Gewalt am Arbeitsplatz

"Angst den Arbeitsplatz zu verlieren"

Marietta Türk, 1. Dezember 2010, 11:26
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    foto: apa/hans klaus techt

    Am Arbeitsplatz sind die häufigsten Formen von Gewalt sexuelle Übergriffe und Mobbing (gestellte Aufnahme)

Sexuelle Belästigung beginnt häufig in Form von "harmlosen Witzen" - Die Sensibilität für Mobbing hat dagegen zugenommen

Noch bis 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, finden derzeit die "16 Tage gegen Gewalt"  - eine Kampagne für die Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechte - statt. Auch am Arbeitsplatz ist Gewalt ein Thema: Zwischen 40 und 90 Prozent aller Frauen sind laut internationalen Untersuchungen irgendwann in ihrem Leben mit Formen von Gewalt und Belästigung im Job konfrontiert. Ein Projekt, initiiert von Mental Health Europe, das von der europäischen Kommission für Freiheit, Sicherheit und Recht gefördert wird, will nun auf diese Tatsache aufmerksam machen. Acht europäische Länder nehmen daran teil. Für Österreich hat pro mente Austria mitgearbeitet.

"Es war sehr schwer überhaupt österreichbezogene Daten und Statistiken zu sammeln, weil es wenige Studien gibt", erzählt die österreichische Projektkoordinatorin, Anna Stückler. Österreich liegt gemeinsam mit Griechenland und Rumänien im Mittelfeld bei den Vorkommnissen. "Besonders verbreitet sind Mobbing und sexuelle Belästigung", weiß Stückler. Sexuelle Belästigung beginne häufig in Form von "harmlosen Witzen" und würde sogar von den betroffenen Frauen oft banalisiert. Immer mehr zur Kenntnis genommen werde hingegen Mobbing. Frauen im Gesundheits- und Pflegebereich, in der Tourismusbranche aber auch im administrativen Bereich seien besonders häufig betroffen.

Symptome mit Folgen

"Die Betroffenen haben oft Angst sich lächerlich zu machen oder den Arbeitsplatz zu verlieren und vertrauen sich deswegen niemandem an", so Stückler. Dabei ist es wichtig die eigenen Grenzen abzustecken und darüber zu sprechen. Denn Gewalt und Belästigung haben unmittelbare Auswirkungen: Konzentrations- und Motivationsmangel, Verlust von Selbstvertrauen, Depression, Wut, Angst und Reizbarkeit. Das ist auch schlecht für Unternehmen, weil das ganze Arbeitsklima davon beeinflusst werden kann. "Arbeitgeber müssen gesetzlich dafür sorgen, dass Gewalt und Belästigung im Unternehmen nicht vorkommt", so Stückler.

Ebenso wie bei Stress sei es wahrscheinlich, dass die psychischen Symptome sich zu körperlichen und psychischen Erkrankungen, Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum entwickeln. Die Folgen: Arbeitsunfälle, Invalidität oder sogar Suizid.

Zu Wort melden

Betroffenen Frauen rät Stückler das direkte Gespräch zu suchen und klarzustellen, dass das Verhalten des Kollegen, der Kollegin oder des Vorgesetzten nicht in Ordnung ist. "Auf alle Fälle sollte man sich auch Familienangehörigen anvertrauen, weil Reden allein schon oft hilft die Situation einzuschätzen", so Stückler. Helfe das alles nicht, sollten Beweise gesammelt, Kollegen als Zeugen einbezogen werden und das Gespräch mit einer Vertrauensperson in der Firma gesucht werden.

Hilfestellung

Ein Ergebnis des europaweiten Projektes ist die Broschüre "Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz.... Reden statt Schweigen". Sie richtet sich nicht nur an die weiblichen Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz, sondern soll für alle ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen eine Hilfestellung zum Erkennen von Gewalt am Arbeitsplatz sein und nicht zuletzt eine Anleitung für den entsprechenden Umgang mit der Problematik.

Neben allgemeinen Informationen zu Gewalt, Mobbing und Belästigung enthält die Broschüre Leitlinien für den richtigen Umgang mit diesen Verhaltensweisen sowie eine Sammlung möglicher Anlaufstellen für Betroffene. (Marietta Türk, derStandard.at, 1.12.2010)

Informationen

Die Broschüre ist erhältlich bei Michaela Kéita-Kornfehl unter der Telefonnummer 0664 8845 1939 bzw. per email keita-kornfehlm@promenteooe.at

Zusätzliche Informationen zum Projekt: www.violence-against-women.org

Siehe

Schwerpunkt zu "16 Tage gegen Gewalt" zwischen 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, auf dieStandard.at

Nachlese

Interview: "Gewalt und Mobbing im Spital nicht selten"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Simba
71
2.12.2010, 12:38
bitte,

wo arbeiten diese 40-90%? Und welche Form von Gewalt wird da gezählt?

