Fakten zur irischen Unternehmenssteuer

22. November 2010, 12:52
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Firmen werden einheitlich mit 12,5 Prozent besteuert - Niedrigster Satz aller 31 OECD-Staaten

Berlin - Ob Google, Microsoft, eBay oder Intel: Irland hat viele Großkonzerne angezogen, die Tausende Jobs geschaffen und die Wandlung vom armen Agrarstaat zu einer der dynamischsten Volkswirtschaften Europas ermöglicht haben. Angelockt wurden sie von einer niedrigen Unternehmensteuer - zum Missfallen anderer EU-Staaten, die von Steuer-Dumping sprechen. Weil Irland wegen der Schuldenkrise unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen muss, fordern einige EU-Staaten als Gegenleistung eine Anhebung. Es folgen Zahlen und Fakten zur irischen Unternehmensteuer.

Unternehmen werden in Irland einheitlich mit 12,5 Prozent besteuert. Das ist das niedrigste Steuersatz aller 31 in der OECD zusammengeschlossenen Industriestaaten. Zum Vergleich: Großbritannien besteuert seine Firmen mit 28 Prozent, Deutschland mit rund 30 Prozent, die USA und Japan sogar mit jeweils mehr als 39 Prozent.

Eingeführt wurde der Steuersatz 1997 unter Finanzminister Ruairi Quinn von der Labour Party.

2009 spülte die Unternehmensteuer 3,9 Mrd. Euro in die Staatskassen. In diesem Jahr soll sie mindestens 3,1 Mrd. Euro bringen - rund zehn Prozent des Staatseinnahmen.

 Jeder Erhöhung des Steuersatzes um ein Prozentpunkt bringt Mehreinnahmen von rund 300 Mio. Euro pro Jahr.

Eine leichte Anhebung der Unternehmensteuer beeinträchtigt Experten zufolge nicht die Wettbewerbsfähigkeit Irlands. "Wenn sie auf 15 oder 17,5 Prozent angehoben würde, wäre sie noch immer niedriger als in den meisten anderen Ländern", sagte der Chefvolkswirt von Bloxham Stockbrokers, Alan McQuaid.

Die irische Regierung lehnt bisher jede Erhöhung ab. Vize-Ministerpräsidentin Mary Coughlan erklärte den Steuersatz für "nicht verhandelbar". Europa-Minister Dick Roche sprach von "nicht hilfreichem Gerede im Hintergrund". "Wo läge der Sinn darin, einen der großen Motoren des Wachstums zu zerstören?" (APA/Reuters)

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    Weil Irland wegen der Schuldenkrise unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen muss, fordern einige EU-Staaten als Gegenleistung eine Anhebung der Unternehmenssteuer.

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