Guttenberg will Truppe mit 180.000 bis 185.000 Soldaten

22. November 2010, 19:50

Mindestens 10.000 Soldaten für den Auslandseinsatz - Neues Weißbuch mit nationaler Sicherheitsstrategie

 

Dresden - Als Berufsarmee soll die Bundeswehr nach dem Willen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg künftig 180.000 bis 185.000 Soldaten umfassen. Eine solche Truppenstärke trage den aktuellen und absehbaren sicherheitspolitischen Herausforderungen angemessen Rechnung, sagte Guttenberg bei einer Kommandeurtagung am Montag in Dresden. Mindestens 10.000 Soldaten sollten bereitstehen, um dauerhaft zwei Auslandseinsätze parallel bestreiten zu können. Die Wehrpflicht soll zum 01. Juli 2011 ausgesetzt werden. Derzeit umfasst die Bundeswehr knapp 250.000 Soldaten. Auch Kanzlerin Angela Merkel warb vor 350 Generalen und Admiralen in Dresden für die Neuausrichtung der Bundeswehr.

"Wir werden keine schöne neue Welt entwickeln und erst recht keine Luftschlösser bauen, sondern die Bundeswehr an den neuen Herausforderungen ausrichten", sagte Guttenberg. Niemand habe sich den Beschluss zur Aussetzung der Wehrpflicht leicht gemacht, sicherheitspolitisch lasse sich der Zwangsdienst aber nicht mehr begründen. Die anstehende Reform sei der tiefste Einschnitt in der Geschichte der Bundeswehr und werde allen sehr viel abverlangen. Die Bundeswehr müsse den Umbau mit einer Kultur der Offenheit und der Selbstkritik stemmen. "Ich will einen Dialog der Verantwortungsträger und keine Versammlung von Bedenkenträgern", betonte Guttenberg.

Er warnte zugleich davor, die Bundeswehr allein mit Blick auf die Erfahrungen am Hindukusch umzubauen. "Afghanistan allein kann nicht die Blaupause für die Neuausrichtung unserer Streitkräfte sein." Auch künftige Einsätze müssten in möglichst vielen Facetten vorausgedacht werden. Ein neues Weißbuch solle eine Art nationale Sicherheitsstrategie formulieren und sehr viel knapper sein als der alte Leitfaden von 2006. Generalinspekteur Volker Wieker werde demnächst eine Empfehlung vorlegen für eine Prioritätenliste der Bundeswehr-Fähigkeiten.

Guttenberg deutete an, bestimmte Fähigkeiten könnten auch innerhalb Europas ausgelagert werden. Es gehe darum, welche Fähigkeiten die Bundeswehr wie dringlich vorhalten müsse und worauf sie verzichten könne. Eine weitere Frage sei, welche Fähigkeiten die Bundeswehr im europäischen Kontext wahrnehmen oder abgeben könne, sagte Guttenberg. "Dabei gibt es weder Denk- noch Planungsverbote".

Auch die in der Vergangenheit völlig aus dem Ruder gelaufene Rüstungsbeschaffung will der Minister wieder unter Kontrolle bringen. Rüstungsvorhaben müssten Budget- und Zeitrahmen wieder einhalten und die versprochenen Leistungen erfüllen. In der Wehrtechnik setzt der Minister auf europäische Lösungen und eine europäische Steuerung. "Wir brauchen ein Gesamtklima, in dem wir zu einem gemeinsamen Verständnis darüber gelangen, in welchem Maße der Erhalt industrieller Potenziale zur Sicherheitspolitik beiträgt", sagte er. Die deutsche Wehrindustrie könne ihre Fähigkeiten in den Integrationsprozess in Europa einbringen. "Made in Germany ist und bleibt ein Gütesiegel."

 

Langer Atem

Guttenberg versicherte, dass er bei der Reform einen langen Atem haben werde. "Ich bin nicht angetreten, um auf halber Wegstrecke kehrtzumachen oder um etwa ein neues Ziel anzusteuern - auch nicht etwa eine vermeintliche wie trügerische politische Karriere." Es war spekuliert worden, der CSU-Politiker könnte nach einer Niederlage der Union bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg Kanzlerin Merkel nachfolgen.

Zur Bundeswehrstruktur kündigte Guttenberg an, dass der Einsatzführungsstab im Ministerium aufgelöst werde. Für die Auslandseinsätze solle das Einsatzführungskommando in Potsdam zuständig sein. Generalinspekteur Wieker werde dem Minister gegenüber künftig unmittelbar verantwortlich für die Einsätze sein. Wieker erhält damit eine Position ähnlich der eines Generalstabschefs, obwohl Guttenberg diese Bezeichnung vermied.

Eine Strukturkommission unter Führung von Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise hatte Ende Oktober die Aussetzung der Wehrpflicht und die Verkleinerung der Truppe um 70.000 auf 180.000 Soldaten empfohlen. Unter ihnen sollen 15.000 Freiwillige sein. Union und FDP fordern eine Truppenstärke von 190.000 Soldaten. Das Bundeskabinett will Anfang Dezember über Truppenstärke und Aussetzung der Wehrpflicht entscheiden.  (Reuters)

jodaflo
 
20
2.12.2010, 18:22
genau schick ma noch mehr leute in den krieg...

du hirni...wie bescheuert bistn eigentlich

da erkennen die leute grad, wozu krieg dient und du verrätst dich mit so einer pressemitteilung

guttenberg zur anklagebank....genau wie alle anderen kriegsminister, wegsperren und soziale arbeit für immer, auf das diese herren auch mal erfahren was harte arbeit ist

am besten bei landwirten die ab 2013 vielleicht keine wundersubventionen ausm zauberland mehr bekommen werden

Bitte Bitte
00
23.11.2010, 16:37
Sollte Guttenberg Merkel nachfolgen,

dann hätte Deutschland den nächsten Postkartenmaler als Kanzler

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl... Guttenberg

Wenn ich Guttenberg zuhöre, habe ich immer den Eindruck er sei der Pressesprecher von irgend jemanden. Seine Rhetorik errinnert stark an jene unserer Clubobmänner.

DieBo
00
23.11.2010, 11:34
Guttenberg hat aber auch gesagt: " die Bundeswehr soll flexibler, professoneller und AGGRESSIVER werden...." 1984 in Realtime und ich war dabei gewesen.

GSG 9 wohin das Auge reicht, bis nach Stuttgart und Gorleben

meanAngus
02
25.11.2010, 15:36

Weder in Stuttgart noch in Gorleben war GSG9. Schon blöd wenn man keine Ahnung hat

Jürgen Rembremerding
00
23.11.2010, 13:30
"und ich war dabei gewesen."

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