Schönborn "hat niemals geschwiegen"

Markus Rohrhofer
25. November 2010, 19:25
  • Kardinal Schönborn weist Vertuschungsvorwürfe zurück, doch Opfer überlegen eine Anzeige
    foto: apa/schlager

    Kardinal Schönborn weist Vertuschungsvorwürfe zurück, doch Opfer überlegen eine Anzeige

Nach massiven Vorwürfen eines Ex-Mitarbeiters geht die Erzdiözese in die Offensive: Die Vorwürfe gegen den Kardinal seien "haltlos und unfair"

Wien - "Der Kardinal hat in Sachen Missbrauch niemals geschwiegen", stellt dessen Sprecher Erich Leitenberger klar. Vonseiten der Erzdiözese weist man damit die massiven Vorwürfe eines ehemaligen Mitgliedes der Ombudsstelle der Erzdiözese Wien zurück. Der Psychologe Holger Eich hatte im Gespräch mit dem Standard kritisiert, dass man vonseiten der Ombudsstelle Schönborn über Missbrauchsfälle in kirchlichen Bereichen stets informiert habe, dieser aber oft zu "entscheidungsschwach" gewesen sei, um Konsequenzen zu ziehen. Auch von vielen der heuer öffentlich gewordenen Fälle habe der Kardinal "mit Sicherheit" gewusst, führte Eich aus.

Leitenberger: "Diese Anschuldigungen sind völlig haltlos. Und letztlich unfair, denn Christoph Schönborn war es, der auch öffentlich die Hoffnung geäußert hat, dass sein unmittelbarer Vorgänger, Kardinal Hans Hermann Groër, die Kraft zum Bekenntnis findet. Umso entschlossener hat er, als er 1995 die Verantwortung für die Erzdiözese Wien übernahm, dafür gesorgt, dass die Wahrheit über das Thema Missbrauch im Mittelpunkt steht, einschließlich der Vorbeugung."

Opferplattform prüft Anzeige

Außerdem habe Schönborn die erste diözesane Ombudsstelle für die Opfer von sexuellem Missbrauch im deutschsprachigen Bereich eingerichtet. Leitenberger: "Jedem einzelnen Fall wurde konsequent nachgegangen. Wo es notwendig war, wurden Tatverdächtige ihres Amtes enthoben und angezeigt. Seit 1995 gilt die Weisung, in Fällen des sexuellen Missbrauchs oder der Gewaltanwendung eng mit den Sicherheits- und Justizbehörden zusammenzuarbeiten. Zugleich gilt seit damals, in erster Linie die 'Perspektive der Opfer' einzunehmen."

"Entsetzt" zeigte sich hingegen die Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt: "Österreichs ranghöchster Geistlicher hat nun jegliche Glaubwürdigkeit eingebüßt. Immerhin könnte er Täter vor Strafverfolgung geschützt und Opfer um zivilrechtliche Ansprüche gebracht haben." Ein Grund, warum man jetzt rechtliche Schritte prüfe.

"Wir überlegen ein strafrechtliches Vorgehen gegen Kardinal Schönborn. Und appellieren an die Justiz, eine Hausdurchsuchung im bischöflichen Palais durchzuführen, um so an geheime Missbrauchsakten zu gelangen und um so auch Fälle vor der Verjährung zu retten", erläutert Plattform-Sprecher Sepp Rothwangl. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD Printausgabe, 26.11.2010)

 

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    Fuer diesen Satz muesste Herr Leitenberger zureucktreten:

    "Und letztlich unfair, denn Christoph Schönborn war es, der auch öffentlich die Hoffnung geäußert hat, dass sein unmittelbarer Vorgänger, Kardinal Hans Hermann Groër, die Kraft zum Bekenntnis findet."

    Straftaten gehoert angezeigt und vor Gericht und die Opfer gehoeren entschaedigt. Man koennte wohl dieser unmoralischen (Kirchen)Logik folgend bei jeder Straftat sagen: "Ich habe als Verantwortlicher und/oder Beobachter der Straftat die Hoffnung geaussert, dass der Kriminelle die Tat nicht begeht oder sie bereut und die Kraft zum Bekenntnis findet." Hallo!

    reden ist schweigen und silber ist gold.

