Wiener Gemeinderat

Häupl und Vassilakou gewählt - Grüne gegen eigene Wahlrechtsreform-Forderung

25. November 2010, 13:18
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    Bürgermeister Häupl wird von Bundespräsident Fischer als Landeshauptmann angelobt, Bundeskanzler Faymann freut sich mit beiden.

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    Vassilkou im Wiener Rathaus: Tag eins als Stadträtin und Vizebürgermeisterin.

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    Der Grünen-Parlamentarier Van der Bellen (hier mit Bundesobfrau Eva Glawischnig) musste sich auf der Besuchergalerie einige Kritik von Gemeinderäten anhören, weil er sich ...

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    ... wie auch FPÖ-Bundesobmann Heinz-Christian Strache zwar als Kandidat prominent in Szene setzte, aber nun dem Stadtparlament fernbleibt.

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    Häupl beim bürgermeisterlichen Signieren, das Stadtoberhaupt hat hierbei Routine.

  • Schicker und Ellensohn leiten nun gemeinsam die Änderung des Wahlrechts in die Wege - bis Ende 2012 soll es dann in Kraft sein.

Wiener Landtag konstituiert sich - Antrag zur Wahlrechtsreform von FPÖ und ÖVP bleibt ohne Grün-Stimmen

Wien - Die erste Gemeinderatssitzung und die Angelobung des neuen alten Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ) in der Hofburg boten Anlass zu Freude auf der rot-grünen Regierungsseite wie auch zu heftigen Protestreden von FPÖ und ÖVP.

Um ihre Botschaften mit der gebotenen Symbolkraft ins Bild zu setzen griffen die Parteien zu bewährtem Blumenschmuck: Die SPÖ-Gemeinderäte hatten sich rote Nelken, die FPÖ-Mandatare Kornblumen und jene der ÖVP weiße Rosen angesteckt. Die Grünen trugen statt Blumen diverse Sticker mit Slogans.

Inhaltlich stellt die blau-schwarze Opposition die junge Stadtregierung bereits auf die Probe: Schon am ersten Tag der neuen Stadtregierung geben die Grünen nach und schieben ihre eigene Ankündigung bis auf weiteres auf. Bei der konstituierenden Landtagssitzung wurden diesmal nicht nur die Bundesräte und der Landtagspräsident gewählt, FPÖ und ÖVP machen auch die Wahlrechtsreform zum Thema, indem sie einen gemeinsamen Antrag einbringen. Darin fordern sie eine Wahlordnung, die große Parteien bei der Mandatsverteilung künftig nicht mehr begünstigt.

Grüne stimmen nicht mit

Der Text des Antrags wird wortident mit jenem Notariatsakt sein, den auch die Grünen - allerdings noch vor der Wahl - mitunterzeichnet haben. Die Ökopartei hat nun als Koalitionspartner der SPÖ angekündigt, den schwarz-blauen Antrag nicht unterstützen zu wollen, sondern mit der SPÖ eine entsprechende Änderung zu erarbeiten. Der neue grüne Klubobmann David Ellensohn lädt die Opposition lediglich in eine Arbeitsgruppe ein, die bis Ende 2011 ein modernes Verhältniswahlrecht und auch die umstrittene Briefwahl reformieren soll.

Ellensohn bestätigte gegenüber derStandard.at, dass seine Fraktion beim Antrag von "Blau-Schwarz" nicht mitstimmen wird. Vielmehr gebe es einen eigenen Antrag von SPÖ und Grünen, der die Einsetzung der Arbeitsgruppe vorsieht. Laut Ellensohn soll die Arbeitsgruppe auch zum Ziel haben, das Wahlrecht für EU-Bürger und Drittstaatsangehörige auf Gemeinderatsebene durchzusetzen. "Wenn jemand hier wohnt, soll er auch wählen dürfen." Für Drittstaatsangehörige soll es eine gewisse Mindestaufenthaltsdauer geben.

"Das weiß ich schon, dass Blau-Schwarz da nicht mitkann", sagt Ellensohn. "Die ÖVP kann sich entscheiden, ob sie mit uns oder einer xenophoben Partei zusammenarbeitet", sagt Ellensohn. Es sei mehr ein "Eigentor" für die ÖVP als für die Grünen. Ellensohn sieht des weiteren auch keinen Zeitdruck: "Ganz so dringend ist es auch nicht. Ich glaube nicht, dass wir bald wählen." Die Wahlrechtsreform komme sicher rechtzeitig vor der nächsten Wahl 2015, beruhigt Ellensohn.

