeln den Unwissenden.
Eine verschärfte Revanche
Eine, an die er sich lebhaft erinnern kann, ereignete sich am 12. Mai 1974. Hans Krankl erzielte damals sämtliche Treffer zum 4:0 für Rapid, das tat weh. Aber nicht lange. Fünf Tage später deklassierte die Austria den Erzrivalen im Cup mit einem 6:2-Kantersieg. Die Torschützen der Violetten hießen Alberto Martinez, Julio César Morales, Karl Daxbacher, zwei Mal Ernst Fiala und natürlich Helmut Weigl. "Nach dem 0:4 waren wir heiß", erklärt der 58-Jährige die erstaunliche Trendwende. Drei Treffer erzielte Weigl in der Saison 73/74, alle gegen Rapid. Natürlich gibt es dafür nur eine vernünftige Erklärung: "Das Derby hat eigene Gesetze, abgedroschen, aber wahr."
Weigl war zehn Jahre alt als er vom SV Wienerfeld in den Austria-Nachwuchs wechselte, noch vor seinem 18. Geburtstag trat der große Ernst Ocwirk, damals Trainer der Kampfmannschaft, an ihn heran: "Burli, wir fahren auf Trainingslager und Du kommst mit." Zunächst musste sich der Jungkicker allerdings von seiner Haarpracht trennen. "Wenn Du spielen willst, musst Du vorher zum Friseur", erklärte Ocwirk unmissverständlich, dabei wollte Weigl "aussehen wie George Best". Aber für den autoritären Ocwirk, dessen Trainerqualitäten Weigl in höchstem Maße lobt, fiel die blonde Mähne gerne.
Große Trainer, schneller Abgang
Ernst Ocwirk, Heinrich Müller, Karl Stotz, Béla Guttmann, Josef Pecanka, Josef Argauer, Robert Dienst - Weigls Trainer waren Größen des Fußballs, mit allen kam er gut aus, nur mit Stotz wollte es nicht funktionieren: "Ich war nicht sein Typ, ich durfte nur spielen, wenn kein anderer mehr gehen konnte." Als bekannt wurde, dass Stotz vor der Rückkehr zur Austria stand, wechselte Weigl nach dreizehn Jahren in Violett zur Admira. Just im Jahr nach seinem Abgang ging der Meistertitel 1976 wieder an die Austria. "Vielleicht hätte ich doch auf Prohaska hören sollen", zeigt sich Weigl ein wenig reumütig. "Heli, sei jetzt nicht deppert, Deine Probleme mit Stotz sind lange her", habe ihn Österreichs Jahrhundert-Fußballer zum Verbleib überreden wollen.
Kommt die Rede auf Prohaska, gerät Weigl ins Schwärmen: "Er war unglaublich, mit 15 spielte er reihenweise Nationalspieler schwindlig." Nicht der einzige Mitspieler der beim Wiener Spuren hinterließ: "Fiala habe ich die ersten Wochen gesiezt. Er war am Platz vielleicht ein Häferl, nachdem Spiel aber eine absolute Vaterfigur. Ich habe geweint als er den Verein verlassen hat. Der Herbert auch." Prohaska war nicht die einzige Übermacht im Nationalteam: Hickersberger, Hattenberger, Jara - da gab es kein Vorbeikommen. In einem freundschaftlichen Länderspiel gegen Deutschland reichte es dennoch zu einem Einsatz.
Ein unvergesslicher Abend in Madrid
Der Karriere-Höhepunkt war laut Weigl aber ein anderer: am 23. Oktober 1974 spielte die Austria im Achtelfinale des Europacups der Cupsieger auswärts gegen Real Madrid. "Wir waren eine richtig gute Truppe, die schnellen Fußball spielen konnte", das Match vor 60.000 Zusehern im Bernabeu ging zwar 0:3 verloren, das Ergebnis sei aber täuschend ausgefallen. Auch ein Testspiel in Sevilla blieb Weigl in Erinnerung. Drei Gegenspieler habe er ausgetanzt, das Publikum skandierte "Ole!" und Sevilla-Coach Max Merkel zeigte sich nach dem Spiel interessiert.
Aus einem Auslandstransfer wurde nichts, zu oft wurde Weigl von Verletzungen zurückgeworfen. Aber selbst wenn sein Einkommen als Fußballer in Österreich ("Wenn einer pfuschen war, hat er drei Mal so viel verdient wie ich") gering war, lässt er nicht den geringsten Zweifel aufkommen: "Einmal violett, immer violett. Es war eine wunderschöne Zeit". (Philip Bauer; derStandard.at; 26. November 2010)
Helmut Weigl (58) spielte von 1962 bis 1975 für die Wiener Austria, gewann mit ihr zwei Mal den Cup. Danach war er für die Admira und Innsbruck aktiv. Am 3. September 1975 absolvierte er gegen Deutschland (0:2) sein einziges Länderspiel. Er lebt heute in Wien.