Ist es schon Gewalt, wenn der Chef sagt: als meine Assistentin müssen sie ordentlich Rechtschreiben könnnen.. oder: Um 8 und nicht um 8.15, nach dem Kaffee holen und dem Bluem gießen, ist Arbeitsbeginn ....

Kann es sein, dass die Menschen aber schon überhaupt gar nix mehr aushalten ?

noirc80
01
2.12.2010, 16:17
erst lesen, dann senf dazu geben.

da ist nirgends die rede von 'wissenschaftlich'. das haben sie sich dazu erfunden. hätten sie weiter gelesen, wäre ihnen aufgefallen, dass da steht, dass es zu diesem thema wenig gesichertes wissen gibt.

noirc80
00
2.12.2010, 16:18

ups, der kommentar ist an AIBundyFan gerichtet

AlBundyFan
 
31
2.12.2010, 11:18
ich hab aufgehört zu lesen bei "zwischen 40 und 90%"

eine solche schwankungsbreite ist inakzeptabel für jedwede wissenschaftliche untersuchung egal welcher art.

das ist ca. so als würd bei einem neuwagen im prospekt stehen "zwischen 6 und 30 liter/km verbrauch".
oder der täter ist zwischen "15 und 65 jahre alt" bei einer fahndung.

Gobi Todic
00
2.12.2010, 07:11
witze sind auch

harmlos, zumindest wenn ich sie vortrage.

human_rights
 
38
1.12.2010, 22:18
und wo wird über die Belästigungen an Männern debatiert?

Dieser ganze Text ist eigentlich eine Frechheit an männliche Opfer von Belästigungen am Arbeitsplatz, da hier explizit- wie auch sonst immer- nur von weiblicher Opfer- bzw. männlicher Täterschaft geschrieben wird.

Echte Gleichberechtigung am Arbeitsplatz heisst, mit diesem feministischen Abschaum aufzuräumen und die Menschen geschlechtsneutral zu behandeln, es kann nicht sein, dass Missstände nur zu Gunsten des einen Geschlechts bekämpft werden.

buena1vista1
14
2.12.2010, 09:39
Finde ich auch .....

wurde über 1 1/2 Jahre von meiner "Chefin" gemobbt, aus reiner Fadesse! Dazu sexuelle Avancen (erzählen sie das mal wem: kann nicht sein!) - das war Brutalität pur - zugeschaut haben Betriebsrat (im selben Zimmer & weiblich), BR 2 (Nebenzimmer), Abteilungsleiter (ebenso Nebenzimmer) und dann 2 andere Kolleginnen. Die meisten wollten "sich nicht einmischen" .... das Resultat 3 Monate Krankenstand, Kündigung, Mobbingklage (hat sich über weitere 10 Monate gezogen) & Krankhausaufenthalt!!!! Bin nur verarscht worden von A-Z, AK völlig hilflos, WK natürlich nur auf Firmenseite ... eine einzige Katastrophe.

bluebeard's 8th wife.
20
2.12.2010, 10:52
aus erfahrung mit mobbing: wenn sie sich nicht aktiv beschweren und nur abwarten, dass wer anderer von allein inteveniert,

haben sie einen gar nicht so geringen anteil an der situation verursacht.

ganz ehrlich: wenn sie nix sagen - warum sollte jemand intervenieren? kann man in sie reinschaun, wie es ihnen damit geht?

zum mobben gehören immer zwei.

buena1vista1
03
2.12.2010, 11:14
Ja klar ...

zuerst habe ich nichts gesagt und gelitten.

Als ich was gesagt hatte, wurde ich gekündigt. So schnell konnte ich gar nicht schauen.

Da halten alle (Chef, Firmenleitung, etc.) zusammen. Niemand verschwendet auch nur einen Gedanken daran, darüber auch nur 1 Minute zu reden.

Und tschüß ... das ist leider traurige Realität.