Häupl als Bürgermeister wiedergewählt

Abgesehen von der - abgesagten - Wahlrechtsreform wird heute im Wiener Rathaus die erste rot-grüne Stadtregierung angelobt. Die Kür des Stadtsenats mit zwölf Mitgliedern erfolgt in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates. Auf dem Programm steht unter anderem die Ernennung der grünen Frontfrau Maria Vassilakou zur Vizebürgermeisterin.

Bürgermeister Häupl ist am Donnerstagvormittag von 65 der insgesamt 100 Mandatare wiedergewählt worden. Im Anschluss kam der Bürgermeister in die Hofburg, um von Bundespräsident Heinz Fischer auch als Landeshauptmann angelobt zu werden. "Ich wünsche Ihnen für diese schöne Aufgabe alles Gute und viel Erfolg", sprach das befreundete Staatsoberhaupt zu Häupl. Bei der Angelobung war auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) anwesend.

Häupl: "Schönste politische Job, den es gibt"

Häupl tritt die Ämter des Bürgermeisters und Landeshauptmannes bereits zum fünften Mal an, doch trotz dieser Routine meinte er anschließend: "Eine gewisse innere Spannung braucht man schon." Zudem betonte er seine Liebe zu seiner neuen alten Funktion: Bürgermeister zu sein, sei "der schönste politische Job, den es auf dieser Welt gibt".

Das Ergebnis bei der Bürgermeister-Wahl bedeutet, dass Häupl auch die Unterstützung von fünf Abgeordneten der Opposition erhalten hat. Am ehesten dürften die fünf restlichen Pro-Stimmen aus der ÖVP kommen, da die FPÖ eine Unterstützung im Wahlgang ausgeschlossen hatte. Zudem klatschten auch vereinzelte schwarze Mandatare nach der Verkündigung des Ergebnisses, das Häupl von rot-grüner Seite Standing Ovations bescherte.

FPÖ geißelt linksextremes "Wahnsinnsprojekt"

Der Abstimmung ging eine etwa einstündige Debatte voraus, in der die FPÖ Rot-Grün teils heftig attackierte. FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus behauptete, SPÖ-Politiker mit dem Format eines Zilk oder Kreisky hätten sich auf ein derartiges "Wahnsinnsprojekt" mit "linksextremen Anarchos" nicht eingelassen. ÖVP-Gemeinderat Alexander Neuhuber schoss sich hingegen auf den Vorzugsstimmensieger Alexander Van der Bellen ein, der die Sitzung von der Besuchergalerie aus betrachtete. "Seien Sie sich nicht zu gut und kommen Sie hier herunter", sagte Neuhuber zu Van der Bellen, der im Nationalrat bleibt.

Der grüne Klubchef Ellensohn sprach hingegen von einem "Freudentag für alle Wienerinnen und Wiener". Bürgermeister Michael Häupl sagte in seiner Regierungserklärung: "Rot-Grün ist neu für Österreich und stellt eine Alternative zu bisherigen Koalitionsvarianten dar". Man wolle zeigen, "dass abseits der bisher geübten Praxis neue Wege beschritten werden können und aus meiner Sicht auch beschritten werden müssen", so Häupl zum Auftakt der neuen Amtsperiode im Gemeinderat. Häupl weiter: "Wir stehen nicht für eine Politik der Maximierung der Zustimmung um jeden Preis. Diesen Unterschied werden wir in Hinkunft bewusst betonen, denn an dieser Trennlinie sollen sich alle Menschen noch deutlicher orientieren können."

(APA/red, derStandard.at, 25.11.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 877
Mira F. Bilis
00
26.11.2010, 10:16

jaja, man kann alles schlechtreden, wenn man sich nur genug mühe gibt, wie man beim großteil der poster hier unschwer erkennen kann

Valdez liberta
01
26.11.2010, 00:17
Auch wenn ich Grün gewählt habe, so entspricht

es nicht meinem Willen, daß DrittstaatAngehörige ein Stimmrechtbekommen, da in der Verfassung eindeutig steht: "Das Recht geht vom Volke aus".
Damit sind herrschendem Recht nur Staatsbürger gemeint. Der Verfassungsgerichtshof hat ja auch sinngemäß gemeint, ein Nicht-Staatsbürger kann keine gesetzesgebende Körperschaft wählen. Somit kann der Herr Ellensohn noch sehr sich darum bemühen - die Verfassung läßt es nicht zu - Und sollte es so sein, dann müßte darüber eine Volksabstimmung abgehalten werden, da es darüber hinaus de Grundprinzipien des Staates berührt.

