Was Mata Hari über die Mafia weiß

21. November 2010, 12:30
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    foto: epa

    Die berühmteste Spionin der Geschichte: Margaretha Geertruida Zelle alias Mata Hari.

In die Tierschützerszene wurde eine Spionin eingeschleust - Am 13.Dezember soll sie Wiener Neustädter Tierschützerprpozess als Zeugin aussagen, aber leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Mata Hari - die wohl berühmteste aller Spioninnen - wurde als Margaretha Geertruida Zelle im holländischen Friesland geboren. Ihren exotischen Künstlernamen nahm sie an, als sie nach ihrer Scheidung von einem Kolonialoffizier in Paris als Schleiertänzerin auftrat und ihre Lebensgeschichte marktgerecht neu erfand: Sie stamme aus der indischen Kaste der Brahmanen, sagte sie. Nach einem Karriereknick verdingte sie sich im Ersten Weltkrieg als deutsche Agentin. Sie wurde enttarnt, vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und 1917 exekutiert. Relevante Kriegsgeheimnisse hat sie laut derzeitigem Wissensstand nicht verraten.

Eine weniger phantasiebegabte und dramatische - sozusagen moderne - „Mata Hari" soll jetzt die mafiaverdächtige Tierschützerszene Österreichs heimgesucht haben: Jene Kreise, aus denen 13 Repräsentanten in einem schleppenden Prozess wegen Bildung einer „kriminellen Organisation" und anderer Delikte seit März 2010 in Wiener Neustadt vor Gericht stehen. Der Prozess geht nach einem Monat Pause diese Woche weiter. Ein Ende ist nicht abzusehen, die Verteidigung wartet nach wie vor auf Ladungstermine für Entlastungszeugen.

In den Jahren 2007 und 2008 hatte sich „Danielle Durand" mit falschem Namen und steirischem Akzent zielbewusst in den harten Kern der inkriminierten Bewegung vorgearbeitet, angeblich sogar bis ins Bett des Zweitangeklagten. Sie verteilte Flyer und machte Antijagdaktionen mit, besuchte internationale Tierrechtsseminare und machte sich unter den Aktivisten für die Verschlüsselung von Computerdaten stark: Letzteres gilt in dem Verfahren jetzt als mafiaverdächtig.

Im September 2008 verschwand sie, angeblich zog sie nach Frankreich. Dieses dürfte sich in ihrem Fall irgendwo in der Steiermark befinden, von wo aus es nach Wiener Neustadt nicht weit ist. Nach Wiener Neustadt ins Landesgericht, um - leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit - als Zeugin auszusagen, wie es nach der diesbezüglichen Forderung der Verteidigung am 13. Dezember geplant ist: Denn wer, wenn nicht eine offenbar erfolgreiche Undercoverbeamtin, kann authentisch über die Handlungen der Ausgespähten berichten? Es dürfte sich ohnehin um keine besonderen strafrechtlichen Verfehlungen handeln, denn sonst wäre die Dame von der Staatsanwaltschaft wohl schon geladen worden. Dass dies bisher unterblieb, ja, dass sich in den Akten - soweit Beschuldigte und Verteidigung freiwillig in sie Einblick bekamen - von "Danielle Durand" keine Spur befindet, fügt den Ungereimtheiten im Tierschützerverfahren eine weitere hinzu.

Irene.Brickner@derStandard.at

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Posting 1 bis 25 von 94
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Sausewind
01
28.11.2010, 17:59

Der Rechts-staat schlägt zu, die Mitteln dafür werden immer obskurer.

Nächster geladener Gast der unter Ausschluss der öffentlichkeit eidesstattlich aussagt wird wohl ein Huhn oder Rind, sein, die schwören in einer Luxusherberge zu wohnen, wo sie erstkassiges Fressen kriegen.

jsulc200
11
22.11.2010, 15:56
Rechtsstaat oder Bananenrepublik?

Wie über die Tierschutzcausa im Ausland berichtet wird: Videoreportagen mit englischen Untertiteln (drücke CC in der Play Leiste):

http://www.youtube.com/watch?v=bbrBjbd-69k
http://www.youtube.com/watch?v=1s0tmQL_vq8

Michael Tropper
11
22.11.2010, 12:49
Agent Provocateur ...

... wäre hier der erste Begriff, der mir dazu einfiele ...

kantelippe T-Aktivist
00
12.12.2010, 20:53
na na

für Steuergeld darf´s auch H&M sein...

okami
03
22.11.2010, 11:56
Vielleicht ist ja Fiona auch Undercover?

flohimpelz
28
22.11.2010, 11:54
Eigentlich müßte beim jetzigen Stand des Verfahrens,

Klage gegen die Justiz durch das Volk beim europäischen Gerichtshof eingebracht werden. Es ist zu offensichtlich, dass hier gemurkst wird wo es geht und eine Willkür-Justiz vorliegt.

Michail Bakunin
01
22.11.2010, 11:35

Ui, die Schmierenkomödie in Wr. Neustadt hat den nächsten Akt. Auf Antrag der Verteidigung wird nun die VE geladen. Neu für dieses Verfahren ist allerdings: Sie wird als anonyme Zeugin unter Ausschluß der Öffentlichkeit geladen werden...

Michail Bakunin
04
22.11.2010, 11:32

Na, was tut sich wieder skurriles beim Prozesstag heute?

"Zeug.innen die der Staatsanwalt beantragt hat führt die Richterin als Zeug.innen der Verteidigung!"

