US-Rüstungsgeschäft

Boeing vs. EADS: Peinlicher Fehler prolongiert Streit

20. November 2010, 19:54

US-Luftwaffe hat versehentlich beiden Konkurrenten Details der jeweiligen Angebote zugespielt

Washington - Bizarre Episode im Streit zwischen Boeing und Airbus: Eine peinliche Panne bei der US-Luftwaffe könnte die Vergabe des Jahrhundert-Auftrages für neue Tankflugzeuge an die Unternehmen weiter verzögern. Die Air Force habe durch einen "Beamtenfehler" beide Konkurrenten versehentlich mit Details über die Angebote des jeweils anderen versorgt, berichteten US-Medien am Samstag.

Experten befürchten, dass der fast ein Jahrzehnt währende Streit über den Auftrag zwischen dem US-Flugzeugbauer Boeing und seiner europäischen Erzrivalin, der Airbus-Mutter EADS, nun neu aufflammt. Die Bieterfrist endete bereits im Juli, könnte nach dem Lapsus aber erneuert werden.

Der "unglückliche Fehler" sei vor zwei Wochen passiert, sagte der Sprecher der US-Luftwaffe, Les Kodlick, der "Seattle Times". Ein zuständiger Beamte sei mit Computerdateien durcheinandergeraten und habe den Kontrahenten wichtige Daten über die Preisvorstellungen des Mitbewerbers geschickt. Damit könnten beide ihre Preise für die 179 ausgeschriebenen Tankflugzeuge mit einem geschätzten Wert von 35 Mrd. Dollar (25,6 Mrd. Euro) an des Gebot des anderen anpassen.

Panne angeblich ohne Einfluss

Kodlick betonte, dass die Panne zwar keinen Einfluss auf den den Zeitpunkt der Auftragsvergabe habe. Allerdings werde der geplante Termin am 20. Dezember aus anderen Gründen nicht zu halten sein, sagte er, ohne nähere Angaben zu machen. Analysten halten dagegen ernsthafte Konsequenzen für möglich, weil beide Unternehmen ihre Angebote mit dem neuen Wissen noch einmal kräftig überarbeiten könnten, schreibt die Zeitung weiter.

Unklar sei, ob Airbus und Boeing die versehentlich verschickten Daten tatsächlich ausgewertet hätten, sagte Kodlick. "Beide Anbieter haben den Fehler sofort bemerkt und die Air Force kontaktiert." Dennoch sei der Vorfall "unentschuldbar", befand die demokratische US-Senatorin Maria Cantwell, die wie andere Kongressabgeordnete sofort über den Fehler informiert worden sei. "Die sensiblen Daten sind auch für US-Verkäufe von Militärequipment ins Ausland sehr wichtig."

Um das Geschäft mit der US-Luftwaffe gibt es schon lange Streit. EADS hatte noch unter der Regierung von George W. Bush den Zuschlag für den Deal erhalten. Auf Druck von Boeing war der Auftrag allerdings neu ausgeschrieben worden. Noch davor hatte Boeing sich die Ausschreibung gesichert, der Deal war jedoch nach Unregelmäßigkeiten annulliert worden.

Die Air Force muss 534 Tanker und Frachter ersetzen. Das verspricht langfristig ein Geschäft von 100 Mrd. Dollar. Zunächst geht es um 68 Maschinen und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge. (APA)

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13 Postings
Nirvanacharly
 
02
21.11.2010, 09:44
das ist doch ein ganz normales vorgehen,

das man wenn der preis noch nicht passt beiden anbietern informationen gibt die den preis senken sollen, und nach der 3ten nachbesserungsrunde ist man dort wo man hin will, nur schüssel und Co. waren zu dumm dazu, oder waren es doch schmiergelder, es besteht nach wie vor die grasservermutung.

Mika Eskimo
 
01
21.11.2010, 07:15

Natürlich ein reiner Zufall und schlampiges Daten handling.Das das Boeing Angebot unterlegen gewesen wäre hat natürlich nichts mit dem Vorfall zu tun.

benjohnson1988
00
20.11.2010, 22:55

reply all

yomellamo
09
20.11.2010, 22:14
versehentlich!

denn eigentlich hätte nur das Angebot von EADS zu Boing geschickt werden sollen und nicht umgekehrt.

Mika Eskimo
 
01
21.11.2010, 07:30

Na ja da müsste dann wieder wer in Gefängnis gehen, das war dem Beamten zu heiß.

ikepod
00
20.11.2010, 23:31

stimmt der KHG hat es richtig gemacht
daher sitzt er noch nicht!

Jan C.
01
20.11.2010, 21:12
"versehenlich"

Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wird mit dieser Strategie das Ziel verfolgt den Preis zu senken... Denn derjenige der das schlechtere Angebot gemacht hat sieht dies nun und wird mit dem Preis nach unten gehen. Der mit dem bisher besseren Angebot weiss dies und wird den Preis ebenfalls senken, und nicht zuwenig, da ja der andere Unterboten werden muss...

Zur Ausschreibunt an und für sich: Warum ziehen die USA überhaut einen solchen Kauf im Ausland in betracht? Ihre Wirtschaft braucht einen solchen Auftrag mehr als dringend. Aber natürlich habe ich nichts dagegen wenn sie uns Europäern Arbeitsplätze sichern wollen ;)

Martin Rosenkranz, airpower.at
03
20.11.2010, 22:23
Kauf im Ausland

Geplant ist, dass Northrop Grumman gemeinsam mit EADS Nordamerika auf dem Mobile Downtown Airport in Mobile (Alabama) ein neues Werk errichten, das auch für die Endmontage ziviler A330-Frachter genutzt werden soll.

Das bedeutet, dass vor allem die personalintensiven Tätigkeiten beim Bau in den USA stattfinden würden, denn die die Ferigung der einzelnen Bauteile eines Flugzeuges (z.B. im Werk in Augsburg wo das Heck der A330/340 Serien gebaut wird) passiert nahezu vollautomatisch. Da gehen nur Leute in die Hallen die von Zeit zu Zeit die Teiel in neue Maschinen hängen die schneiden, bohren und nieten - und hin und wieder werden die Maschinen kalibriert.

http://www.airpower.at/news08/09... r/index.ht

Mika Eskimo
 
00
21.11.2010, 07:29

Danke für den Link, da sieht man wieder Marktwirtschaft und Militär / Politik funktioniert einfach nicht.

Es ist auch verständlich das die Amerikaner gerade in Zeiten der Krise die Kohle zur Gänze im Land behalten wollen.

Bitte Bitte
10
20.11.2010, 23:08
Hallo Ährbauer,

Der Link funktioniert nicht!

"Beamtenfehler" ??
n'abmd

ROTFLOL

clemens65
02
20.11.2010, 23:35

Hängens halt ein "ml" hinten an, und Sie werden sehen wie das funktioniert :-)

Simplicius Simplicissimus
01
21.11.2010, 07:56
Pfo pfiele pföne Pflugpfeuge! ...

... Und alle nur pfum Leute puttmachen.

Nein Danke!!!
01
21.11.2010, 02:31

Einsparungsmaßnahmen, nehme ich an.
Das "ml" können wir uns heutzutage nicht mehr leisten.
Der Staat muss sparen, und wir auch.

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