Kochbuch

Schlemmen wie Sisi & Franz

Ursula Schersch, 6. März 2011, 17:04
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    cover: christian verlag

Das Kochbuch "Kaiser & Schmarrn" bündelt 100 österreichische Klassiker - von Tafelspitz bis Palatschinken

Im internationalen Kochbuch-Dschungel könnte man sich glatt verlieren: ob mediterran, indisch, japanisch, kreolisch oder chinesisch - es gibt sie alle am großen Markt der Kochbücher, eine Neuerscheinung folgt der nächsten. Umso erfreulicher ist deshalb die Auflage des Kochbuchs "Kaiser & Schmarrn" im Christian Verlag, das sich der österreichischen Küche annimmt. Die österreichische Küche meint im Allgemeinen die Wiener Küche, wie sie im 19. Jahrhundert zur Zeiten der k.u.k. Monarchie entstand. Autorin Margit Proebst hat die besten k.u.k.-Rezepte zusammengestellt und verrät neben klassischen Rezepten auch Variationen für Experimentierfreudige.

Kulinarischer Schmelztiegel

Österreich wird weltweit mit seiner Küche in Verbindung gebracht, nicht zuletzt durch die große Auswahl an Mehlspeisenvariationen: Palatschinken, Kaiserschmarrn, Marillenknödeln, Buchteln und Apfelstrudel sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt - doch vieles, das als typisch österreichisch angesehen wird, stammt aus Küchen anderer Länder. Die Einflüsse des gesamten habsburgischen Herrschaftsgebiets sind in der Wiener Küche spürbar und zwar nicht nur was die Mehlspeisen betrifft. Tafespitz, Gulasch und Beuschel sind ebenso Zuwanderer, die die Integration im kulinarischen Schmelztiegel Wien erfolgreich geschafft haben.

Von deftig bis süß

Die Rezepte im Kochbuch sind in Suppen, Wiener Wirtshausküche, Festtagsküche und Mehlspeisen unterteilt. Rindssuppe, Gröstl, Saure Nierndln, Gulasch und Rostbraten in verschiedenen Variationen, Tafelspitz, Martinigansl, Schnitzel oder Rindfleischsalat machen Lust auf einen Beisl-Besuch. Der umfangreiche Mehlspeisenteil, der knapp die Hälfte des Buchs ausmacht, sowieso. Die Autorin unterteilt einerseits in "Mehlspeisen zum Sattessen", wie Palatschinken, Buchteln, süße Knödeln und Schmarrn, andererseits in "Zum Kaffee". Hier blättern sich LeserInnen durch die typischen Kaffeehaus-Mehlspeisen wie Torten, Kuchen, Strudeln und Schnitten.

"Fein gefüllte Palatschinken, locker aufgegangener, goldbrauner Kaiserschmarrn, dampfende Marillenknödel, in Butterbröseln gewälzt - für diese Köstlichkeiten lässt so mancher den besten Braten stehen", schreibt Proebst völlig zurecht. (derStandard.at, 06.03.2011)

Kaiser & Schmarrn
100 österreichische Klassiker von Backhendl bis Marillenknödel
von Margit Proebst
Christian Verlag
192 Seiten, ca. 130 Abbildungen
Preis: 20,60 Euro
ISBN-13: 978-3-88472-887-1

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 62
1 2
im Standard sind alle perfekt!!
12

ich finde die österreichische küche einzigartig gut und g´schmackig!

(schon mal englische, irische oder skandinavische küche probiert?)

bag33k
00
11.3.2011, 10:24

wobei man sagen muss, dass die österreichische küche eigentlich mehr eine ungarisch/böhmische/norditalienische küche ist...

Balkonbepflanzer
00
10.3.2011, 09:53

Es gibt auch sehr gute englische Küche!

saifalislam
01
Ich habe...

... in Suedschweden auesserst gut gegessen. Sogar das Butterbrot wird dort zum Erlebnis.

saifalislam
00
Ich habe...

... in Suedschweden auesserst gut gegessen. Sogar das Butterbrot wird dort zum Erlebnis.

w.t.f.?
03
gibt diesbezüglich nur ein kochbuch!

"die gute küche" von wagner/plachutta!

A Voice
00
11.3.2011, 09:46
Wo der Unterschied

zum Plachutta wäre, das hätt' mcih auch interessiert.

space_coyote
00
süße hauptspeisen

... haben mich früher zu schulzeiten extrem aggressiv gemacht, sind aber trotzdem irgendwie liebenswert.

politisch verfolgt
21
tafelspitz ein zuwanderer?

ist das nicht vielmehr der einzige wiener klassiker, der tatsächlich aus wien kommt?

flohimpelz
21
Aus Wien

kommt nur der Restlsterz!!
Erst durch die Zuwanderung kam dort gehobenes Essen an!!

a grünes stricherl
 
02
"typisch österreichisch" bedeutet ja bereits .. bunt in Herkunft un d Zusammensetzung.

