Hoffnung im Hosentaschenformat

18. November 2010, 18:03
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Schriftsteller Christoph W. Bauer schrieb über das Schicksal von zwölf Straßenzeitungsverkäufern

Innsbruck - "Asylwerber erzählen nicht gerne, warum sie aus ihrer Heimat weg mussten", sagt die Geschäftsführerin der Stadt- und Straßenzeitung 20er, Julia Staller. Also hat der Schriftsteller und Bachmann-Preisträger Christoph W. Bauer einen Roman rund um das Schicksal von zwölf Straßenzeitungsverkäufern herumgeschrieben, für den Taschenkalender 2011.

In "Wenn Löwen mit Elefanten kämpfen" klammert Bauer verschiedene Lebensgeschichten mit dem "Prinzip Hoffnung" zusammen. Der Schriftsteller besuchte über den Sommer mit dem Fotografen Florian Schneider die 20er-Verkäufer und eine -Verkäuferin: Am Sparkassenplatz etwa oder vor dem M-Preis im Saggen. Ein bisschen Biografie wurde bei den Treffen doch verraten. Etwa die von Xavis. Der 33-Jährige floh aus Kamerun. Dort war er Karatelehrer und unterstützte die falsche Partei.

Neben Bauer und Schneider brachte sich der Maler Anton Wechselberger ins Projekt ein. Er brachte die Fotos erst mit Siebdruck auf die Leinwand, um sie dann wieder zu übermalen. Diese wurden dann versteigert. Der Ausrufpreis betrug 20 Euro. Xavis ersteigerte sein eigenes Bild. Ein Taschenkalender kostet zehn Euro, fünf bleiben den Verkäufern. (ver/DER STANDARD, Printausgabe, 19. November 2010)

  • Kunstprojekt für 20er-Verkäufer.
    foto: anton wechselberger

    Kunstprojekt für 20er-Verkäufer.

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