Welt-Aids-Bericht

Seuche könnte zurückgedrängt werden

23. November 2010, 16:21

Neuinfektionsrate seit 1999 um 19 Prozent abgenommen

Genf/Wien - 33,3 Mio. Menschen lebten im Jahr 2009 weltweit mit HIV/Aids. Doch erstmals gibt es Anzeichen dafür, dass man die Seuche unter Kontrolle bringen könnte. "Wir haben die Epidemie angehalten und begonnen, sie zu zurück zu drängen. Weniger Menschen werden mit HIV infiziert und weniger Menschen sterben an Aids", stellt Michel Sidibe, Chef des UNAIDS-Programms in dem heute, Dienstag, veröffentlichten neuen Welt-Aids-Bericht seiner Organisation fest.

Einmal im Jahr - im Vorlauf zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember veröffentlicht UNAIDS neues Datenmaterial zu den Infektionen mit dem Immunschwächevirus, zu den Erkrankungen, zu Therapie und Prävention von HIV und Aids. Das wichtigste positive Ergebnis: "Seit 1999, in jenem Jahr, in dem die Pandemie ihren Höchststand erreicht hat, ist die Zahl der Infektionen um 19 Prozent gesunken. Von den geschätzten 15 Mio. Menschen, die mit HIV in Staaten mit geringen oder mittleren BIP leben und eine Behandlung benötigen, haben 5,2 Millionen Menschen Zugang (zu Therapien, Anm.). Das spiegelt sich in weniger HIV-bedingten Todesfällen wider." Allerdings wäre die Sicherstellung von Behandlungsmöglichkeiten für weitere zehn Millionen Menschen weltweit entscheidend für eine Beherrschung der Seuche.

Ebenfalls positiv, so die Autoren des Reports: "In 33 Staaten ist die Häufigkeit von HIV-Neuinfektionen um mehr als 25 Prozent gefallen (zwischen 2001 und 2009, Anm.). 22 dieser Staaten befinden sich im südlichen Afrika." Dort erfolgen aber weiterhin - mit 1,8 Mio. Fällen im Jahr 2009 - die meisten Aids-Neuinfektionen. In sieben Staaten hätte sich die Rate der Neuinfektionen bei Jugendlichen allerdings um mehr als 25 Prozent reduziert. Im südlichen Afrika verringerte sich die Zahl der Todesopfer durch Aids von 2004 auf 2009 um 20 Prozent - auf 320.000 Tote.

Bedenkliche Entwicklung in Osteuropa und Zentralasien

In Südafrika leben mit 5,6 Mio. Betroffenen die weltweit meisten HIV-Infizierten. Die gute Nachricht: In Botswana konnte beispielsweise durch die Behandlung von 90 Prozent der Aids-Kranken die Zahl der Todesfälle von 18.000 im Jahr 2002 auf 9.100 im Jahr 2009 halbiert werden. Die Zahl neuer Aids-Waisen fiel um 40 Prozent.

Am bedenklichsten ist derzeit die Entwicklung in Nachbarregionen zu Europa: "In Osteuropa und Zentralasien hat sich die Zahl der Menschen mit HIV seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht und erreichte die Zahl von 1,4 Mio. Personen - im Vergleich zu 760.000 im Jahr 2001." Dafür verantwortlich sei der Drogenkonsum mit dem Injizieren von Heroin etc. Dort gibt es kaum Opiat-Substitutionsprogramme und saubere Spritzen, die frei erhältlich sind. Aktivisten haben zuletzt beim Welt-Aids-Kongress im Sommer in Wien beklagt, dass osteuropäische und zentralasiatische Staaten dem Drogenproblem einfach mit Kriminalisierung begegnen. In der Ukraine und in Russland ereignen sich 90 Prozent der HIV-Infektionen der Region.

Doch auch in Nordamerika, West- und Mitteleuropa gibt es Probleme. Der Bericht: "Die Zahl der Menschen mit HIV/Aids in Nordamerika, West- und Mitteleuropa wächst weiter an und erreichte im Jahr 2009 die Zahl von 2,3 Mio. Menschen. Das sind um 30 Prozent mehr als im Jahr 2001. Die Warnung von UNAIDS: "Es gibt starke Hinweise darauf, dass die HIV-Epidemie in Westeuropa und Nordamerika durch Männer, die mit Männern Sex haben, zunimmt. Zahlen aus 23 europäischen Staaten zeigen, dass die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in dieser Personengruppe zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2006 um 86 Prozent zunahm." (APA)

oxygen
00
1.12.2010, 11:13
wie kommen diese zahlen zu stande?

was mich interessieren würde ist, wie man zu diesen zahlen kommt?

es lässt sich doch kaum jemand testen - auch unter homosexuellen männern - sind es nur sehr wenige in meinem freundeskreis die jemals einen test gemacht haben... wie hoch wird dann wohl die dunkelziffer sein?
also die zahlen werden dan hochgerechnet oder geschätz - also so ähnlich wie kaffesudlesen??

Schurli Schorsch
 
51
24.11.2010, 08:13

und dann wundern sich alle gutmenschen und (selbst)gerechten, warum man diese personengruppe (homosexuelle männer) von vorneherin beim blutspenden ausschließt...

i am error
20
24.11.2010, 16:27

weil nur homosexuelle männer ungeschützten (anal)sex haben und HIV träger sind. jaja, alles andere wäre ja unchristlich.

uinsel
12
24.11.2010, 10:55

verzeihung?

bei blutspenden und plasmaspenden kann man ohnehin nur unter bestimmten bedingungen mitmachen. da darf nicht einfach jeder. welche sexuelle vorlieben man da hat, ist doch wirklich unerheblich.

aber wenn sie so unter paranoia leiden, sie könnten blut von personen bekommen, deren privatleben ihnen nicht passt, können sie immer noch einen privatvorrat anlegen.

mir persönlich ist wurscht, wer mich rettet vor dem verbluten. können muslime oder burschenschafter sein, hausfrauen, kabarettisten oder sonstwer. solang sie gesund sind und ich überleben darf.

sebastian strunz
 
10
24.11.2010, 16:28
haha uinsel

ja, wirklich unerheblich, welche sexuellen vorlieben jemand hat.

"dürfen Homosexuelle nach wie vor kein Blut spenden. Grund dafür ist das deutsche Transfusionsgesetz, das Schwule pauschal als Risikoträger einstuft."

diese nazis! reine diskriminierung, keinen bezug zur realitaet...

richtig, jeder, der etwas sagt, was von deiner meinung abweicht, muss unter paranoia leiden, denn wie kann denn etwas sein, was nicht sein darf? ich bau mir meine welt, wiedewiedewie sie mir gefaellt...*sing*

"mir persönlich ist wurscht, wer mich rettet vor dem verbluten. können blabla"

wow, was fuer ein mutiges und couragiertes statement! und das, obwohl es gesetze gibt, die wahllos randgruppen vom blutspenden ausschliesst...du bist wahrlich ein held.

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