Ostbahn Kurti forever
00
2.12.2010, 10:36

ja ich weiß - mir gehts genauso: schönheit und intellegents sind unser Laster.
:-)

noirc80
02
1.12.2010, 23:52

[...]dass das Verhalten des Kollegen, der Kollegin oder des Vorgesetzten nicht in Ordnung ist[...]
sie müssen genauer lesen, da werden auch frauen als täter nicht ausgenommen.

human_rights
 
19
2.12.2010, 01:36
Frauen werden hier, wenn überhaupt, höchstens als passive Mittäterinnen dargestellt

Bei praktisch jedem feministischen Hetzartikel sowie bei jedem von behördlicher Hand herausgegebenen Bericht gegen Gewalt wird dem Leser letztendlich mit Wort oder Bild den Eindruck vom weiblichen Opfer und dem männlichen Täter vermittelt. Das ist einfach Fakt, wer noch nicht darauf geachtet hat, kann so gut wie jeden beliebigen Text analysieren.
Nur schon das Titelbild spricht mehr als 100 Worte, auf was der Artikel letztendlich zielt.
Bei neutralen Texten werden beide Geschlechter bei jeder Gelegenheit stets erwähnt, z.b. EinwohnerInnen, BesucherInnen. Bei solchen Texten wie hier werden die Rollen ihren bestimmten Geschlechtern zugeteilt. Als Opfer wird klar die Frau angesprochen, nur in einem Fall die wahrscheinlich passive Kollegin.

noirc80
32
2.12.2010, 03:59

das könnte daran liegen, dass es überwiegend (nicht ausschließlich) frauen sind, die opfer von sexueller belästigung/gewalt werden oder haben sie da andere informationen? falls ja, wäre es schön, wenn sie die hier verlinken oder erwähnen würden.
möglicherweise wird hier größtenteils nur über weibliche opfer berichtet, weil es sich um ein portal handelt, das den themenschwerpunkt 'frauen' setzt;)
ihre kritik, dass nicht auf männliche gewaltopfer eingegangen wird finde ich unpassend, das ist so, wie wenn sie einem briefmarkensammler zum vorwurf machen, dass er sich mit briefmarken beschäftigt und nicht mit feuerwehrautos.

buena1vista1
21
2.12.2010, 12:04
Würde ich so nicht bestätigen:

Beispiel Büro:

Frauen umarmen oder berühren Männer öfter als man denkt, nur die Männer sehen das nicht als sexuelle Belästigung. Mir persönlich (immer wieder erlebt) ist so etwas unangenehm.

Frauen dagegebn schreien sofort auf, sobald man sie nur irrtümlich berührt.

Bei Gewalt ja, bei sex. Belästigung sicher nicht.

RS69
 
20
4.12.2010, 11:35

"Frauen dagegebn schreien sofort auf, sobald man sie nur irrtümlich berührt. "

Möglicherweise bei Ihnen?

Chocoholic
00
2.12.2010, 20:26
Es gibt einen einfachen weg: ich bin nicht so fürs Abknuddeln, dann strecken Sie die Hand hin

Und schon sind Sie dem Busserl auf die Wange oder dem unerwünschten Umarmung aus dem Weg gegangen.

noirc80
00
2.12.2010, 15:47

das ist ihr problem, wenn sie einen zustand, der für sie unangenehm ist, dulden, ich persönlich möchte das nicht und finde es in ordnung, sich dagegen zur wehr zu setzten oder mich dafür einzusetzen, dass andere dies tun können, ohne um ihren arbeitsplatz bangen zu müssen.

Niemand & Keiner
10
2.12.2010, 08:38

Sind Sie schon mal Opfer falscher Anschuldigungen geworden?

Neuer Nick neues Glück
01
2.12.2010, 07:38

"möglicherweise wird hier größtenteils nur über weibliche opfer berichtet, weil es sich um ein portal handelt, das den themenschwerpunkt 'frauen' setzt;)"

Dann würde ich vorschlagen, mal oben links in die Ecke zu schauen. Da steht
derStandard.at > Karriere > Job & Karriere

noirc80
00
2.12.2010, 15:49

jap, mein fehler, sorry. der artikel steht auch auf diestandard, von wo ich auf ihn gestoßen bin.

Anton J. Helmreich
41
1.12.2010, 16:33

tja das mit der belästigung ist schon per gesetzlicher definition ein problem:

eine frau wird dann sexuell belästigt, wenn sie sich sexuell belästigt fühlt ?????
also da gehören schon objektivere kritärien her.

es gibt tatsächlich frauen, die sich sexuell belästigt fühlen, wenn man ihnen ein kompliment macht - aber dann sollen sie´s halt einfach sagen - dann tut manns eben nicht mehr

Neuer Nick neues Glück
25
1.12.2010, 13:13

Ich finde es super, dass ganz offensichtlich Männer nie Opfer von Gewalt werden. Das ist beruhigend.

noirc80
00
1.12.2010, 21:28

wer behauptet das? bitte um eine quellenangabe, dass ich nachlesen kann, danke!

Neuer Nick neues Glück
12
1.12.2010, 22:00

Von Männern als Opfern steht im Artikel kein Wort.

noirc80
00
1.12.2010, 23:46

da wird nirgends behauptet, dass männer nie opfer von gewalt werden. steht da nicht, sorry.

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