Bald 781 Folgen und mehr als 100 Ermittler seit Beginn

24. November 2010, 13:41
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Ulrich Tukur feiert am Sonntag seinen Einstand - In Österreich waren heuer im Schnitt 676.000 Zuschauer dabei

  Der "Tatort" wird 40 Jahre alt: Mehr als 100 Ermittler, knapp 800 Fälle und ein Millionenpublikum - auch im ORF erweist sich die Krimiserie als steter Quotenbringer. Nun begeht eine der meistgesehenen Krimireihen im österreichischen Fernsehen ihr Jubiläum. Am Sonntag, 28. November, wird um 20.15 Uhr in ORF 2 mit "Wie einst Lilly" die 781. Folge ausgestrahlt, in der Starschauspieler Ulrich Tukur seinen Einstand als Kommissar Felix Murot feiert. Aber auch am österreichischen Beitrag zur Reihe wird gearbeitet: Die aktuelle Folge "Ausgelöscht" mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser wurde gerade in Wien abgedreht.

Dabei versetzt ein bulgarischer Killer Wien in Angst. Neben den beiden Ermittlern sind unter anderen Hubsi Kramar und Wolfgang "Fifi" Pissecker unter der Regie von Harald Sicheritz mit an Bord. Ausgestrahlt wird die Folge voraussichtlich 2011. Seit dem 17. Jänner 1999 führt Krassnitzer alias Chefinspektor Moritz Eisner die Ermittlungen in der Bundeshauptstadt - und auch das heurige Ranking der "Tatort"-Folgen mit der Topquote im ORF an. Mit 31 Prozent liegt er vor dem Kommissaren-Team aus Münster und den Kollegen aus Köln mit jeweils 30 Prozent.

Durchschnittlich saßen in Österreich heuer 676.000 Seher vor dem Fernseher, wenn die Tatort-Ermittler auf Streife gingen - ein nationaler Marktanteil von 25 Prozent. Statistisch gesehen verteilt sich die Tatort-Affinität gleichermaßen auf beide Geschlechter, wie aus einer ORF-Aussendung hervorgeht.

Erste Folge: "Taxi nach Leipzig"

Den Auftakt zum Kult machte am 29. November 1970 die allererste Tatort-Folge "Taxi nach Leipzig". Heute ist die Episode ein unvergessener Klassiker - ebenso wie "Reifezeugnis" 1977, als Christian Quadflieg als Gymnasiallehrer ein Verhältnis mit seiner Schülerin Sina (Nastassja Kinski) hatte und die gesamte Fernsehnation am Montag darauf über den Wolfgang-Petersen-Krimi diskutierte.

Einst gab es auch die muffigen Beamtenspießer als Kommissare wie etwa Finke oder Trimmel. Mit dem Zollfahnder Kressin (Sieghardt Rupp), der 1971 bis 1973 seinen Dienst verrichtete, dem charmanten Kommissar Haferkamp (Hansjörg Felmy), der 1980 den Dienst quittierte, und dem schlagfertigen Schimanski (Götz George), der 1991 mit seinem Partner Eberhard Feik 1994 ausschied, entwickelte sich aber eine Männerriege, die nicht nur die Gangster dingfest machte, sondern auch Frauenherzen höherschlagen ließ.

Doch die Männerfront bekam ihr weibliches Gegenstück, zunächst zaghaft, dann mit aller Macht: Gingen Karin Anselm, Nicole Heesters oder Hannelore Elsner nur sporadisch auf Ganovenjagd, rückte die nächste Generation weiblicher Ermittler selbstbewusst nach: Die "dienstälteste" Ulrike Folkerts sowie Maria Furtwängler, Eva Mattes, Sabine Postel und seit gut zwei Jahren Simone Thomalla stehen mit ihren männlichen Kollegen auf Augenhöhe.

Dabei trägt der Tatort immer auch zu gesellschaftlichen Debatten bei, wenn etwa Migrationsthemen, politische Konflikte oder die Geschäftspraktiken von Diskontern beleuchtet werden - was sich auch monetär auszahlt. In mehr als 50 Länder werden die Folgen vertrieben. (APA)

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    foto: ard
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