Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Da reiben sich einige schon die Hände: Wenn Irland demnächst unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen wird, ist das Wasser auf die Mühlen jener, die Dublin seit jeher als Steueroase beschimpfen. Deutschland, insbesondere frühere SPD-Finanzminister, und Frankreich gelten als Speerspitzen jener Front, die im günstigen Steuersatz für Unternehmen von 12,5 Prozent eine unfaire Praxis erkennen wollen.
Kein Zweifel: Das Land wurde in den letzten Jahrzehnten mit Real- und Kapitalinvestitionen überschwemmt, und einen großen Teil der Transfers verdankt die Insel dem niedrigen Steuersatz. Allerdings wird in der aktuellen Diskussion verkannt, dass Dublin daraus viel gemacht hat. Das einstige Armenhaus avancierte beständig zu einem der reichsten Staaten der Welt. Die Exportindustrie erwies sich selbst in der Krise als wettbewerbsfähig. Ein unverhältnismäßig starkes Drehen an der Steuerschraube ist das Letzte, was das Land jetzt benötigt. Neue Investitionen würden rasch versiegen, bestehende Produzenten das Weite suchen. Auch Irland kennt das Schicksal der Hochlohnländer: Die Verlagerung eines Dell-Werkes nach Polen im vergangenen Jahr machte deutlich, wie rasch sich Teuerungsschübe in der Produktion auswirken können.
Also soll alles beim Alten bleiben? Derart billig kann Irland nicht davonkommen, wenn es demnächst um internationale Hilfe ansuchen wird. Doch weiß Dublin längst, was zu tun ist, und bewies das mit eindrucksvollen Sparpaketen. Das Land hat einen aufgeblähten und schlecht beaufsichtigten Banken- und Immobiliensektor, der in den Boom-Jahren bis 2008 die ganze Volkswirtschaft aus dem Gleichgewicht warf. Dort gilt es, den Hebel anzusetzen.
Dass die erforderlichen Finanzspritzen für den Kreditapparat Irland übersteigen, ist bedauerlich. Doch falsche Medikationen steuerlicher Natur könnten sich rasch als Giftpille erweisen. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21.11.2010)
Fall Stepic zeigt, wie schwer sich Raiffeisen mit Problemen im Management tut
Ex-Flughafen-Sprecher Herbert Kaufmann erhält zu seiner Abfindung einen fetten Konsulentenvertrag
Angela Merkel ist nicht nur weit von einer Fiskalunion entfernt, sondern auch von der Umsetzung ihres Fiskalpaktes
Handelsschranken können zwar kurzfristig vor Produktionsverlusten schützen, letztlich verlieren aber wegen der drohenden Kettenreaktion alle
Letztlich sind es die Steuerzahler, die immer wieder tief für ihre Landesbanken in die Tasche greifen müssen
"Merkozy" und Cameron riskieren die Spaltung, ohne eine Alternative anzubieten
S&P hat in einem recht: AAA-Länder werden mit den Eurohilfen überstrapaziert
Claus Raidl lässt mit einer Forderung nach Amnestie von Schwarzgeldern im Ausland aufhorchen
Die propagierte Schuldenbremse wird fast täglich von der Regierung konterkariert
Der ganz normale Wahnsinn an einem ganz normalen Tag
Zahlen dürfen jene Länder, die dank solider Staatsfinanzen noch Kredit zu erträglichen Kosten bekommen
Polit-Zirkus-Maximus in Rom und Brüssel kann Italien-Kollaps nicht verhindern
Nur mit Verlustbeiträgen privater Gläubiger kann die Spekulationswelle abebben
Angesichts hoher Gewinne, saftiger Teuerung und einer seit Jahrzehnten ziemlich dürftigen Reallohnentwicklung erscheint der höchste Abschluss seit 20 Jahren gerechtfertigt
Nur die radikale Offenlegung und Berichtigung von Risiken schafft Vertrauen
Brüssel blieb das gute Abschneiden Wiens im Hin-und-her-Schupfen der Milliarden nicht verborgen
Congratulazione an Herrn Trichet, der den außer Rand und Band geratenen Premierminister in die Schranken zu weisen vermag
Die Einnahmen werden wegen der Flaute geringer ausfallen, die Ausgaben steigen
die leute, die den kommunismus mit "da ist halt ein bisschen was schiefgelaufen" verteidigen schreiben strukturell denselben bloedsinn.