"Richterin ist "bestürzt" über die Berichterstattung der Medien."

Auf Antrag der Verteidigung (!) wird die Verdeckte Ermittlerin nun doch zum Prozess geladen. Das sagt dann wohl schon alles, wenn eine 16 Monate (!) verdeckt im Herzen der "Mafia" ermittelnde Polizeibeamtin nicht als Belastungszeugin der Staatsanwaltschaft geladen wird und die SOKO-Leitung vor Gericht gleichmal vorsorglich falsche Angaben machte - es sei wegen der Konspirativität der kriminellen Organisation nicht gelungen, eine VE einzuschläusen (April 2010).

Blick Winkel
08
22.11.2010, 10:46
Der Spitzel, die Mafia und der harte Kern

Es stellt sich die Frage, ob "Ein Spitzel in den harten Kern eingedrungen ist" oder "Der harte Kern in den Spitzel eingedrungen ist".

Weiters muss man überlegen, ob hier gegen eine Mafia-artige Gruppierung ermittelt wird oder eine Mafia-artige Gruppierung die Ermittlungen leitet.

Für einen Rechtsstaat absolut unwürdig so ein schmieriges Kasperltheater. Warum schafft man hier kein ordentliches Verfahren?

flohimpelz
05
22.11.2010, 11:33
Ein ordentliches Verfahren unter Weisung der ÖVP-Justiz

Sie träumen von warmen Eislutschern - Andererseits, es wird ja Winter!

Blick Winkel
02
22.11.2010, 11:50
Was ich an der Sache nicht verstehe:

Wenn mir ein paar Burschen ein Dorn im Auge sind, dann mache ich meine "Hausaufgaben" und geleite sie dann mit "wasserdichten Beweisen" direkt in die Zelle.

Aber was hier abläuft ist aber auf dem Niveau von Dilletanten und an Abartikeit nicht zu überbieten.

Das geht mir nicht ein, warum das Verfahren so schräg abläuft.

hitchy
01
22.11.2010, 15:13

Vielleicht hat sie entdeckt dass die Organisation gar nicht so bös ist und ganz liebenswerte Menschen dabei sind die niemandem (nicht mal Tieren) schaden wollen.

Das Ergebnis passt halt vielen nicht.

frei gedacht
03
22.11.2010, 13:11
Warum die Abläufe?

In einer Demokratie ist es nicht so leicht jemanden los zu werden, der lediglich öffentlichkeitswirksam eine kritische Meinung vertritt.

Dummer Weise waren den störenden Tierschützer_innen anscheinend selbst beim besten Willen keine Straftaten unterzuschieben. Da wurden Millionen Steuergelder investiert und die Grundrechte von unbescholtenen Bürger_innen zahlreich massiv übergangen und trotzdem lässt nichts finden, was ihnen glaubwürdig angelatet werden könnte.

Nur weil jemand bestraft werden soll, ergibt sich nicht automatisch eine Rechtfertigung für solch eine Bestrafung. Das kommt nun mal vor wenn korrupte Leute andere fertig machen wollen es aber - unfassbarer Weise - mal mit Leuten zu tun haben, die keinen Dreck am Stecken haben...

flohimpelz
03
22.11.2010, 11:57
was hier abläuft,

ist eine ÖVP-Justiz-Schmieren-Komödie!
Leider halt Realität und nicht Nestroy - wie man meinen könnt!

Kapitalismus Luege
01
22.11.2010, 11:26
weil die Tierschuetzer - wie bei mafiosen Vereinigungen ueblich - den gesamten Staat unterwandert haben

und keinesfalls weil sie eine unbedeutende Gruppe sind, die man getrost im Verlies vergesen kann.

Charles Duchemin
03
22.11.2010, 10:23
Das ist ein absolut unwürdiges Schauspiel für eine entwickelte Demokratie ...

Spaceman Spiff
16
22.11.2010, 10:07

Diese Tierschuetzer mit der Mafia zu vergleichen ist schon sehr frech, wenn nicht sogar zynisch.
Das organisierte Verbrechen kann in Oesterreich ungehindert operieren und sein Geld waschen. Mancher ist sogar mit einer ehemaligen Ministerin verheiratet.

derbrain
01
28.11.2010, 15:00

Und mancher ist ein ehemaliger Finanzminister...

Dr Don Tango
22
22.11.2010, 09:00

mit der wamperten war der tierschützer auf jeden fall mehr bestraft als mit allem was ihm das gericht noch aufbrummen könnte...

kiwi99
217
22.11.2010, 07:47
Ich will nicht, dass der Staat mein Geld für einen derartigen Schmarren ausgibt!!!!!!!

Thousand
01
22.11.2010, 10:58
danke!

brillant!

Jeder hat das Recht auf meine Meinung
21
22.11.2010, 07:37
aktuelle Ausgabe von NEWS

Da posiert ihr "Lover" mit 'nem Foto von Ihr...Also mein Fall ist die Gute nicht gerade...

Soweit man erkennen kann hat sie circa die Maße von dem Mata Hari Foto

- also nicht wie Mata Hari, sondern wie das Bild ca 3:4!

Heavyweather
10
22.11.2010, 22:28

Kannst bitte gleich das Photo verlinken...

Schade...haben wir keine geile Russenspionin...
Auch Schade für den Tierschützer.

Bitte setzts auf mich auch ein paar Beamtösen an...aber fesche bitte.

blubb66
01
21.11.2010, 23:30
Die kriminellen Netzwerke in der österreichischen Justiz gehören endlich ausgehoben

...

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