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Kann ein junger Mensch innerhalb von Sekunden von Hell auf Dunkel umstellen, braucht ein Mensch ab der Lebensmitte dafür wesentlich länger.
Wenn die Tage kürzer werden, rutscht die Hauptverkehrszeit in die Dunkelheit. Für Autofahrer ist das eine Herausforderung: Je schlechter das Licht desto geringer ist allgemein das Sehvermögen. 90 Prozent der Informationen, die für das Autofahren wichtig sind, werden visuell aufgenommen. Mit steigendem Lebensalter lässt die Sehleistung zusätzlich nach: Die Dämmerungssehschärfe sinkt, Kontraste werden weniger stark wahrgenommen, die Blendempfindlichkeit steigt, und das Gesichtsfeld ist zunehmend eingeschränkt.
"Die natürliche Trübung der Linse beginnt langsam ab dem 40. Lebensjahr", sagt Martin Emesz, Oberarzt an der Universitätsaugenklinik Salzburg. Durch die Trübung der Linse entsteht Streulicht, das das Bild auf der Netzhaut überlagert, die Blendempfindlichkeit erhöht und Konturen verschwimmen lässt. "Es ist wie bei einem Beamer: Bei Licht ist das projizierte Bild schlechter zu erkennen, als wenn ein Raum verdunkelt ist", erklärt Patrick Marvan, Arzt an der Universitätsaugenklinik Salzburg. Anfangs kann das Gehirn den Effekt des Streulichts noch ausgleichen, ab dem 60. Lebensjahr nimmt meist die Trübung zu, und mehr Streulicht entsteht.
Macht diese Tatsache nicht ältere Autolenker zu einem Sicherheitsrisiko? "Das Kontrastsehen verschlechtert sich im Alter, aber nicht unbedingt so stark, dass es ein Nachtfahrverbot begründen würde", sagt Bertram Vidic, Assistenzprofessor an der Universitäts-Augenklinik Graz und Vorsitzender der Kommission Auge und Verkehr der Österreichischen Ophtalmologischen Gesellschaft (ÖOG).
Mit Nachtfahrverboten werden Lenkerberechtigungen eingeschränkt, wenn die Lenker in der Dunkelheit nicht mehr fahrtauglich sind. Die Gründe dafür können degenerative Erkrankungen des Auges oder Nachtblindheit sein. "Angeborene Nachtblindheit und Nachtblindheit in Folge eines Vitamin-A-Mangels sind sehr selten", sagt Patrick Marvan. Wer sich mit fortschreitenden Jahren nachtblind fühlt, leidet meist nur an einer erhöhten Blendempfindlichkeit durch vermehrtes Streulicht und einer verschlechterten Dunkeladaptation.
Kann ein junger Mensch innerhalb von Sekunden von Hell auf Dunkel umstellen, braucht ein Mensch ab der Lebensmitte dafür wesentlich länger. Über die Pupille, eine Pigmentschicht und Nervenzellen am Augenhintergrund kann das Auge die Lichtempfindlichkeit regeln. Wird das Auge durch viel Licht, beispielsweise dem Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos, geblendet, so können diese Nervenzellen überreizt werden. Sie geben dann kurzfristig keine Informationen an das Gehirn weiter, und man sieht vorübergehend nichts.
Beratung beim Augenarzt
Oft verschlechtern ganz banale Probleme die Sicht in der Dunkelheit: schmutzige Windschutzscheiben, eine verschmierte Brille oder Ablagerungen auf Kontaktlinsen streuen das Licht und tragen zum Blendeffekt bei.
Wirklich gefährlich wird Autofahren jedoch meist erst, wenn zusätzlich krankhafte Altersveränderungen auftreten. Dazu gehören der graue Star und der grüne Star, aber auch Netzhautveränderungen als Folge von Diabetes mellitus und die Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD), bei der die Netzhautzellen rund um die Makula, den Punkt des schärfsten Sehens, zerstört werden.
Ist die Erkrankung schon so weit fortgeschritten, dass die Fahrtauglichkeit nicht mehr gegeben ist, klären die Augenärzte ihre Patienten auf. Den Behörden können die Diagnosen wegen der ärztlichen Schweigepflicht jedoch nicht gemeldet werden. Und viele Betroffene schreiben die Warnungen der Ärzte in den Wind, wie eine Studie der Universitätsaugenklinik Salzburg zeigt. "Hochgerechnet und sehr konservativ geschätzt haben 2,4 Prozent der Autolenker kein ausreichendes Sehvermögen. Davon würde ein Drittel weiterfahren, obwohl sie wissen, dass sie eigentlich nicht mehr genug sehen", sagt Studienleiter Martin Emesz.
Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher, da viele den Gang zum Arzt scheuen. Dabei können bei rechtzeitiger Diagnose mittlerweile manche altersbedingte Netzhauterkrankungen gut behandelt oder gestoppt werden. Star-Operationen gehören heute zur augenärztlichen Routine. "Wird eine Augenerkrankung rechtzeitig erkannt, kann sie eventuell behandelt werden. Damit kann die Fahrtüchtigkeit länger erhalten bleiben", sagt Emesz.
Zeitfaktor bei Diagnose
Die Tücke bei vielen degenerativen Erkrankungen ist nämlich: Häufig bemerken die Betroffenen erst etwas, wenn es für eine Behandlung schon zu spät ist, weil sich das Sehvermögen schleichend verschlechtert. Auch deswegen empfiehlt die Kommission "Auge und Verkehr" der ÖOG, regelmäßige Routineuntersuchungen für Führerscheinbesitzer ab einem gewissen Alter in das neue, EU-konforme Führerscheingesetz aufzunehmen, das 2013 in Kraft treten wird.
"Ein verpflichtender Gesundheits-Check ist in der österreichischen Umsetzung der Richtlinie derzeit aber nicht vorgesehen", heißt es jedoch aus dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, "angedacht ist vielmehr die Möglichkeit, sich freiwillig und anonym auf Fahrtauglichkeit prüfen zu lassen." (Konstanze Wagenhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2010)
Die akute bakterielle Entzündung am Augenlid wird mit antibiotischen Salben behandelt - Selbst herumdoktern empfiehlt sich nicht
Expertin empfiehlt jährlichen Besuch beim Augenarzt ab 40
Mit einer in Wien entwickelte Methode können die altersbedingte Makuladegeneration und andere Netzhaut-Erkrankung vorhergesagt werden - noch bevor Symptome auftreten
Zur regelmäßigen Glaukomkontrolle ab dem 40. Lebensjahr wird dringend geraten
Eine großangelegte Studie zeigte, dass eine Operation bei Katarakt das Sturzrisiko und damit die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen senkt
Ein neues Verfahren könnte die Therapie von Glaukom (Grüner Star) revolutionieren - Mit einer Drainage bleibt auch bei niedrigem Augeninnendruck die Formkonstanz des Auges erhalten
Eine Sehtherapie ersetzt keine Brille - Mit speziellen Übungen kann jedoch unter fachgerechter Anleitung die Sehkraft der Augen gestärkt werden
Katarakt und Netzhauterkrankungen werden an der Salzburger Universitäts-Augenklinik mit dem Laser behandelt
Patienten mit Retinitis pigmentosa profitieren von implantierten Chip - Teil der Sehkraft lässt sich wiederherstellen
Ein Gerät wandelt Bilder in Töne um und ermöglicht blinden Menschen das Erkennen von Objekten
Gehirn und zweites Auge gleichen das kranke Auge aus - Augenärzte rufen zu regelmäßigen Untersuchungen auf
In Österreich leiden etwa 125.000 Menschen an Makuladegeneration. Besonders gefährdet sind Raucher und fettleibige Menschen
Es gibt zunehmend Menschen, deren Tränenfluss versiegt - Sie leiden am Trockenen Auge und laborieren an einer permanent gereizten Bindehaut
Die Messung des Augeninnendrucks an der Hornhaut reicht als Vorsorgeuntersuchung nicht aus
Immer mehr Menschen leiden unter einer Myopie - Die Arbeit vor dem Computer erhöht das Risiko einer Augapfelverlängerung
Kombination von zwei Verfahren liefert tiefer gehende Informationen über Zellschichten am lebenden Auge
Auch ohne Antibiotika heilt eine bakterielle Konjunktivitis in vielen Fällen problemlos ab
Sonnenlicht fördert Krankheitsprozesse auf der Netzhaut - Die Verwendung einer Brille ohne UV-Schutz ist schädlicher als gar keine zu tragen
sichtbar, geblendet hin oder her...
da man bei der mehrzahl der menscheit nur auf ignoranz und unachtsamkeit stosst, ist es sowas von wurscht ob man geblendet wird oder einfach nur blind ist... man sollte auch nicht immer die fehler bei diversen behörede oder sonstigen einrichtungen suchen - wir alleine sind die verantwortlichen und diejenigen, die darüber einscheiden, mit wieviel verantwortung wir unseren mitmenschen entgegentreten... und wenn jeder nur ein bisserl auf den anderen schaut und acht gibt wie auf sich selber, dann schaut die sache gleich anders aus!!!