Links
Helmut Weigl auf austria-archiv.at
(Oben: Obermayr, Janotka, Englisch, Samer, Pichler, Vukman, Prohaska, Morales, J. Sara - Unten: Wagner, Weigl, R. Sara, Bendekovits, Fiala, Martinez, Schwarz, Krieger)
Das Remis im 305. Wiener Derby ist für die Austria ein doppelter Schaden. Der Vorsprung auf Verfolger und Meister Salzburg beträgt nur noch sechs Punkte, außerdem wurde Historisches verpasst
Stimmen zum 2:2 im Wiener Derby am Sonntag
2:2 beim Aufeinandertreffen der Stadtrivalen Austria und Rapid
Die Austria gewinnt zum Jahresauftakt das Derby gegen Rapid mit 2:1. Hosiner erzielt Doppelpack, Rapids Boskovic schmeißt früh die Nerven weg
Gorgon beim 2:0 mit zwei Toren Matchwinner gegen indisponierte Rapid, Gelb-Rot für Prager - Vermummte Rapid-Randalier zettelten vor dem Stadion Ausschreitungen an
Bei Rapid will man das Derby so schnell wie möglich hinter sich lassen. Unterdessen ist Matchwinner Roman Kienast endgültig am Verteilerkreis angekommen
Die Wiener Austria hat das 302. Derby sehr souverän gewonnen. Noch dazu im Hanappi-Stadion. Der Ex-Rapidler Roman Kienast hat dabei zwei Tore erzielt
Die Austria und Rapid trennten sich torlos, beide wahrten zumindest ihre Titelchancen. Das 301. war unwesentlich besser als das 300. Derby
Immerhin wird die 300. Auflage des Wiener Derbys in Erinnerung bleiben - weil das 0:0 extrem niveaulos war. Vielleicht konnten die Akteure gar nichts dafür. Der Fußball ist eben so
Die Jubiläumsausgabe des Duells zwischen Rapid und Austria endet vor beinahe 30.000 Zuschauern mit einer enttäuschenden und unansehnlichen Nullnummer
Das Derby verzichtete auf einen Sieger. Für die Austria traf Jun, für Rapid scorte Burgstaller. Das Spiel war nicht außergewöhnlich, aber doch intensiv und spannend
Die Austria dominierte das friedliche Derby nach dem traurigen Derby klar. Im Happel-Stadion wurde Gastgeber Rapid durch Tore von Barazite, Junuzovic und Linz ins sportliche Elend gestürzt
Das Derby wurde nach 26 Minuten abgebrochen. Zum Teil vermummte Rapid-Hooligans stürmten das Spielfeld des Hanappi-Stadions
Das 300. Derby zwischen Rapid und der Austria steht an. Das Jubiläum zwang die Legenden Karl Brauneder und Felix Gasselich an den Stammtisch. Christian Hackl und David Krutzler lauschten.
...kann ich mich dunkel (ich war natürlich damals fußballfankind) an sonntags-vormittags-spieltermine erinnern. für kinder war´s super...
oder an EC-heimspiele als doppelveranstaltung mit dem stadtrivalen im praterstadion. besonders gelungen...
Ein schöner Blick in eine andere Fußballzeit.
Irgendwie war die für mich authentischer und symphatischer, auch wenn man die Sport-Art Fußball von damals mit der heutigen Art von Fußball nicht mehr vergleichen kann.
Aber gut das ist halt der Lauf der Zeit.
Manche Fans: "....damals....", was nicht alles war....wen interessierts...
Fragt einmal Spieler unserer Mannschaft (geht bei jedem Verein, auch Rapid), 95% haben nichts mehr mit Tradition am Hut! Nur Geld, Gier, Frauen, Autos...! Wechsel von einem Verein zum anderen...weils Ihnen einfach scheiß egal is...die Zeit ist eine andere!
Aber träumen dürft Ihr noch, solange Ihr könnt!
Wenn ich mir das Gekicke von damals ansehe...muss ich lachen...Standfussball vom Feinsten, ohne Abseits einfach vor Flanken, etc....! Lächerlich!
Sag mal wie alt oder sollt ich besser schreiben jung bist du eigentlich? Ja, der Fußball hat sich verändert, aber das ist doch kein Grund sich deshalb nicht mit dem Fußball von damals auseinanderzusetzen, aber es zwingt dich ja eh niemand. Du selbst wirst nunmal auch nicht mehr jünger. Dann wirst wohl auch du dich mal an das ein oder andere Spiel oder an Spieler zurückerinnern. Klingt für mich so als hättest du ein bissal Panik vorm älter werden.
Ich sag ihnen was: Junuzovic und Baumgartlinger wären damals Aliens gewesen, wo die Tricksalan von damals nur blöd gschaut hätten, wie man Fußball mit Dynamik, Tempo und Effizienz spielt.
Bei ihnen würde aber auch im Schach Wilhelm Steinitz Magnus Carlsen mit kreativen Varianten überraschen, gell? ;-)
sorry, aber dem kann ich ganz und gar net beipflichten. in absolut jeder sportart gab es logischerweise veränderungen im laufe der jahre, ich kann doch bitte schön nicht die zeit von damals 1:1 mit der heutigen vergleichen. sieh dir beispielsweise skirennen aus der ära des klammer-franzls an ... der hätte heutzutage natürlich auch kein leiberl mehr. was aber nüsse daran ändert, dass er zur DAMALIGEN zeit ein ausnahmekönner war.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.