Antimaterie erstmals eingefangen

18. November 2010, 18:50
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    foto: chukman so/alpha

    So sieht die Falle aus, mit der Physiker vom Cern rund eine Zehntelsekunde lang Antimaterie einsperrten.

Cern-Forschern gelang die Produktion und Speicherung von 38 Antiwasserstoff-Atomen für rund eine Zehntelsekunde

Genf/Wien - Das, was man aus der populären Literatur von ihr weiß, hat in ihrem Fall besonders wenig mit der Realität zu tun. Die Rede ist von der rätselhaften Antimaterie, die in der Welt von Star Trek in Fusion mit Materie als Antrieb für den fiktiven Warp-Antrieb fungiert. Damit wäre dann, wie alle Trekkies wissen, Überlichtgeschwindigkeit möglich.

In Dan Browns Bestseller Illuminati wiederum haben Teilchenphysiker am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf sichtbare Mengen der Substanz hergestellt. In Wirklichkeit sieht die Sache ziemlich anders aus.

Ganz grundsätzlich nimmt die Forschung an, dass wir und überhaupt das gesamte Universum unsere Existenz der Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie verdanken. Da sich nämlich beide Formen der Materie gegenseitig auslöschen, muss es nach gängiger Lehrmeinung beim Urknall einen Überschuss an Materie gegeben haben.

Antimaterie kommt in der Natur allem Anschein nach nicht vor und kann bislang nur in aufwändigen Experimenten im Teilchenbeschleuniger künstlich erzeugt werden. 2002 gelang erstmals für wenige Sekundenbruchteile die Produktion eines Antiwasserstoffatoms bestehend aus einem Antiproton und einem Positron am Cern-Experiment Alpha (Antihydrogen Laser PHysics Apparatus).

Ebenda gelang es nun erstmals, dieses ungeladene Teilchen einzufangen oder gar für weiter gehende Untersuchungen zu speichern - was bisher aus einem einfachen Grund unmöglich war: Sobald nämlich ein erzeugtes Antiwasserstoffteilchen der es umgebenden Materie zu nahe kommt, löst es sich in einer Art Explosion in Energie auf.

Um Antimaterie einzufangen, ist deshalb eine extrem starke Abkühlung der Antiwasserstoffteilchen sowie der sie erzeugenden Positronen und Antiprotonen nötig. Bei nur 0,5 Kelvin, einer Temperatur nahe am absoluten Nullpunkt, wird ihre Eigenbewegung so gering, dass ein Einfangen mit Hilfe magnetischer "Käfige" erst möglich wird.

Genau das gelang nun Cern-Physikern tatsächlich, wie sie in der Wissenschaftszeitschrift Nature (online) berichten: Sie konnten 38 Atome für rund eine Zehntelsekunde einfangen - was sowohl von einer "sichtbaren Menge" wie auch für den Antrieb des Raumschiffs Enterprise ziemlich weit entfernt ist.

Der Trick gelang dank eines achtpoligen Magneten, der die supergekühlten Teilchen quasi in der Schwebe hielt und so verhinderte, dass sie an die Wände des Geräts prallten. Trotz der geringen Menge und der kurzen Zeit jubeln die Cern-Physiker: Wie einer der beteiligten Forscher meinte, könnten dadurch Experimente möglich werden, "die entweder dramatische Veränderungen der gängigen Sicht der Grundlage der Physik erfordern, oder aber das bestätigen, was wir bereits jetzt wissen". (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19.11.2010)

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Fritz Wunderlich
10
25.11.2011, 20:48

welche rechte hat das vorgeblich gefangene teilchen?

ich bin manisch depressiv
00
24.11.2010, 19:40
antimaterie hab ich auch schon erlebt

jedesmal wenn ich mein brieftascher öffne ist antimaterie drinnen

Artischoke
02
20.11.2010, 21:46

1/10 Sekunde ist in der Teilchenphysik eine halbe Ewigkeit

Zenon
00
26.11.2010, 23:38

Mit stabilen Teilchen geben sich Teilchenphysiker auch selten ab, oder?

(Natürlich naturgemäß deshalb, weil alles was zu lange lebt, aus dem Detektor fliegt, ohne zu zerfallen.)

Wie verhält sich eigentlich Antimaterie chemisch mit Materie?

das jüngste Gerücht
00
20.11.2010, 17:44

So, ihr Schlaumeier...jetzt rechnet´s mal um, wieviele UN (Anti) menschen es benötigt, um einen Menschen zu entkräften....

beinstein
73
20.11.2010, 09:46
WO BLEIBEN DIE..