Somit ist das "aber" der Herkunft wegen ganz unangebracht. Im Gegenteil. Die unterschiedliche Herkunft vieler Gerichte (vor allem aus dem slawisch jüdischen mittelosteuropa und Italien, siehe Küchensprache!) ist ja eigentlich die Grunddefinition von "typisch österreichischer Küche". Niemand unterstellt dass etwas weil "typisch" dann auch ausschliesslich unter den Wiener Pflastersteinen rausgewachsen wäre.

Krawuzi Kabuzi
12
In conclusio

Die Speisen dürfen Migrationshintergrund aufweisen. Bei den Mitmenschen sind's dann schon wieder empfindlicher in Österreich, wobei man vorallem als Wiener einen Migrationshintergrund nicht so einfach leugnen kann:

Vondrak, Vortel, Viplaschil
Voytech, Vozzek, Vimladil
Viora, Vrabel, Vrtilek
Viglasch, Vrazzeck, Vichnalek...
(Telephonbuchpolka, Georg Kreisler, 1960)

a grünes stricherl
 
00
Ham eh alle Anderen auch dieselben Migrationshintergründe, auch ausserhalb des Wiener Telefonbuchs.

ist ja nicht so dass es innerösterreichisch keinerlei Bevölkerungsaustausch gegeben hätte.

Slawische Bäcker, ungarische Bierbrauer und italienische Schneider finden sich in jedem Dörferl auch fernab der Hauptstrassen. (stark vereinfacht)

Was btw etwas ist was mir sehr gut gefällt an Österreich.

Niemand, weder von Aussen noch von Innen kann "die Österreicher" allzu einfach festlegen im Sinne von "Eigentlich seit ihr sowieso "Hier gewünschte unnötige Nationalisierung einfügen"".

Man ist eben Österreicher und hat österreichische Küche .. alles unterschiedlichster Herkunft, thats it.

102m2 Wohnung
12
"Kulinarisch einmal um die ganze Welt...

mit den Backen voller..." und jetzt sind wir wieder in Österreich angekommen.

Es kommt nix Neues - so wie in der Mode.

Ein Beinkleid bleibt ein Beinkleid - a Bauchfleich bleibt a Savoury Slow Roasted Pork Belly...

Susanne_B
20

Das Buch ist ein halbes Jahr alt! Warum wird es JETZT vorgestellt?

a grünes stricherl
 
00
Warum nicht?

Informationen wollen gut übers Jahr verteilt sein ;)

hollaro jojojo
01
Wozu ein neues Kochbuch

spätestens seit Plachuttas und Wagners (Gott habe ihn selig) Jahrhundertkochbuch brauchts eigentlich kein Buch mehr zur österreichischen Küche.

Da steht alles fein und kompakt drinnen.

awien
00
Bratkartoffeln vom Plachutta -

Das ist wirklich Grausam!!!

Susanne_B
02

Plachutta - nunja. In der Kochschule steht so schön, dass man Glutamat als Geschmacksverstärker immer und überall einsetzen kann. Danke. DAS hat mit Kochbuch nicht mehr viel zu tun. Will man ein wirklich ausgezeichnetes Kochbuch der Wiener Küche, empfehle ich "Wiener Küche" von Adolf und Olga HEss. Christoph Wagner hatte absolut recht, als er das einmal als bestes Wiener Kochbuch bezeichnet hat.

pierre 55
00

Jawohl! Ist das einzige unverzichtbare Kochbuch über die Wiener Küche. Das von Maier-Bruck ist aber auch sehr wertvoll. Das einzige

Geh!danke
04
Bestes Kochb uch,

noch dazu mit einem wirklich guten histor. Abriss ist das ALTE Sacher-Kochbuch von Maier-Bruck!
Sie werden sehen, dass sich dieses (alte) Buch von allem Modischen (etwa den Wagner-Büchern)unterscheidet.
Was das für mich wichtige Historische betrifft, haben fast alle, die nicht mit Halbwhrheiten auskommén, hier abgeschrieben.

Susanne_B
10

Ich hab eine Hess-Ausgabe aus 1936. Glauben Sie mir, der hat mit Neumodisch exakt gar nichts zu tun. (Ich besitze übrigens auch eine Prato aus dem 19. Jahrhundert....)

Hui Buh
00
Vollste Zustimmung!

Ich will nicht schon wieder damit "protzen" ;o), wieviele Kochbücher ich besitze, doch der Klassiker, der ungeschlagene, ist und bleibt für mich das Original Sacher Kochbuch von Maier-Bruck.

Kofranek, Ruhm, Prato, Hess, Rokitansky, Ziegenbein&Eckel und Rottenhöfer habe ich auch, auch das Kronekochbuch - Trotzdem, ich bleib dabei, Sacher ist das beste.

Susanne_B
00

Protzen Sie ruhig. Ich bin sicher, ich schlage Sie um Längen.

Hui Buh
00
Ok! Wieviele nenen sie ihr eigen?

Haben sie auch ganz alte, aus dem 17 Jhdt.
Und das kleinste Kochbuch derWelt?

;o))

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