Stressabbau

Gartenarbeiten halten gesund

24. November 2010, 12:19

Gartenbesitzer führen einen aktiveren Lebensstil und bewegen sich zumindest im Sommer mehr

Wageningen/Wien - Die Pflege eines Kleingartens hält gesund und stärkt das Wohlbefinden. Das zeigen holländische Forscher in der Open-Access-Zeitschrift "Environmental Health". "Wer einen Schrebergarten besitzt, führt allein dadurch meist einen aktiven Lebensstil und ist im Alter gesünder. Wir haben das erstmals empirisch gezeigt", erklärt die Studienleiterin Agnes van den Berg von der Wageningen University.

Mehr Körperaktivität

Die Wissenschaftler untersuchten und befragten dazu 121 Besitzer von Schrebergärten sowie 63 von deren direkten Wohnungsnachbarn, die jedoch keinen eigenen Garten besaßen. Speziell in der Gartensaison im Sommer legten jene mit Garten einen zusätzlichen Tag mit Körperaktivität pro Woche ein, zeigte der Vergleich. Besonders die Gartenbesitzer ab 60 Jahren empfanden sich selbst gesünder, zudem war ihr allgemeines Stressniveau und auch die Zahl der nötigen Arztbesuche messbar niedriger.

"Gartenarbeit gehört zu den Möglichkeiten, wie man den Alltag zu gesundheitsfördernder Bewegung nutzen kann", betont Edith Bierbaumer, Gesundheitsreferentin beim Fonds Gesundes Österreich. Zwar reiche die Beschäftigung im und mit dem eigenen Garten in der Regel nicht aus, um Kondition aufzubauen oder die Fettverbrennung anzukurbeln. Eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem erziele man jedoch durchaus.

Weniger Stress

Frühere Studien haben gezeigt, dass bereits 20 Minuten Gartenarbeit die Anzahl von Stresshormonen drastisch senkt. "Was der Mensch als besonders wohltuend empfindet, ist auch die intensive Hinwendung zur Natur und die Tätigkeit an der frischen Luft. Zudem stellt die Gartenarbeit eine produktive Tätigkeit dar, bei der man ernten kann und Erfolge sieht", so Bierbaumer.

Europaweit gibt es heute derzeit rund drei Millionen Kleingärten, Tendenz fallend. Die holländische Studienautorin appelliert mit ihren Ergebnissen auch an die Städte zu einem Umdenken. "Schrebergärten fallen zunehmend Gebäuden und der Infrastrukturentwicklung zum Opfer. Bedenkt man, dass sie ganz entscheidend zur Entwicklung eines aktiven, gesunden Lebensstils beitragen, so sollte man lieber ihren Erhalt und Ausbau fördern", so van den Berg. (pte)

Norbert Müller
 
00
25.11.2010, 09:31
sehr interessant,

da kommen spitzenwisschenfachftler mit teuren geld drauf, was mein urgrossvater, grossvater, landhausarzt, .... schon längst wussten.

astemp79
00
24.11.2010, 20:17

Gartenarbeit ist wunderbar und hat viele positive Effekte, vor allem den des intensiven Kontaktes mit der Natur. Sie ist aber kein Ausgleich für Ausdauersport (leichte Bewegung ohne Anstrengung).

Gartenarbeit kann normalen Alltagsstress (Arbeit) reduzieren. Sie kann aber NICHT (!!!) tief sitzenden Stress wie Groll, Ärger, Schmerz, Leid beseitigen. Deshalb ist Gartenarbeit, so gut sie ist, auch keine Propyhlaxe gegen schwere Krankheiten - die, wie die Schulmedizin ja wissen müsste, alle mit der Psyche zu tun haben. Wer etwas Unverarbeitetes lange mit sich herum trägt: der kann Gartenarbeit und Sport betreiben, wie er will: beides wird nicht dagegen helfen.

es.be.
01
24.11.2010, 21:47

Da liegen Sie nicht ganz richtig!
Ärger und Groll kann mit Gartenarbeit sehr gut reduziert werden. Sie glauben nicht, wie schnell Sie runter kommen, wenn Sie erst einmal angefangen haben, ein Fleckchen Erde zu bearbeiten.
Ich empfehle: 50 m2 Gstettn von Quecke und Winde befreien. Das einzige, was Sie da überkommt ist: Ehrgeiz :)

Selbst Schmerz und Leid können damit gelindert werden (diese Erfahrung hab ich selbst gemacht), und ich denke, dass Gartenarbeit zumindest als begleitende Therapie Sinn machen kann.

es.be.
03
24.11.2010, 13:36

"Zwar reiche die Beschäftigung im und mit dem eigenen Garten in der Regel nicht aus, um Kondition aufzubauen oder die Fettverbrennung anzukurbeln."

Wer das behauptet, hat seinen Garten noch nie von Grund auf umgestaltet :)

Gerhard Eigner
00
24.11.2010, 17:19
hab letzes wochenende ein loch für ein biotop gegraben...

...kann Dir nur beipflichten.

bei john harris hätte mich der muskelkater ein paar hundert euro gekostet.

es.be.
00
24.11.2010, 18:42

Und vor allem bleibt einem der Workout-Mief fremder Menschen erspart :)

Geld gespart hab ich allerdinsg keines. Das habe ich in neue grüne Gartenbewohner investiert. Eine gute Anlage, wie mir scheint ...

pox vobiscum
05
24.11.2010, 12:26

Gartenarbeit hält sicher gesünder als vor dem Computer zu sitzen und sinnlos zu posten.
(Mist, schon wieder so eine Erkenntnis die keiner will):(

A. Sieberer
00
25.11.2010, 11:23

Deshalb kommt der Artikel auch Ende November, sonst hätten wir Gartler ihn sicher nicht gelesen.....

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