"wissenschaftsgläubigen", die "ewig gestrigen" - die gleich vorrechnen, wieviele menschen auf unserem planeten in einer zehntel sekunde vehungern und wieviele man mit dem geld davor bewahren könnte?
bis jetzt hat einzig >grenzneutral< verschwendung von 10 mrd angeprangert.
wo bleibt ihr?
oder (besser) schweigt für ewig.

b_UT
01
19.11.2010, 21:08

Grundlagenforschung ist halt heutzutage nicht mehr so einfach wie damals, als "Mann" sich nur unter einen Apfelbaum zu setzen brauchte und zu warten.
Trotzdem ist es nicht weniger esenziell (weiss man aber meist immer erst im Nachhinein, wozu es gut war - das ist das Wesen von Grundlagenforschung)

werwolfi
02
19.11.2010, 17:42

"Damit wäre dann, wie alle Trekkies wissen, Überlichtgeschwindigkeit möglich."

man muss kein trekkie sein um zu wissen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

LCD
01
19.11.2010, 20:18

So ein Warpkern benötigt aber eine Unmenge an Energie...

das jüngste Gerücht
00
20.11.2010, 17:25

...haben wir doch genug, in Anbertracht der Grösse des Universums...man muss die Energenequellen nur lokalisieren und dementsprechend "ausbeuten" lernen....

werwolfi
00
19.11.2010, 22:22

jo eh.

trotzdem, selbst wenn wir morgen die technik hätten im großen stil antimaterie zu produzieren und zu speichern, wäre wir um nix näher an der lösung des problems, den raum so zu krümmen, dass eine "warpblase" entsteht. ganz andere baustelle.

LCD
00
20.11.2010, 13:28

Slbstverständlich ist es richtig, und wie ich auch an einer anderen Stelle geschrieben habe. Selbst die Energie aus der Annhilation wäre immer noch zu gering um nach heutigen Wissen den Raum nennenswert zu krümmen. Dazu bedarf es die Energie einer Supernova. Jedoch möchte ich nicht ausschließen dass in der Zukunft eine Möglichkeit entdeckt wird Raum mit sehr wenig Energie zu krümmen. Die Physik hält noch viele Geheimnise vor uns Verschlossen.

das jüngste Gerücht
00
20.11.2010, 17:27
Die Physik hält noch viele Geheimnise vor uns Verschlossen.

Gott sei dank!!!

LCD
02
21.11.2010, 02:30

Gott hat gar nichts damit zu tun...

das jüngste Gerücht
01
21.11.2010, 11:52
Gott hat gar nichts damit zu tun...

OK, wenn es Ihnen so lieber ist: Physik sei Dank....

Voronwe
00
19.11.2010, 20:15

Naja, das Raumschiff selbst bewegt sich da natürlich nicht mit Überlichtgeschwindigkeit, für eine außenstehenden Beobachter aber schon. Ist halt alles relativ ;)

werwolfi
00
19.11.2010, 22:24

völlig klar, die "warpblase" in star trek leistet genau das.

trotzdem hat das mit der antimaterie, die ebendort als energiequelle zum zweck der herstellung derselben postuliert wird, rein gar nichts zu tun.

tunguska
00
19.11.2010, 14:44
Super, und wann bauen sie am Replikator weiter?

Der wär mir erstmal lieber als der Warpantrieb!

Durch Blick
00
22.11.2010, 19:36

Oder das Holodeck, dann brauch ich nix zum Essen replizieren und kann da drinnen glücklich verhungern :P

Got Your Noes!
01
19.11.2010, 21:16

earl grey, heiß.

LCD
00
19.11.2010, 20:19

Replikator oder doch lieber Replikatoren?

nerdrage
01
28.11.2010, 15:34

ich wär für replikantinnen

^
00
19.11.2010, 21:04

Einer reicht definitiv.

Wenn man mehr braucht kann man die ja replizieren.

LCD
00
20.11.2010, 13:31

Ja, nur mit Replikatoren meinte ich dann schon die Viecher aus Stargate. Die replizieren sich ja auch selbst, und das Ergebnis kennt jerer Stargate-Seher.

Tobo
02
22.11.2010, 11:36
bin kein Stargate-Seher...

...aber replizieren wir Menschen uns nicht auch selbst?

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