Polisario warnt vor neuem Krieg gegen Marokko

19. November 2010, 16:36

Bucharaya Beyin: "Wir haben Waffen, Männer und den Willen"

Madrid - Die Befreiungsbewegung Polisario droht mit der Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes gegen Marokko, sollte nicht bald eine Lösung für den Westsahara-Konflikt gefunden werden. Man verfüge über "Waffen, Männer und den Willen", erneut gegen Marokko in den Krieg zu ziehen, erklärte am Freitag in Madrid Bucharaya Beyin, Polisario-Sprecher in Spanien. Er wolle keine "Kriegstrommeln" schlagen und man suche den friedlichen Weg, endlich das seit Jahren versprochene Unabhängigkeits-Referendum durchführen zu können. Aber angesichts der Zurückhaltung der internationalen Gemeinschaft nach der jüngsten brutalen Niederschlagung eines Protest-Zeltlagers in der von Marokko besetzten Westsahara sei man mit der Geduld allmählich am Ende, so Beyin in Madrid.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte die jüngsten gewaltsamen Vorkommnisse verurteilt, aber die von der Befreiungsbewegung geforderte Entsendung einer Untersuchungskommission abgelehnt. Innerhalb der Polisario und vor allem in den saharauischen Flüchtlingslagern in der südalgerischen Wüste wachse nun die "massive Bereitschaft, dem Waffenstillstand mit Marokko ein Ende zu setzen", bestätigte der Polisario-Sprecher.

Garantien gefordert

Abdelkader Taleb Omar, Premierminister der von Algerien unterstützten Exilregierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), warnte bereits vor wenigen Monaten, dass seine Regierung "ernsthaft über eine weitere Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und eine mögliche Wiederaufnahme der Gefechte nachdenken" werde, sollte die UNO nicht endlich die Einhaltung der Menschenrechte in der Westsahara garantieren. Anfang der Woche forderte die Polisario vom Weltsicherheitsrat bereits die Festsetzung einer Frist zur Klärung des Status der von Marokko besetzten Westsahara. Marokko hat eine umfassende Autonomie für das Gebiet vorgeschlagen. Die Polisario will, wie im Plan des ehemaligen US-Außenministers James Baker vorgesehen, in einem Referendum über die Zukunft der an Bodenschätzen reichen Westsahara abstimmen lassen, so wie es den Saharauis vor über 19 Jahren von den Vereinten Nationen zugesagt worden war.

Der Konflikt selbst begann 1975, als die UNO im Zuge der Entkolonialisierung Spanien aufforderte, die Westsahara über die Unabhängigkeit abstimmen zu lassen. Spaniens Diktator Francisco Franco ließ jedoch das Gebiet, das fünf Mal so groß wie Österreich ist, zwischen Marokko und Mauretanien entgegen allen UNO-Regeln aufteilen. Seine Bedingung: Die spanischen Wirtschaftsinteressen müssten gewahrt bleiben. Die Saharauis wehrten sich. Nach drei Jahren hartem Kampf zog sich Mauretanien wieder zurück. Das militärische starke Marokko allerdings hielt dagegen. 1988 kam es auf Vermittlung der UNO zu einer Waffenruhe. 1991 entsandten die Vereinten Nationen die - zeitweise von dem österreichischen Brigadier Bernd Lubenik geleitete - Friedens-Mission MINURSO in die Westsahara, um den vereinbarten Waffenstillstand zu überwachen und ein Selbstbestimmungsreferendum durchführen zu lassen. Damals waren die Hoffnungen der Saharauis in die Vermittlungen der UNO groß. Bis heute ist es nicht zu dem versprochenen Referendum gekommen, da sich Marokko, unterstützt durch Frankreich im UNO-Sicherheitsrat, strikt gegen ein solches stellt. (APA)

Fabio La Recca
01
3.12.2010, 06:20

Liebe Leute !!!

Man muss sich doch mal Gedanken darüber machen was aus Westsahara wird, wenn eine extreme Organisation wie die POLISARIO die Macht dort übernimmt? 2. Afghanistan oder Somalia nein schlimmer ... und das wenige Flug-Stunden von uns entfernt. Ich lebe und arbeite dort. Marokko ist an sich sehr investitionswillig und demokratischer als jedes Land im norden Afrikas. Ferner darf nicht vergessen werden, dass die POLISARIO Menschen in West-Algerien seit Jahrzehnten gegen ihren Willen festhält und foltert. Ferner darf nicht vergessen werden das die POLISARIO eine TERROR-ORGANISATION a la AL-KAIDA ist. Mit ganz merkwürdigen undemokratischen Strukturen geprägt ist.

Ernst Guevara
01
20.11.2010, 10:25
liebe polisario! ich denke, es ist müssig, appelle an die UNO zu schicken und zu erwarten,

dass die UNO reagiert und sich für die menschenrechte der saharauis engagiert. in der UNO haben nun mal die reaktionären, teilweise auch faschistischen diktaturen - vor allem auch islamisten - und im westen eher die angeblich demokratischen staaten mit ihren imperialistischen interessen das sagen. daher bringt es nix sich an die UNO zu wenden, das ist im grunde eine kriminelle organisation. aber ich empfehle euch von der polisario, eure vernetzungen auf der ebene der zivilgesellschaft zu verstärken. vielleicht hat das bessere aussichten. leider sind große teile der zivilgesellschaft bei uns viel zu sehr, fast schon pathologisch vom nahost-konflikt besessen, aber vielleicht lernen sie ja noch, dass die menschenrechte universell sind.

Beliar
10
22.11.2010, 02:16
äch

völker hört die signale?????????????????????????????
?????????????????????????

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