Unruhen: Polizeieinsatz gegen Demonstranten

20. November 2010, 15:54

Regierungsgegner fordern Lösung der Staatskrise nach Putschversuch - Ablehnung des Verfassungsreferendums

Antananarivo - Nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum und einem Putschversuch kommt Madagaskar weiter nicht zur Ruhe. Die Polizei in der Hauptstadt Antananarivo ist am Samstag gegen Regierungsgegner vorgegangen, die eine Lösung der Staatskrise forderten. Die Beamten feuerten Tränengas in eine Gruppe von mehreren hundert Demonstranten, die von einer Vereinigung von Bürgermeistern angeführt wurde. Die Teilnehmer der Kundgebung forderten nach dem Putschversuch vom Mittwoch, die schwelende Krise auf dem Verhandlungswege zu lösen. Der Anführer der Demonstranten wurde nach Polizeiangaben festgenommen.

Eine Gruppe von Offizieren unter General Noel Rakotonandrasana hatte am Mittwoch die Regierung von Präsident Andry Rajoelina für abgesetzt erklärt. Rajoelina zeigte sich aber unbeeindruckt und sagte, der Großteil der Streitkräfte stehe hinter ihm. Einen Tag später zogen sich die aufrührerischen Soldaten in eine Kaserne in der Nähe des Flughafens zurück. Der Putschversuch vom Mittwoch unterbrach eine landesweite Abstimmung über eine von Rajoelina vorgeschlagene Verfassungsreform. Die Organisation der Bürgermeister lehnt den Plan des Präsidenten ab.

Rajoelina war im März mit Hilfe des Militärs an die Macht gelangt. Als Oppositionsführer und Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo hatte Rajoelina den Präsidenten Marc Ravalomanana nach bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen aus dem Amt gedrängt. Dem entmachteten Staatschef wurden Machtmissbrauch und Ausverkauf der Ressourcen der bitterarmen Insel an ausländische Firmen vorgeworfen. Bei Gewaltakten im Februar 2009 waren mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen. Das Verfassungsgericht hatte die Machtübertragung an den Oppositionschef nachträglich gebilligt. (APA/dapd)

mitrovic dejan
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21.11.2010, 09:29
Polizisten

Prügeln halt gerne.
Damit muss man als Demonstrant immer rechnen.

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