ja, herr wirtschaftswissenschaftler, warum ist eigentlich oesterreich nicht vorbild fuer die ganze welt? wir haben die letzten 20 jahre nicht milliardengeschenke bekommen und sind noch einige spruenge vom staatsbankrott entfernt.
nicht das in oesterreich jetzt alles so toll ist, aber:
warum eigentlich wirklich?
Wenn ich Herrn Schnauder richtig verstehe, soll Irland weiterhin mit günstigen Steuersätzen Firmen anlocken, die sonst in die Länder gegangen wären (und Steuer gezahlt hätten), die jetzt die Rechnung präsentiert bekommen?
Und woher kommt denn das Geld, das die Iren über Wasser hält? Denn allein die Tatsache, dass es diese gibt hält die Zinssätze noch halbwegs im Rahmen - ich möchte nicht wissen, wie das ohne aussehen würde.
Die wirtschaftliche Performance ist immer im Gesamtbild zu betrachten - man kann nicht den irischen Aufschung loben, und dabei ausblenden, dass er nie auf soliden Fundament stand und deshalb auch in sich zusammen gebrochen ist. So etwas bewusst auszublenden ist Propaganda, und nichts anderes. Bernie Madoff war auch die längste Zeit seines bisherigen Lebens ein genialer Fondsmanager.
Ideologen wie dem Verfasser des obigen Artikels hat das Ausblenden System, ist sogar Voraussetzung und Forschungsprogramm (daher stammend auch der vollkommene Unsinn von "Markt vs. Staat", als ob das eine unabhängig vom anderen wäre).
Wenn immer die widersprüchliche Wirklichkeit des Kapitalismus zu Krisen führt, war irgendein Hokuspokus schuld (Staat, Hormone der Banker, Frauenmangel in den oberen Etagen, schlechtes Essen in London, der luxuriöse Lebensstil der dekadenten Hartz 4 Bezieher und Aufstocker usw.usf.).
So viel haben die Iren offensichtlich doch nicht aus dem billigen Geld gemacht, sonst würden sie jetzt nicht kollabieren. Abgesehen davon ist dieses Art des Steuerdumpings (Steuerbegünstigungen für ausländische Finanzierungsgesellschaften - Dublin docks) schon sehr parasitär.
Ich verzockte das doppelte Jahreseinkommen im Casino. Außerdem will ich nur halbtags arbeiten und brauche g'rad einen neuen Mercedes.
Darf ich ihnen, zwecks Überweisung des Fehlbetrages, meine Kontonummer übermitteln? Gleichzeitig verbitte ich mir jegliche Vorschläge, die Situation anders in den Griff zu bekommen.
MfG W. Müller
noch konkreter: bis ende nächsten jahres kann ich noch gut leben von meinem letzten kredit leben, den ich dann aber nicht zurück zahlen können werde. bitte melden Sie sich rechtzeitig vor november, um beizeiten einspringen zu können, aber bis dahin werde ich jeden ratschlag ihrerseits bezüglich meiner budgetführung ignorieren. herzlichst, ihr ire
"Doch weiß Dublin längst, was zu tun ist, und bewies das mit eindrucksvollen Sparpaketen."
"Dass die erforderlichen Finanzspritzen für den Kreditapparat Irland übersteigen, ist bedauerlich. Doch falsche Medikationen steuerlicher Natur könnten sich rasch als Giftpille erweisen"
Staatsgarantie für die irischen Banken in Höhe von 485 Milliarden Euro
dublin ist pleite und schnauder singt das hohelied der neoliberalen steueroasen
und da wundert man sich über die kompetenz der regierung in österreich, bei solchen wirtschaftsjournalisten
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.