    Auch hier wird deutlich, Datenschutz ist absichtlich vom falschen Ende her gemacht.

    Wer einer Dokumentation seiner Taten gegenübersteht, verlangt das Ignorieren wegen unbefugter Dokumentation.

    Aber hallo - wenn jeder sein Leben dokumentierte, wären die Spielregeln klar - das Vis a Vis kann heimlich aufzeichnen - ich bleibe bei der Wahrheit oder verweigere jegliche Angaben.

    Das wäre für's Amtsgeheimins, das ja nur bei good will gilt, der Genickbruch und beendete viel Korruption.

    Will das niemand?

    Nicht schweigen und nicht reden, das schafft nur ein Kardinal.

    der kardinal der unverbindlichen worte....

    Ja, sapperment!

    Wie könnt ihr es wagen, einem heiligen Mann Fehler zu unterstellen?

    Einem katholischer Würdenträger kann doch nur dann ein Fehlverhalten angelastet, wenn er menschlichen Neigungen, zB der Lust nach Sex mit einer Frau/einem Mann, nachgeht.

    Versündigt euch nicht! Das Fegefeuer hat der Ratzinger zwar abgeschafft, aber so schnell könnt ihr gar nicht schauen, ist es wieder eingeführt!

    Deshalb: Fürchtet euch! - Auch weiterhin.

    Naja, wenn Leitenberger seine Nebelgranaten dazu abgegeben hat, dann ist ja alles geklärt.

    Roma locuta, causa finita!

    Leitenberger

    da sagt der herr leitenberger was, das so nicht stimmt und doch hüllen sich sofort alle in großes schweigen. ich versteh das ehrlich nicht...

    Der ganze Missbrauchskram ist eh bloß eine Erfindung

    der Bilder.berger:

    http://www.civitas-institut.de/index.php... &Itemid=33

    Schönborn "hat niemals geschwiegen"

    ? - stelle ich mir anstrengend vor !!

    was der wohl so alles im schlaf an märchen erzählt...?

    "Zugleich gilt seit damals, in erster Linie die 'Perspektive der Opfer' einzunehmen."

    ..und sich als Opfer sehen? Etwa mit der Behauptung, Sexueller Missbrauch in der r.-k. Kirche sei auf "Versuchung des Teufels" zurückzuführen?

    unter opfer

    meinte er wohl die armen nunmehr des mißbrauchs ins tageslicht gezerrten "geistlichen"

    ohne prophet sein zu müssen:

    eine vorhersehbare wortmeldung des herrn leitenberger.

    "der mohr hat seine arbeit getan, der mohr kann gehen." (schiller, in: othello)

    othello

    wie wäre es mit der "verschwörung des fiesco zu genua"?

    Interessant!

    Da hast Du ja ein ganz unbekanntes Stück von Schiller entdeckt.

    Und ich Dummerle dachte immer, das gäbe es nur von Shakespeare.

    Ach Jürgen, natürlich ist Othello von Shakespeare, allerdings hat in dieser Fassung eben der Schiller den Othello gegeben und hatte unglaubliche 39 Vorhänge! ;)

    Hat er doch!!

    Hat er doch!! Hat er doch!! Hat er doch!! In meinem Fall seit 1994!!!

    Bitte melde Dich!

    Bitte melde Dich bei uns:
    www.wir-offenbaren.com
    www.betroffen.at

    LG
    Sepp

    er hat sicher nie geschwiegen, nur zu diesem Thema halt nichts gesagt, so wie alle seine Vereinsbrüder auch

    mit noblesse und diplomatie kann man auch mit viel reden nix sagen ......
    missbrauch des redens (blablabla) wird aber kaum strafverfolgt.
    befangenheit? verfangenheit? -entlastungsgrund?

    schönbrunn ist ein ganz besonders

    sympathischer kuttenträger! er redet so salbungsvoll.

    Ja, besonders wenn er auf Schloss Schönborn eine Messe liest ;-)

    Glaubte der an Gott, lügte er nicht so!

    Grammatik ...

    lügen, log, gelogen ...
    löge, nicht "lügte" wäre korrekt !

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