Prof. Alois
 
00
26.11.2010, 18:51
Der Ellensohn weiß das ja

Er ist nur dazu gezwungen, Nebel zu werfen, weil die Grünen ihren Notariatsakt so ganz vergessen machen wollen.

Er bietet also wunderbare neue Ideen an in Sachen Wahlrecht, weil grün bei der simpelsten und demokratisch sinnvollsten Änderung vor den Roten in die Knie gegangen ist. Sie haben nicht einmal gekämpft dafür.

thetrain99
10
25.11.2010, 23:08
Ein Grüner

Manche nennen es Wählertäuschung andere nennen es Realpolitik. Erstgenannte sind doof, gerade wenn sie den Grünen immer fehlende Realpolitik vorwerfen.

Prof. Alois
 
00
26.11.2010, 18:48
Dann soll man ein für allemal aufhören

dem Schüssel Wählerbetrug vorzuwerfen.

Sonst k önnte wer auf die Idee kommen, dass Grüne für sich andere Maßstäbe anwenden.

Karl Kater
01
25.11.2010, 22:10
Frage zum Foto

Überreicht hier der Herr Bundespräsident einem armen Obdachlosen einen Scheck? Ich find das super von ihm.

Pyros
31
25.11.2010, 21:00
Ich habe Häupel nie gemocht

Aber dass er den Grünen jetzt so viel Raum gibt, scheint mir sehr klug zu sein. Vielleicht habe ich ihn immer unterschätzt.

Prof. Alois
 
00
26.11.2010, 18:47
Gibt es eine Ofrtschaft, wo auch noch ein Häupl Bürgermeister ist?

Von Wien kann ja nicht die Rede sein.

Der Häupl hat den Grünen alles Bedeutsame abgekauft: Allem voran das neue Wahlrecht.

Prof. Alois
 
02
25.11.2010, 20:02
Ich staune

Dass es so viele grüne Kampfposter gibt, hätte ich nicht gedacht. Wackere Verteidigung von etwas, das nicht zu verteidigen ist - zumindest nicht da ohne intellektuelle und/oder moralische Verbiegung.

Freikirche zum betrunkenen Mohammed
01
26.11.2010, 08:38
Es ist sozusagen das letzte Aufgebot der Grünen.

Der "Müslisturm" sozusagen.

Wie so etwas ausgeht wissen wir eh alle. :-)

Philodoofi
13
25.11.2010, 19:15
na ja, immerhin ein neues verkehrskonzept!

statt 2 demos wirds täglich 4 demos geben, eine gegen rassismus, eine der veganen für die tiermafia, eine für die radmafia (ich fahr tausende km järlich mit dem rad!) und eine für den grünen tee! das ganze wird erfolgreich unter verkehrsberuhigung verkauft werden!
furchtbar für alle, die arbeiten und diesen unsinn finanzieren! furchtbar für das ergebnis der nächsten wiener wahl!

Pyros
23
25.11.2010, 20:51

Naja. Und hoffentlich eine Demo gegen die Unbildung wie die Ihre.

klaus werlach
00
25.11.2010, 18:59
neues wahlrecht kommt bestimmt...

am besten auch unter berücksichtigung der "kleinsten"
http://wien.kpoe.at/news/arti... er%2BBrief

Fleisch
12
25.11.2010, 18:46

Wie viele Leute sich über dieses immergleiche medienoptimierte Abstimmungs-Geplänkel aufregen können und nicht durchschauen, dass das mit realen Beschlussfassungen nichts zu tun hat, ist erstaunlich.
Beide Anträge sind nichts als Willensbekundungen und somit folgenlos. Was die neue Regierung tatsächlich schafft, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Das hier ist lächerlich.

h.huber
11
25.11.2010, 18:42
an die grünen

bitte legen sie endlich ihre einstellung ab: "wir sind moralisch im recht und alle die anders denken sind inkompetent"
wenn sie mehrheiten für ihre anliegen haben wollen, dann leisten sie überzeugungsarbeit!

