Der Reboot nach der Länderspielpause

18. November 2010, 17:28
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Erwartungsgemäß haben einige EBEL-Klubs die zwölf spielfreien Tage dazu genutzt, ihren Personalstand aufzustocken, ehe am Freitag der 20.Spieltag im Grunddurchgang wartet.

Nach dem zwölftägigen International Break nimmt die EBEL am Freitag wieder ihren Spielbetrieb auf. Einige Klubs haben während der Ligapause Veränderungen an ihrem Kader vorgenommen, die Vereine am Tabellenende hoffen auf einen sportlichen Neustart.

Duell Letzter gegen Erster in Linz

In Linz trifft am Freitag der Vizemeister auf den letztjährigen Siebten des Grunddurchgangs - und ist dabei der große Außenseiter. Während bei den Black Wings in den bisherigen 19 Runden so ziemlich alles schief lief, eilte der KAC von Sieg zu Sieg und führt die EBEL-Tabelle aktuell überlegen an. Die rot-weiße Dominanz manifestiert sich im Abstand von acht Punkten zum Tabellenzweiten, der gleichen Distanz an Zählern, die zwischen dem Vierten und dem Letzten besteht.

Zwar müssen die „Rotjacken" mindestens bis Mitte Dezember auf den verletzten Tyler Scofield verzichten, schon kommende Woche landet jedoch mit Andrew Schneider einer der Schlüsselspieler der letzten Klagenfurter Meistermannschaft in Kärnten. Im Vorjahr lange verletzt, kam er gegen Saisonende immer besser in Fahrt, sodass ihm vom KAC für heuer ein „Teilzeitvertrag" von Anfang Dezember bis April angeboten wurde. Debütieren wird der 38jährige Center in zwei Wochen im Heimspiel gegen Zagreb.

„Blauer Brief" für den Topscorer des Vorjahres

Schon am Freitag präsentiert sich beim EHC Linz ein neuer Mann dem Publikum: Jason Ward, gestählt in 348 NHL-Partien, hat während der Länderspielpause beim Vizemeister einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben. Nach nur einem Sieg in den letzten sieben Spielen, zwei bitteren Niederlagen gegen den direkten Konkurrenten Olimpija direkt vor dem Break und dem erneuten Absturz ans Tabellenende sahen sich die Verantwortlichen in Linz zum Handeln gezwungen. Man trennte sich von Eric Healey, im Vorjahr im Trikot der Graz 99ers noch Topscorer und ligaweit Führender in der Plus/Minus-Wertung nach dem Grunddurchgang, und hofft, mit Ward den Stein des Anstoßes für eine Umkehr des negativen Trends gefunden zu haben.

Zentrales Problem des Vizemeisters im bisherigen Saisonverlauf war die Offensivschwäche, im Schnitt gelangen nur 2,11 Treffer pro Spiel (zum Vergleich: angeführt wird die Liga in dieser Kategorie vom EC Salzburg mit 4,11 Toren pro Partie). Doch der in seiner bisherigen Karriere in Nordamerika vornehmlich als Defensivstürmer verwendete Ward fiel in seinen elf Profijahren in der NHL und AHL eher als Vorbereiter auf, nur in zwei Spielzeiten überstieg die Anzahl seiner Tore jene seiner Assists. Klar ist: Der EHC Linz hat mit dem 31jährigen einen Spieler verpflichtet, der das Potential hat, die EBEL zu bereichern. Sich in der Stahlstadt jedoch darauf zu verlassen, dass Ward alleine die Wende in Form von Toren am laufenden Band bringen wird, wäre fahrlässig.

Defensivverteidiger für den Meister 

Personelle Veränderungen gab es während der Ligapause auch bei Teams aus den vorderen Tabellenregionen. Nach wochenlanger Suche nach einem geeigneten Legionär für die Defensive ist Meister Salzburg fündig geworden und hat mit Erik Reitz einen typischen Stay-at-home-Verteidiger verpflichtet. Der 28jährige US-Amerikaner spielte im Vorjahr in Novosibirsk in der KHL, überzeugte dort durch kompromissloses Defensivspiel und hatte den beste Plus/Minus-Wert aller Verteidiger im Team.

Überraschend ist sein Transfer nach Salzburg insofern, als dass sich der Klub vor wenigen Wochen noch um Offensivverteidiger wie J. D. Forrest (der sich für ein Try-out bei Jokerit entschied) bemühte.

Langfeld und Dahlman bestehen Try-outs

Auch Salzburgs aktueller Kontrahent um Platz zwei, der Villacher SV, tätigte in den letzten Tagen eine Neuverpflichtung. Nach einwöchiger Testphase unterzeichnete Josh Langfeld (33) einen Kontrakt bis Saisonende und ist damit der elfte US-Amerikaner der Klubgeschichte, der das blau-weiße Trikot überstreift. Die erste Gelegenheit, sein Können zu beweisen, erhält der Flügelstürmer schon am Freitag gegen den HK Jesenice.

Ein Spiel, in dem der VSV auf Revanche sinnt: Erst in der vorletzten Runde waren die Slowenen in Villach zu Gast, führten die „Adler" richtiggehend vor und holten sich ihren ersten Sieg in einem „Karawanken-Derby" seit 28.Dezember 2008. Mit zwei Treffern großen Anteil am 5:1-Erfolg Jesenices hatte dabei der Finne Toni Dahlman, dessen zweiwöchiger Try-out-Vertrag in der Länderspielpause bis Saisonende verlängert wurde.

Entlastung für Sila und Pintarič

Seinen Aufwärtstrend aus den Spielen vor dem Break möchte Olimpija Ljubljana fortsetzen. Nach gutem Saisonstart schlitterten die „Drachen" in eine kleine Krise und konnten nur zwei ihrer ersten zehn Spiele im Oktober gewinnen. Mit dem Shootout-Sieg in Zagreb und den beiden wichtigen Heimerfolgen gegen Linz konnte der Hauptstadtklub den Absturz in der Tabelle zuletzt aber stoppen.

Beim schweren Auswärtsspiel in Salzburg am Freitag wird mit großer Wahrscheinlichkeit erstmals Jan Chábera im Tor Olimpijas stehen: Der 26jährige Tscheche wurde zur Entlastung des jüngsten Goaliegespanns der Liga zu einem einmonatigen Try-out geholt. Verlassen hat den Verein unterdessen David Sefič (20): Der junge Stürmer kam heuer über die Rolle des Ergänzungsspielers nie hinaus, überzeugte aber im Farmteam in der Slohokej-Liga, wo er an der Seite von Altstar Ivo Jan im Schnitt drei Punkte pro Spiel sammelte. Er verstärkt nun bis Saisonende den deutschen Drittligisten Landsberg.

 

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    21 Monate nach seinem letzten NHL-Spiel debütiert Defender Erik Reitz am kommenden Wochenende für den EC Salzburg.

  • Fünf Punkte und ein +5-Rating in vier Spielen waren Toni Dahlmans Argumente für eine Vertragsverlängerung in Jesenice.
    foto: timo savela

    Fünf Punkte und ein +5-Rating in vier Spielen waren Toni Dahlmans Argumente für eine Vertragsverlängerung in Jesenice.

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