Musizieren ohne Netz

19. November 2010, 19:19
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Das norwegische Trio Supersilent vermeidet Proben und verbale Kommunikation über Musik - Vielmehr musiziert es aus dem Moment heraus

Wien - Über diese Musik gibt es nichts zu sagen: So suggerieren die minimalistischen, mit Ausnahme des Front-Covers aus unbedruckten Seiten bestehenden CD-Booklets von Supersilent. Auf Stücktitel verzichtet man, für die CDs reichen Nummern. Zurzeit hält man bei Album 11. All dies sagt tatsächlich auch über die Philosophie des norwegischen Ensembles Essenzielles aus. Zusammengefasst: Du sollst nicht proben. Und: Du sollst - in der Band - nie über Musik sprechen. Woraus folgt, dass jedes Konzert völlig frei improvisiert wird.

Supersilent ging 1997 aus der Begegnung der Free-Jazzer Arve Henriksen, Ståle Storløkken und Jarle Vespestad mit Live-Elektroniker Helge Sten alias Deathprod hervor - um sich mit oft alles andere als "superleisen", zwischen freier Interaktion, akustischem Ambient und digital prozessierten Klangfeldern mäandernden Soundscapes alsbald zwischen allen Genre-Stühlen zu positionieren. 2009 verließ Schlagzeuger Vespestad die Band, Supersilent hält indessen auch als Trio ungerührt an seinem Konzept fest. Und verbindet so konsequent wie wohl keine andere Band das Wagnis des Musizierens ohne Netz mit zeitgenössischer Soundästhetik. (Andreas Felber / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21.11.2010)

 


20. 11., Porgy & Bess, 1., Riemergasse 11, www. porgy.at, 01/512 88 11. 20.30

 

  • Sehr minimalistisch: Supersilent.
    foto: a. basma

    Sehr minimalistisch: Supersilent.

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