sie werden nun ihren wunsch des wahlrechts für nicht-eu-bürger wahrscheinlich durchbekommen, stellen sich damit aber ganz bewusst gegen eine mehrheit in der wiener bevölkerung.
bisher waren sie es, die dagegen kämpften, wenn über die bevölkerung hinweggefahren wurde (zb augarten)
nun, ein tag an der macht sind sie es, die den willen der bevölkerung ignorieren, wenn es um eigene parteiinteressen geht.
bitte bewahrt eure glaubwürdigkeit! findet einen reformvorschlag, der zumindest von einer der beiden oppositionsparteien mitgetragen wird

Why so serious?
00
25.11.2010, 18:38
Was ist dämlicher als ein Blau-Wähler? Ein vermeintlich enttäuschter Grün-Wähler.

Da wird von den Grünen doch tatsächlch eine Husch-Pfusch-Aktion in Sachen Wahlrechtreform verlangt, nur weil sich die Grün-Wähler und Rot-Grün Befürworter in die WINDLN MACHEN!

Das kostbarste Gut der Wähler, ihre STIMME, soll in einer Schlampigaktion abgeschasselt werden.

...hehe...

Kein Blau-Wähler, die ja angeblich *so* dämlich sind, könnte das toppen...

Frankenstein
 
01
26.11.2010, 00:11
Ehrlich gesagt

zweifle ich weitaus mehr an der Intelligenz von VP-Wählern als denen anderer Parteien.
Die vielen Blauwähler hatten immerhin den positiven Nebeneffekt, dass es Gott sei Dank(hehe) keine Koalition mit den Schwarzen drin gibt. Dass Blau nicht reinkommt wenn sichs irgendwie vermeiden lässt war doch eh klar! Insofern ists auch möglich, dass es ein paar (vermutlich recht tollkühne..) FP Wähler gab, die deren Klientel ansonsten so gar nicht angehören. Taktisch wählen halt, machen doch genug. Dass es leider auch viel zu viele gibt, die auf die ewiggestrigen Ideologien der FP tatsächlich abfahren, stimmt zwar auch, aber das sind keine 30% der wahlberechtigten Wiener.Aber, was für ein Mensch wählt die Pröll-Partei? Wie bei Schüssel unverständlich!

lilian
13
25.11.2010, 18:32
wer hat von den grünen schon

etwas anderes erwartet?
waren sie doch schon in der wahlkampfzeit als die besten afterakrobaten bei herrn häupl unterwegs und durften danach seine absolute wieder sichern, denn tatsächlich sind sie jetzt der wurmfortsatz der spö.
am futtertrog schmeckts halt ;-)

Johann Hunger1
26
25.11.2010, 18:22
Die sind noch immer in der Regierung? Wahlrecht? Wählerteuschung! So sind die "grünen".

tubu99
01
25.11.2010, 18:54

ja Hunger1, hungere nur nach deinen Großparteien. die verkaufen dich monatlich mit drei dutzend betrügereien, und so wählt ihr eure eigenen Metzger, so dumm ist nicht mal ne Kuh. Dagegen sind die Kleinigkeiten der Grünen vernachlässigbar. Außerdem wird die Wahlreform sowieso angegangen, in sogar verbesserter Form. Wenn ihr euch bei den Großparteien so einschießen würdert wie bei den Grünen hättet ihr einen 24h-Job. Na denn viel Spaß dabei...

Grünes Stricherl statt Blaues Stracherl
30
25.11.2010, 18:30

Dass die rechte und rechtsrechte Opposition "entteuscht" ist, wundert mich nicht.

Paul Kersey
11
25.11.2010, 18:43
So mancher Grünwähler ebenso....

N8kie
13
25.11.2010, 18:19

der Strache schaut auf dem Foto jo voll fertig us!!
So hab ich den noch nie gesehen :-)

Grünes Stricherl statt Blaues Stracherl
00
25.11.2010, 18:22

So sehen eben Lügner aus.

Freikirche zum betrunkenen Mohammed
00
26.11.2010, 08:42
Und das ist jetzt was?

Ein Grün/Rotes Argument?

Wenn ja, armes Wien. Noch mehr so geistige Ergüsse und die Stadt hat eine Lebensqualität bei der sie sich vom Niveau her mit den österreichischen PISA-Ergebnissen um den Sieger-platz streiten kann!

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