1) immer mehr Xenonleuchten
2) immer mehr SUVs und Vans mit hoch angeordneten Scheinwerfern
3) immer mehr Pfuscher, die auf gut Glück das Lamperl wechseln, woraufhin der Scheinwerfer dann irgendwie in die Landschaft leuchtet (alte Golfs, die NICHT blenden, muss man suchen)
Das alles hat weit mehr Einfluss als ein paar Zehntelprozent "Sehgeschädigte" auf oder ab.
Das übliche Versagen der Behörden.
1) xenonleuchten sehe ich eher als sicherheitsplus dank vorgeschriebener automatischer niveauregulierung
2) richtig eingestellt kein problem, falsch eingestellt sind auch lampen eines 1,30m großen sportwagens ein blendfaktor
3) falsch, wenn man das lämpchen nicht verkehrt einsetzt (was schon ein kunststück ist, kommt sehr, sehr selten vor) dann leuchten die scheinwerfer nicht ins nirvana, xenon würd ich auch keinen laien tauschen lassen, aber die halten wenigstens relativ lang.
das mit den alten golfs liegt eher daran das die schon seit jahren kein service gesehen haben (dort wird die scheinwerfereinstellung kontr.) bzw. es sich für die meisten bei der alten kiste einfach nicht auszahlt noch geld reinzustecken.
das wird schon stimmen - aber:
1) werden die Leuchten der Autos immer besser (kritischer für den Gegenverkehr) und
2) sind viele Leuchten falsch eingestellt...
d.h. selbst für mich als "Normalsichtigen" ist Blendung durch den Gegenverkehr ein immer größeres Problem
dass sie in den Gegenverkehr schauen. Dabei genügt es vollkommen den rechten Fahrbahnrand im Auge zu behalten. Damit hat man automatisch die Fahrbahn bis zur Mittellinie im Gesichtsfeld und wird nicht geblendet.
Ich fahre überwiegend in der Nacht und habe noch nie Probleme mit Blendungen gehabt.
erst vor 2 Monaten ist ein Radfahrer in der 30kmh Zone vor meiner Wohnung von einem Autofahrer in der Nacht "übersehen" worden - der Autofahrer war (wie leider üblich) viel zu schnell unterwegs und hat die 30kmh Zone ignoriert...
zwei Familien zerstört - die des Opfers und die der Fahrerin die den Unfall verursacht hat...
die beginnende Sehstörung ab dem 40. Lebensjahr würde auch erklären warum ich so viele scheinbar rücksichtslose Autofahrer in dem Alter bemerke... die sehen wohl einfach nur schlecht...
Ich versteh überhaupt nicht, warum das nie geprüft wird, ist oft unübersichtlich, schmal, warum fährt man in dem Gasslwerk überhaupt so schnell, ist für mich unerklärlich, riskiert man schon so, daß man nicht überall gleichzeitig hinschauen kann und alles rechtzeitig sehen kann....
da sollte die Polizei viel mehr kontrollieren.
Um 20:07 schreiben's noch: "Zu starken oder falsch eingestellten Scheinwerfern... Und schon ist der schlecht oder gar nicht beleuchtete Radfahrer nicht mehr zu sehen.." und um 00:00 Uhr, also vier Stunden später, es wäre ein "Verbrechen" den 30-er nicht einzuhalten...
Ich glaub, Sie sind einfach ein Opportunist, der irgendwas schreibt, nur, weil's vielleicht gerade in den Mainstream passt.
Wenn Sie nicht mehr fahren wollen oder können, müssen Sie nicht den anderen die Fähigkeit absprechen. Und nicht alle 30-er Zonen sind "enge Gasserln, wo man nicht immer alles sehen und überall hinschauen kann"...
Denken's mehr nach oder postens halt nicht zum gleichen Artikel nach Stunden der Einkehr nochmal...
es stimmt aber beides.
überland sehr ich oft nix (vor allem wenns nass ist und die strasse spiegelt), weil mich schlecht eingestellte scheinwerfer blenden. da hilft oft nur, dass ich die strecken kenne.
in der stadt ists so, dass wenns leute eilig haben, 30er gern nicht eingehalten werden.
allerdings hat die geschwindigkeit mit dem übersehen von fussgängern/radfahrern vermutlich weniger zu tun als schlechte beleuchtungsverhältnisse. und grad in der stadt sollte man dem wohl abhelfen können.
Zu starken oder falsch eingestellten Scheinwerfern... Und schon ist der schlecht oder gar nicht beleuchtete Radfahrer nicht mehr zu sehen... Vor allem, wenn dann noch Fußgänger auf allen Seiten und kompliziertere Kreuzung hinzu kommt... Ich seh gut genug, aber fahre aus diesen Gründen im Winter oder bei schlechtem Wetter fast nicht in der Nacht....
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